IHS erwartet 2013 enorme Konsolidierung

Die Konsolidierung der Photovoltaik-Industrie wird auch in diesem Jahr weiter gehen. Angesichts der weiter fallenden Preise für Photovoltaik-Systeme, der steigenden Verluste der Unternehmen und großer Betriebskosten würden etwa zwei Drittel der Unternehmen vom Markt verschwinden, wie die Analysten von IHS in ihrer jüngsten Veröffentlichung schreiben. Weltweit werde sich die Zahl der Hersteller von rund 500 im vergangenen Jahr auf etwa 150 in diesem Jahr sinken. 2010 habe es global sogar noch 750 Hersteller entlang der Photovoltaik-Wertschöpfungskette gegeben. Ein besonders hohes Risiko bestehe für die integrierten Hersteller von Silizium, Ingot, Wafern und Zellen. Aber auch die Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe dürften es laut IHS schwer haben, sich über Wasser zu halten. Für die Dünnschichthersteller „Die meisten Photovoltaik-Unternehmen im Upstream-Bereich werden einfach aufhören zu existieren, anstatt von Konkurrenten übernommen zu werden. Die meisten dieser Hersteller haben bereits ihre Produktion eingestellt – und werden sie nicht wieder neu starten“, sagt Mike Sheppard, Senior Analyst für Photovoltaik bei IHS.

Finanziell wird es für viele Photovoltaik-Hersteller in diesem Jahr schwer werden. Nach dem Ausbau der Kapazitäten und der nun fehlenden Auslastung dürften sie in Schwierigkeiten geraten. Viele dieser Unternehmen befänden sich in China, heißt es bei IHS. Staatliche Optionen könnten eine Möglichkeit sein, diese integrierten Hersteller am Markt zu halten. Einige Unternehmen würden auch von der chinesischen Regierung in dieser Weise bereits gestützt. Die Mehrheit der betroffenen Unternehmen werde aber vom Markt verschwinden, heißt es weiter. Angesichts der auch weiter fallenden Preise werden vor allem Anbieter mit niedrigen Kosten den Löwenanteil am globalen Photovoltaik-Markt ausmachen. Aber auch eine starke Partnerschaft mit Unternehmen im Downstream-Bereich sowie flexible Geschäftsmodelle könnte den Herstellern aus der zweiten Reihe ein Überleben sichern. Gerade auch die Produzenten von Dünnschichtmodulen müssten sich Strategien überlegen, da diese immer weniger wettbewerbsfähig seien angesichts der fallenden Preise für Silizium-Photovoltaik. (Sandra Enkhardt)