Solarausstieg kostet Siemens 250 Millionen Euro

Teilen

Den Ausstieg aus dem Solarbereich muss Siemens nun mit hohen Verlusten bezahlen. Er beläuft sich laut „Financial Times Deutschland“ auf rund 250 Millionen Euro und setzt sich aus Abschreibungen auf bereits begonnene Solaranlagen, Abschreibungen aus Firmenwertabschreibungen und operativen Verlusten zusammen. Diese Verluste muss das Unternehmen allerdings nicht in den fortgeführten Geschäften verbuchen, sondern nur im Konzernergebnis, wie die FTD weiter schreibt. Daher werde Siemens voraussichtlich trotzdem den angestrebten Nettogewinn von 5,2 bis 5,4 Milliarden Euro erreichen können.

Siemens will seine Photovoltaik-Sparte und die israelische Solarthermie-Tochter Solel veräußern. Letztere war erst vor drei Jahren für rund 280 Millionen Euro gekauft worden. Solel ist eines der Gründungsunternehmen der Desertec Industrial Initiative (Dii). Auch seine Anteile am italienischen Unternehmen Archimede habe Siemens bereits an die Mehrheitseigner für einen symbolischen Preis übertragen, wie die FTD berichtet. Erst 2010 hatte Siemens seinen Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen auf 45 Prozent erhöht. Dies begründete Siemens damals mit einem „sukzessiven Ausbau“ seines Solarthermie-Portfolios. Der Ausbau der Solarthermie war unter Vorstandschef Peter Löscher beschlossen worden.

Inzwischen haben sinkende Preise der Photovoltaik den Markt allerdings verändert. Siemens beschäftigt weltweit 680 Mitarbeiter in den Bereichen Photovoltaik und Solarthermie, die nun von der bevorstehenden Kehrtwende bei Siemens betroffen sind. Details zu Einsparungen will Vorstandschef Löscher am Donnerstag bei Vorlage der Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr bekannt geben.

Am 22. Oktober 2012 kündigte Siemens die Neuausrichtung der „Solar & Hydro Division“ an. Künftig wolle Siemens stärker auf Wind- und Wasserkraft setzen. Einen Tag später folgte die Nachricht zum Ausstieg aus dem Wüstenstromprojekt Desertec. Siemens will seine zum Jahresende auslaufende Mitgliedschaft in der Planungsgesellschaft Dii nicht verlängern. Wie photovoltaik bereits vor wenigen Tagen berichtete, plant Siemens auch die Drosselung seiner Wechselrichter-Produktion in Deutschland und den USA. (Jacob Paulsen)

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Teilen

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.