Photovoltaik wird mit Deutschem Umweltpreis geehrt

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Der Deutsche Umweltpreis ist mit 500.000 Euro der höchstdotierte Umweltpreis Europas. Im Jahr 2012 geht er an drei Vertreter der Solarbranche, Günther Cramer (SMA), Andreas Bett (Fraunhofer-ISE) und Hansjörg Lerchenmüller (Soitec Solar). Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) begründet die Entscheidung damit, dass die Preisträger mit wegweisenden technischen Entwicklungen und persönlichem Einsatz in der Photovoltaik weltweit Maßstäbe gesetzt und sie damit global maßgeblich vorangebracht haben.

Das Forscher-Unternehmer-Duo Andreas Bett vom Fraunhofer ISE und Hansjörg Lerchenmüller von der Firma Soitec Solar bekommen den Preis für Ihre gemeinsamen Leistungen im Bereich der Konzentrator-Photovoltaik. Diese Technologie bündelt das Sonnenlicht mittels Linsen auf kleine hocheffiziente Photovoltaikzellen. So gelangt bis zu fünfhundert Mal mehr Sonnenlicht auf die Zelle als bei herkömmlicher nicht-konzentrierender Photovoltaik. Die mehrschichtig aufgebauten Stapel-Solarzellen ermöglichen dabei Modulwirkungsgrade von etwa 30 Prozent. Das sind rund 10 Prozent mehr als die besten herkömmlichen Technologien schaffen.

Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, begründet die Auszeichnung unter anderem mit den Worten: „Mit Forschergeist und Mut zum Risiko haben Andreas Bett und Hansjörg Lerchenmüller Solarenergie in eine neue Generation überführt und gezeigt, dass Ökologie und Ökonomie zusammenpassen. Ihre Konzentrator-Photovoltaik gehört mit Modulwirkungsgraden von rund 30 Prozent weltweit zur Spitze der Photovoltaikindustrie und leistet einen großen Beitrag zur klimaschonenden Energieversorgung.“

Die zweite Einzelwürdigung und damit die andere Hälfte des Preisgeldes geht an den Mitbegründer und Aufsichtsratschef des Wechselrichterherstellers SMA Solar Technology Günther Cramer. Seit mehr als 30 Jahren verfolge Cramer die Vision, den Systemwandel hin zu einer hundertprozentigen dezentralen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien möglich zu machen, begründet Brickwedde die Entscheidung der DBU. „Er will die Solarenergie auch in Regionen bringen, die nicht an das Stromnetz angebunden sind. Gemeinsam mit seinen Gründerkollegen Peter Drews und Reiner Wettlaufer gelang es Cramer, durch konsequentes Fokussieren auf Forschung und Entwicklung die SMA von einem kleinen Ingenieurbüro zum global operierenden Technologie- und Marktführer mit mehr als 5.500 Mitarbeitern zu entwickeln.“

Die Preise wird Bundespräsident Joachim Gauck am 28. Oktober in Leipzig überreichen. Seit 1993 vergibt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt jährlich Ende Oktober den Deutschen Umweltpreis. Damit sollen Persönlichkeiten für ihre herausragenden Leistungen in den Bereichen Umweltschutz, Umwelttechnik und nachhaltige Entwicklung geehrt werden. (Mirco Sieg)