Gläubiger von Solarwatt für Restrukturierungsplan

Teilen

Auf dem gestrigen Erörterungs- und Abstimmungstermin haben die Gläubigergruppen der Solarwatt AG nach sechs Stunden Disskussion für den von Solarwatt und der Salans LLP erarbeiteten Restrukturierungsplan gestimmt. Das Amtsgericht Dresden hat daraufhin den Restrukturierungsplan bestätigt. Damit hat das Unternehmen den wichtigsten Meilenstein in dem seit 13. Juni 2012 laufenden Insolvenzverfahren erreicht.

 

Solarwatt-CEO Detlef Neuhaus sagte dazu: „Nach Rechtskraft der Planbestätigung kann Solarwatt auf Grundlage einer nachhaltigen Zukunftsperspektive mit 337 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Standort Dresden als vollständig durchsaniertes Unternehmen mit Fokus auf das wachstumsstarke Systemgeschäft durchstarten." Noch in diesem Jahr werde Solarwatt Produktneuheiten im Systembereich in den Markt einführen.

Ende des Insolvenzverfahrens in Sicht

„Mit der Zustimmung der Gläubigerversammlung hat die Solarwatt AG die wichtigste Hürde zur Restrukturierung genommen," erklärte der vom Amtsgericht Dresden bestellter Sachwalter für Solarwatt, Rainer M. Bähr. "Sobald die Planbestätigung rechtskräftig ist, wird das laufende Insolvenzverfahren aufgehoben.“

 

Nicht-nachrangige, unbesicherte Insolvenzgläubiger, darunter vor allem Lieferanten und die Anleihegläubiger, erhalten bereits vier Wochen nach rechtskräftiger Bestätigung des Plans die Planquote von 16% auf ihre angemeldeten und festgestellten Forderungen. Im Februar 2015 könnte aus der dann möglichen Auflösung von Rückstellungen überdies eine zweite Zahlung in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro erfolgen, verteilt auf alle anspruchsberechtigten nicht-nachrangigen Insolvenzgläubiger, falls die in Rede stehenden Rückstellungen per 31. Dezember 2014 aufgelöst werden können.

 

BMW-Erbe Stefan Quandt wird neuer Ankeraktionär von Solarwatt. Nach dem Eintritt der Rechtskraft der Planbestätigung wird er das Unternehmen bei der Fokussierung auf den Systembereich unterstützen. Hierzu soll das zuvor auf null herabgesetzte Grundkapital der Gesellschaft durch eine Kapitalerhöhung auf insgesamt fünf Millionen Euro erhöht werden. Nach der Kapitalerhöhung wird  Quandt über seine Beteiligungsholding Aqton SE 94 Prozent des Kapitals der Gesellschaft halten. Darüber hinaus stellt er ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von fünf Miollionen Euro zur Verfügung. Bei dieser Transaktion wurde Quandt von der Investmentbank Freitag & Co begleitet.

Geschäftsentwicklung bestätigt Systemstrategie

Branchenexperten erwarten, dass sich der Preisverfall für Solarmodule in den kommenden Jahren weiter fortsetzt. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Technologien, die Solarstrom intelligent in das Energiesystem eines Hauses integrieren. Der Geschäftsverlauf von Solarwatt im laufenden Jahr bestätigt diesen Wandel. Während das Modulgeschäft rückläufig war, verlief das Systemgeschäft in den Monaten Januar bis August 2012 weitaus besser als ursprünglich geplant. Vor diesem Hintergrund unterstrich Neuhaus die Bedeutung der Neuausrichtung. „Ein wesentlicher Bestandteil des von den Gläubigern verabschiedeten Restrukturierungsplans ist die verstärkte Fokussierung des Unternehmens auf den zukunftsträchtigen Systembereich."

Die Sanierung hat fast 100 der bisher 435 Stellen gekostet. Die Betroffenen konnten zum 1. September in eine Transfergesellschaft wechseln. Sieben Monate lang erhalten sie dort 80 Prozent ihres letzten Gehalts. (William Vorsatz)

 

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Teilen

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.