Handwerkspräsident begrüßt Kürzung der Solarförderung

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Der Präsident des Zentralverbands Deutsches Handwerk, Otto Kentzler, hält auf lange Sicht die Kürzung der Solarförderung für richtig. "Einige Betriebe schmerzt das natürlich, weil hier eine Rechtsunsicherheit bei den Aufträgen entsteht, die schon vergeben sind", sagte er dem Fernsehsender „Phoenix“. Langfristig sei es eine Riesenchance und der Photovoltaik-Markt werde weiter bestehen bleiben. Im Energiesektor hätten gerade private Investitionen sehr stark zugenommen, sagte er auch mit Blick auf Maßnahmen zur Energieeffizienz, die sich dank staatlicher Anreize deutlich erhöht hätten.

Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bundestag, Ernst Hinsken (CSU), sprach sich in einem Interview mit der „Deutschen Handwerks Zeitung“ gegen den beschlossenen Atomausstieg bis 2022 aus. „Ich befürchte, dass der Umbau länger dauert und dann Strom aus Kernkraftwerken benachbarter Länder wie Tschechien oder Frankreich bezogen werden muss und wir damit abhängig werden“, sagte er. Er sei zwar schon für den Ausstieg aus der Atomkraft, aber „gegen das feste Datum“. Hinsken warnte vor dem Wettbewerbsnachteil deutscher Unternehmen und dem weiter knapper werdenden Strom durch den Atomausstieg. Er forderte daher, dass nicht nur die energieintensiven Unternehmen, sondern auch die kleinen Betriebe von der Zahlung der Netzentgelte befreit werden sollten. „Die Kosten der Energiewende müssen so weit wie möglich begrenzt und fair verteilt werden. Das gilt für die Netzentgelte genauso wie für die EEG-Umlage“, sagte Hinsken weiter. Im gleichen Atemzug nannte er die Verbraucher als Hauptträger der Kosten für die Energiewende. Diese würde mit dem Vorschlag Hinskens noch weiter belastet. Die Bundesregierung hat bereits zahlreiche Ausnahmen für die Industrie geschaffen, so dass viele Unternehmen nur noch geringfügig an den Kosten der EEG-Umlage beteiligt sind. Sie profitieren eher doppelt von der Energiewende – da sie dank des durch die Erneuerbaren ausgelösten Merit-Order-Effekts ihren Strom teilweise zu günstigeren Preisen beziehen können. Alles dies blendet Hinsken aus, gerade wenn es um die Photovoltaik geht und sagte im Interview: „Bei der Solarenergie darf man nicht nur an die Ersteller der Anlagen, sondern muss auch an die Betriebe denken, die dies über die EEG-Umlage bezahlen müssen und dadurch Gefahr laufen, nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein.“ (Sandra Enkhardt)

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