Deutscher Photovoltaik-Markt sehr zuverlässig

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Im Analystenpanel des 11. Forum Solarpraxis diskutierten am Vormittag Analysten und Bankenvertreter die Aussichten der deutschen Photovoltaik-Industrie im Umfeld des internationalen Wettbewerbes. In einer Einschätzung waren sich die Podiumsgäste einig: Im deutschen Markt herrschen im Vergleich zu anderen Ländern sehr stabile Rahmenbedingungen, die auch weiterhin Investitionen in Deutschland sehr wahrscheinlich machen. Projektierungszeiten und Genehmigungsverfahren sind sehr genau kalkulierbar, rückwirkende Fördereinschnitte befürchtet niemand. Renditen von acht bis zehn Prozent seien für Investoren nach wie vor attraktiv. Burkhard Weiss von HSBC Trinkaus & Burkhardt ergänzt, dass die Risiken in Ländern, die schlechtere Rahmenbedingungen bieten, auch Auswirkungen auf die Renditeerwartung haben werden.

Sechs Gigawatt und mehr als Zubaugröße 2011 für Deutschland

Bei den Zubauzahlen für Deutschland gehen die Prognosen jedoch auseinander. Am optimistischsten schätzt Stefan de Haan von iSuppli das Wachstum ein: er geht von neun Gigawatt in 2011 aus. Dirk Morbitzer von Renewable Analytics liegt mit einer Zahl von 4,5 Gigawatt deutlich darunter. Alle anderen Experten sehen den deutschen Markt bei ungefähr 6 Gigawatt landen. Diese Prognose dürfte die deutsche Photovoltaik-Industrie freuen.

Wie schnell werden die Preise fallen

Weltweit sind Überkapazitäten in der Produktion vorhanden, die sich sicher in sinkenden Preisen niederschlagen werden. Die Frage ist jedoch, wie schnell die Modulpreise fallen werden. Hersteller werden versuchen, ihre Preise auf anderen als auf dem deutschen Markt zu realisieren und haben auch realistische Chancen, dabei erfolgreich zu sein, zum Beispiel in Italien, wo ein starker Zubau in den ersten beiden Quartalen 2011 erwartet wird. Die durch diesen Effekt eventuell verzögerten Preissenkungen werden im den ersten beiden Quartalen 2011 in Deutschland ein eher moderates Wachstum zur Folge haben. Dies ist die Einschätzung von Dirk Morbitzer, Renewable Analytics. (Petra Franke)