Juwi legt Solarprojekt auf Eis

Die Einigung von CDU, CSU und FDP über die künftige Photovoltaik-Vergütung hat erste Konsequenzen. Wenn die Ackerflächen ab 1. Juli komplett aus der Förderung herausfallen, werde der Solarpark bei Cottbus nicht gebaut, bestätigte Ralf Heidenreich, Pressesprecher der Juwi Holding AG, der photovoltaik. Das Wörrstädter Unternehmen hatte mit der Planung einer rund 140 Hektar großen Photovoltaik-Anlage begonnen. Sie soll eine Kapazität von 42 Megawatt haben. Das Investitionsvolumen veranschlagen Experten mit etwa 100 Millionen Euro. Nach Angaben des Juwi-Sprechers liefen die Vorarbeiten bereits. Die Gemeinde habe für das Photovoltaik-Kraftwerks auch bereits einen Aufstellungsbeschluss gefasst.

Bereits nach der Einigung der Koalitionsparteien hatte Juwi eine „deutlich schwächere Absenkung“ der Vergütung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen sowie „den Erhalt des Standorts Ackerfläche“ gefordert. „Die Bundesregierung will die Verbraucher schützen, macht aber genau das Gegenteil, indem sie den großen Billigmacher im Solarsegment zerstört“, sagte Juwi-Vorstand Matthias Willenbacher. Er warf der Bundesregierung vor, ihre Kürzungspläne zerstörten „ein ganzes Segment von heute auf morgen“. Sie gefährdeten Verlässlichkeit und Investitionssicherheit gerade für mittelständische Firmen. Willenbacher forderte die Bundesregierung auf, „zumindest ausreichende Übergangsfristen“ für Unternehmen und Kommunen zu schaffen, um bereits angestoßene Projekte noch realisieren zu können.

Unweit von Cottbus hatte Juwi im vergangenen Jahr mit dem Bau des bislang größten Photovoltaik-Parks in Deutschland begonnen. Die Anlage auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Lieberoser Heide hat eine Gesamtleistung von 53 Megawatt. Sie erstreckt sich über eine Fläche von 162 Hektar, auf denen Dünnschichtmodule des US-Photovoltaik-Konzerns First Solar installiert worden. Das Investitionsvolumen für dieses Projekt hatte bei etwa 160 Millionen Euro gelegen. Union und FDP hatten sich im Koalitionsausschuss darauf verständigt, die Vergütung für Anlagen auf solchen Konversionsflächen ab 1. Juli weniger stark zu kürzen. Sie Förderung soll dann um elf Prozent abgesenkt werden. (Sandra Enkhardt)