Test von Sunedison-Solarmodulen

Sunedison nimmt derzeit umfangreiche Restrukturierungen vor.
Foto: Solar Testing Facility/ENERGY.GOV

Sunedison verkauft und schließt Fabriken

18. Februar 2016 | Märkte und Trends, Topnews

Im Oktober 2015 kündigte das US-Photovoltaik-Unternehmen die Streichung von mehr als 1000 Stellen an. Nun gab Sunedison konkrete Änderungen bekannt. So ist die Waferproduktion an den chinesischen Konkurrenten Longi verkauft worden. Die Siliziumfertigung in Texas wird hingegen geschlossen.

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Sunedison Inc. hat weitere Pläne für die Restrukturierung seines Photovoltaik-Geschäfts bekanntgegeben. Diese sei darauf ausgerichtet, die Siliziumproduktionstechnologien mittels Partnerschaften und Joint Venture profitabler zu machen und gleichzeitig den Zugriff auf effiziente, kostengünstige Solarmodule für das Downstreamgeschäft zu wahren, teilte der US-Photovoltaik-Hersteller am Donnerstag mit. Vorstandschef Ahmad Chatila betonte, dass Sunedison an mehreren Fronten kämpfe, um sein Downstream-Geschäft neu zu ordnen. Die nun angekündigten Maßnahmen belasten das Ergebnis des US-Unternehmens insgesamt 266 Millionen US-Dollar als nicht-liquiditätswirksame Aufwendungen und 171 Millionen US-Dollar an anderen Restrukturierungskosten, die sich im Ergebnis des vierten Quartals 2015 niederschlagen werden. Für das laufende Jahr geht Sunedison von weiteren Kosten zwischen 10 und 13 Millionen US-Dollar für die Restrukturierung aus.

Die Waferproduktion in Kuching (Malaysia) sei an den chinesischen Hersteller Longi Silicon Materials Corporation verkauft worden. Der Verkauf werde voraussichtlich bereits im März 2016 vollzogen, müsse aber noch von den Behörden genehmigt werden. Im Zuge der Transaktion habe sich Sunedison einen mehrjährigen Liefervertrag für bis zu drei Gigawatt an monokristallinen Solarzellen von einer Longi-Tochtergesellschaft gesichert. Auch werde Longi im Gegenzug mit hochreinem Polysilizium aus dem SMP Joint Venture von Sunedion in Korea versorgt, hieß es weiter. Der Verkauf der Produktion schlage mit 35 Millionen US-Dollar an Wertminderungen und Restrukturierungsaufwendungen im vierten Quartal 2015 zu Buche.

Zudem habe der Vorstand vor zwei Tagen beschlossen, die Polysilizium-Produktion im texanischen Pasadena dauerhaft zu schließen. Dies sei auch eine Folge der Importzölle für Polysilizium in China, wo Sunedison-Einfuhren mit 53,6 Prozent Aufschlägen belegt würden. Damit könne Sunedison in China nicht mehr zu wettbewerbsfähigen Preisen sein in den USA hergestelltes Silizium verkaufen. Die Produktion in dem US-Werk sei daher nach mehr als 20 Jahren nun eingestellt. Die endgültige Schließung erfolge voraussichtlich im dritten Quartal 2016. Rund 180 Arbeitsplätze würden damit wegfallen, hieß es weiter. Die Schließung werde sich im vierten Quartal 2015 mit Wertminderungen und Restrukturierungsaufwendungen von insgesamt 363 Millionen US-Dollar auswirken und weiteren 10 bis 13 Millionen US-Dollar in diesem Jahr.

Des Weiteren sei beschlossen worden, die Aktivitäten in Portland im US-Bundesstaat Oregon als Forschungs- und Entwicklungszentrum neu auszurichten. Die Ingot-Produktion am Standort werden gestoppt und damit die Produktionskosten gesenkt. Rund 40 Mitarbeiter seien von der Veränderung betroffen. Die Ergebnisbelastungen beliefen sich dafür auf 39 Millionen US-Dollar im vierten Quartal 2015.

Sunedison sehe sich überdies mit seinem SMP-Joint-Venture auf dem richtigen Weg, um die Kostenziele und Umfänge für seine Produktion von Polysilizium zu erreichen. Die Produktion werde derzeit planmäßig hochgefahren. Mit einer neuen Technologie solle SMP hochreines Polysilizium zehnmal effizienter als mit anderen Produktionsverfahren herstellen können. Entsprechend könnten die Kosten für das Rohmaterial im Solarmodul auf weniger als 0,04 US-Dollar pro Watt sinken, wie Sunedisons Pläne vorsehen. Die neue Technologie wolle das Joint Venture anschließend über Lizenz- und Partnerschaftsverträge auch anderen Herstellern zur Verfügung stellen. (Sandra Enkhardt)

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