WEMAG/Younicos-Speicher in Schwerin

Der WEMAG-Speicher ist eines der ersten realisierten Großprojekte in Deutschland gewesen.
Foto: WEMAG AG

Großspeicher-Markt boomt auch in Deutschland

20. Januar 2016 | Speicher und Netze, Topnews

Zehn Projekte sind nach einer Auswertung von BüroF in den vergangenen Jahren hierzulande bereits realisiert worden, mindestens acht Megawatt-Speicher befinden sich derzeit im Bau. IHS hat erst kürzlich eine neue Rekordpipeline für Speicherprojekte vermeldet. Eine Studie zeigt jedoch, dass die Finanzierung wegen sinkender Preise für Primärregelenergie nicht ganz einfach ist.

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Im Segment der Batterie-Großspeicher ist in Deutschland eine erhöhte Marktaktivität zu beobachten, wie das Berliner BüroF nun vermeldet. In den vergangenen Jahren seien zehn Pilotanlagen im Megawattbereich in Deutschland realisiert worden. Für 2016 sei nun die Realisierung von mindestens acht weiteren Großspeichern angekündigt worden. Zudem würden mehrere Projekte entwickelt, Flächen an Umspannwerken gesichert und Marbarkeitsstudien erstellt, heißt es weiter.


Quelle: www.burof.de

Am Dienstag hatte IHS eine Analyse veröffentlicht, wonach im vierten Quartal 2015 die Projektpipeline für Batteriespeicher weltweit auf 1,6 Gigawatt angewachsen ist. Der Markt für Großspeicher wird dabei vor allem durch geplante Projekte in den USA und Japan getrieben. Aber auch in Deutschland hat der Energieversorger Steag Ende vergangenen Jahres noch die baldige Realisierung von sechs 15-Megawatt Großspeichern an seinen Kraftwerken in Deutschland angekündigt. Dies will das Unternehmen ohne Förderung umsetzen und stattdessen seine Energie am Primärregelenergiemarkt verkaufen, um die Projekte zu finanzieren.

Die Pöyry Management Consulting hatte ebenfalls am Dienstag eine Analyse veröffentlicht, wonach der Druck auf die Primärregelleistungspreise im Energiemarkt kontinuierlich zunimmt. Es zeichne sich ein weiterer Preisverfall ab. Dies liege daran, dass Batteriespeicher zunehmend Primärregelenergie bringen würden. Nach Ansicht des Düsseldorfer Beratungsunternehmens sollten Investoren in Großspeicher dringend die Rentabilität ihrer Projekte prüfen. Nach Angaben von Pöyry Management Consulting ist die für die Primärregelleistung eingesetzte Batteriespeicherkapazität von 1 Megawatt im Jahr 2012 auf 27 Megawatt im Jahr 2015 gestiegen. Außerdem gebe es eine Pipeline mit angekündigten Projekten von mehr als 100 Megawatt. Nach Berechnungen der Berater führt ein Zubau von 155 Megawatt Batteriespeicherkapazität zur Erbringung von Primärregelleistung zu einer Verringerung der durchschnittlichen Primärregelenergiepreise von 20 Prozent. Der aktuelle Bedarf für Primärregelenergie liege in den gekoppelten Märkten Deutschland, Niederlande, Schweiz und Österreich bei rund 783 Megawatt.


Bei BüroF sieht man in der Vermarktung von Regelenergie „das derzeit häufigste“ Geschäftsmodell für den Betrieb von Großspeichern. So hätten Younicos und WEMAG mit ihrem 5-Megawatt-Großspeicher in Schwerin im ersten Betriebsjahr Erlöse von durchschnittlich 3.810 Euro für das Megawatt wöchentlich bereitgestellter Primärregelleistungskapazität erzielen können. Allerdings sei die Präqualifizierung von Stromspeichern zur Teilnahme am Regelenergiemarkt derzeit noch schwierig und nicht einheitlich geregelt.

Weitere Geschäftsmodelle für den Betrieb von Großspeichern sind nach der Kurzanalyse des BüroF nach noch Nachbarschaftsspeicher. So hat etwa der Energieversorger MVV ein „Strombank“-Konzept entwickelt, bei dem Betreiber von Photovoltaik- und KWK-Anlagen gemeinschaftlich einen Speicher nutzen. Dieses Konzept befinde sich aber noch in der Erprobungsphase. Ein weiteres Geschäftsmodell sei, dass Betreiber von großen Solar- und Windparks Speicher zur Optimierung ihrer Stromvermarktung nutzten. Belectric hat diesbezüglich bislang ein Pilotprojekt umgesetzt. (Sandra Enkhardt)

Auf pv magazine Deutschland finden Sie eine Marktübersicht zu Anbietern von Großspeichern. Wenn ihr Eintrag fehlt, melden Sie sich bitte per Mail bei Mirco Sieg.

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