Kohlekraftwerk

Die Rentabilität konventioneller Kraftwerke hat sich in den vergangenen Jahren weiter verschlechtert.
Foto: Wikimedia/Flocko

BDEW: Jammern für Eon, RWE und konventionelle Stromversorger

13. Januar 2015 | Märkte und Trends, Politik und Gesellschaft, Topnews

Nach einer Umfrage des Verbands hat sich die wirtschaftliche Lage der Energieversorger, die auf konventionelle Stromerzeugung setzen, in den vergangenen Jahren weiter verschlechtert. Erneuerbare Energien leisteten dagegen durchaus einen positiven Beitrag für viele Unternehmen. Der BDEW nutzt die eher düstere Stimmungslage seiner wichtigsten Mitglieder, um von der Bundesregierung weitere Reformen im Strommarkt zu fordern.

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Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat seine neuesten Umfrageergebnisse zur wirtschaftlichen Situation der Stromversorger veröffentlicht. „69 Prozent dieser Unternehmen geben an, dass sich die eigene Stromerzeugung negativ oder sehr negativ auf das Geschäftsergebnis auswirkt“, so das Ergebnis der Onlinebefragung unter Geschäftsführern von Stadtwerken und regionalen sowie überregionalen Energieversorgern, die mindestens in der Stromerzeugung oder im Stromvertrieb tätig sind. Besonders betroffen seien Unternehmen mit eigener, konventioneller Stromerzeugung. 39 Prozent der befragten Unternehmen hätten zudem angegeben, dass sich die Geschäftslage in den vergangenen zwei Jahren verschlechtert habe, gerade wegen der sinkenden Rentabilität der konventionellen Stromerzeugung.

Für den BDEW, in dem die großen Energieversorger vereint sind, ist dies natürlich ein willkommener Anlass, nach Unterstützung aus der Politik zu rufen. "Dieses aktuelle Stimmungsbild ist ein deutlicher Weckruf an die Politik. 2015 muss wieder ein Jahr der Entscheidung für die Energiewende werden. Bund und Länder sind hier gleichermaßen gefordert. Die Koordination ist gerade in diesem Bereich weiter unzureichend. Daher muss in 2015 eine ganze Reihe von weiteren konkreten Gesetzen vorbereitet und verabschiedet werden. Was wir brauchen, ist ein energiepolitischer Gesamtrahmen. Dieser muss nicht nur den Klimaschutz, sondern auch eine bezahlbare und weiterhin sichere Energieversorgung im Blick haben. Nach der Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes braucht die Energiewirtschaft zum Beispiel Klarheit über die kurz- und langfristigen Rahmenbedingungen für den deutschen Kraftwerkspark", sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Deutschland befinde sich im Übergang von der ersten zur zweiten Phase der Energiewende, wobei nun ganz andere Herausforderungen zu bewältigen seien.

Die Umfrage nutzt der BDEW denn auch dafür, wieder einmal die Einführung eines Kapazitätsmarktes in Deutschland zu fordern. 2015 gehe es nicht mehr nur um Aktionspläne, Evaluierungsberichte und Absichtserklärungen. "Im neuen Jahr müssen ganz konkrete Gesetzesreformen und Regelungen zu den Themen Marktdesign, Kraft-Wärme-Kopplung, Anreizregulierung, Netzausbau, Erneuerbare Energien, CO2-Einsparungen im Kraftwerksbereich und Energieeffizienz vorbereitet und verabschiedet werden“, so Müller weiter.

Als „besorgniserregend“ betrachtet der Verband die Umfrageergebnisse zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Fast ein Drittel der Unternehmen nenne die eigenen KWK-Anlagen unwirtschaftlich; nur bei der Hälfte funktionierten sie kostendeckend. Im BDEW sind mittlerweile auch Unternehmen aus dem Erneuerbaren-Energien-Bereich vertreten. In diesem Sektor sieht der Verband eine deutlich bessere Stimmungslage. So hätten 34 Prozent der Unternehmen angegeben, dass die Stromerzeugung aus Erneuerbaren einen positiven Beitrag zum Geschäftsergebnis liefere. Im vergangenen Jahr hatten die Erneuerbaren bei der Stromerzeugung erstmals auch die Braunkohle übertroffen und stiegen damit zur wichtigsten Energiequelle in Deutschland auf. (Sandra Enkhardt)

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