Die Debatte über die Solarförderung spitzt sich zu. Im Vorfeld eines Treffens des Umweltministers mit Vertretern der Photovoltaik-Branche positionieren sich die Gegner mit altbekannten Argumenten.
Interview mit Holger Krawinkel, Leiter des Fachbereichs Bauen, Energie, Umwelt beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)
Der Bundesverband Solarwirtschaft hat ein Kurzgutachten bei Prognos in Auftrag gegeben. Demnach wirkt sich in diesem Jahr der Zubau von Photovoltaik-Anlagen nur noch mit 0,035 Cent je Gigawatt auf die EEG-Umlage aus.
Der energie- und wirtschaftspolitische Sprecher der CSU stellt sich hinter den Umweltminister. Nüßlein will keine erneuten Grabenkämpfe um eine starre Begrenzung des Photovoltaik-Zubaus.
Nach dem unerwartet starken Zubau bei Photovoltaik-Anlagen in Deutschland 2011 kommen nun wieder die Befürworter einer starren Begrenzung wieder aus der Deckung. Der Druck auf Bundesumweltminister Röttgen wächst damit. Er will aber den „atmenden Deckel“ für die Solarförderung beibehalten.
Der unerwartet starke Zubau bei Photovoltaik-Anlagen zum Jahresende ist aus Sicht des Bundesumweltministers der Verunsicherung geschuldet, die sich aus den Diskussionen über eine starre Begrenzung des Photovoltaik-Zubaus ergeben. In der kommenden Woche will sich Röttgen nun mit Vertretern der Solarbranche treffen.
Voraussichtlich 7500 Megawatt Photovoltaik-Leistung sind 2011 neu in Deutschland installiert worden. Damit dürfte die Solarförderung zur Jahresmitte nochmals um 15 Prozent sinken, da allein im Dezember rund 3000 Megawatt zugebaut sein sollen.
Eigenverbrauch: Wer Geld verschenken will, speist seinen Solarstrom ins öffentliche Netz. Zumindest seit dem 1. Januar 2012: Bei Neuinstallationen liegt die Einspeisevergütung für Aufdachanlagen nämlich unter dem, was Privatkunden für Netzstrom zahlen müssen. Eine Chance für Anlagen auf Mehrparteienhäusern, wenn die Branche die Details klärt.
Solarförderung: Noch bevor die EEG-Novelle wirklich in Kraft ist, kommen neue Rufe nach einer Begrenzung des Photovoltaikzubaus. Eine Diskussion, die alle Jahre wieder neu aufflammt. Im Januar könnte nun aus dem „atmenden“ ein „würgender Deckel“ werden – mit nicht vorhersehbaren Folgen für den Markt. Die Argumente dafür sind sehr zweifelhaft, denn der Ausbau der Photovoltaik ist wichtig für die Energiewende.
Das Ministerium will sich nun einen Monat mehr Zeit nehmen, um die Dumpingvorwürfe gegen chinesische Photovoltaik-Unternehmen zu prüfen. Mitte Februar soll nun eine vorläufige Entscheidung fallen.