2,2 Gigawattstunden Zubau im ersten Quartal 2026: 38 Prozent Wachstum im Jahresvergleich
Im ersten Quartal 2026 wurden in Deutschland geschätzt rund 2,2 Gigawattstunden an neuer Batteriespeicherkapazität in Betrieb genommen. Das entspricht einem Wachstum von rund 38 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025. Die zugebauten Systeme haben eine Gesamtleistung von 1,2 Gigawatt.
Insgesamt sind aktuell rund 27,8 Gigawattstunden an Batteriespeichern in Deutschland installiert, verteilt auf etwa 2,5 Millionen Systeme, von denen die meisten Photovoltaik-Heimspeicher sind. Sollte sich die Dynamik des ersten Quartals 2026 fortsetzen, könnte der Zubau für das Gesamtjahr 2026 erneut deutlich über dem Vorjahr liegen. Die weitere Entwicklung wird jedoch maßgeblich vom Großspeichersegment abhängen. Dieses war jahrelang mit einigem Abstand der zweitgrößte Batteriespeichermarkt in Deutschland, doch zog er im ersten Quartal mit dem Heimspeichermarkt gleich und hält das größte Zubaupotenzial für die nahe Zukunft.

Quelle: Battery Charts, ISEA RWTH Aachen.
Heimspeichermarkt nahezu stabil: Zubau von einer Gigawattstunde
Der Heimspeichermarkt verzeichnet im ersten Quartal 2026 mit geschätzt rund 1,04 Gigawattstunden ein stabiles Niveau gegenüber dem Vorjahresquartal. Als Folge des deutlich stärkeren Zuwachses im Großspeichersegment, liegt der Segmentanteil im Zubau nur noch bei rund 47 Prozent und damit deutlich unter den 64 Prozent des Vorjahres.
Im ersten Quartal 2026 wurden rund 125.000 neue Photovoltaik-Heimspeicher installiert, was leicht über dem Vorjahreszeitraum liegt. Die durchschnittliche Systemgröße blieb mit rund 8,3 Kilowattstunden gegenüber 8,5 Kilowattstunden im Vorjahresquartal nahezu stabil bei einer Gesamtleistung von etwa 655 Megawatt. Die mediane Speicherdauer stieg leicht auf 1,58 Stunden.
Hauptgrund für die stagnierende Nachfrage ist der Rückgang bei Neuinstallationen von Photovoltaik-Dachanlagen, mit denen Heimspeicher überwiegend zusammen installiert werden. Wie zu Beginn des Jahres berichtet (Link), lag der Photovoltaik-Zubau im Januar 2026 bei voraussichtlich nur 1,1 Gigawatt und im Februar bei rund 930 Megawatt und damit deutlich unter den Vorjahreswerten.
Gewerbespeichermarkt wächst um 58 Prozent
Der Gewerbespeichermarkt verzeichnet im ersten Quartal 2026 mit einem Zubau von 58 Prozent hingegen ein starkes Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal. Allerdings befindet sich das Segment mit einem Zubau von 163 Megawattstunden weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
Mit geschätzt etwa 2.200 neu installierten Gewerbespeichern liegt die Installationsanzahl rund 28 Prozent über dem Vorjahresquartal. Die mittlere Anlagenkapazität stieg von 60 Kilowattstunden im ersten Quartal 2025 auf 74 Kilowattstunden im ersten Quartal 2026— ein Zuwachs von 23 Prozent. Die Gesamtleistung des geschätzten Zubaus beträgt rund 80 Megawatt. Nach wie vor werden die meisten Gewerbespeicher in der Kapazitätsklasse unter 100 Kilowattstunden installiert, obwohl der Trend zu größeren Systemen erkennbar ist.
Das Wachstum deutet auf eine zunehmende Attraktivität des Gewerbespeichermarktes hin und Anlagenbetreiber setzen zunehmend auf größere Systeme. Grund dafür ist, dass immer mehr Anbieter einen Betrieb von Gewerbespeichern über die klassischen Anwendungsfälle Lastspitzenkappung und Eigenversorgungsoptimierung hinaus anbieten. So erweiterte die EnWG-Novelle vom November 2025 die Netzentgeltbefreiung nach Paragraf 118 Abs. 6 auf Multi-Use-Speicher: Gewerbespeicher können nun neben Eigenverbrauch und Lastspitzenkappung zusätzlich am Energiehandel teilnehmen, ohne die Netzentgeltbefreiung zu verlieren. Diese neuen Erlöspotenziale machen auch größere Speicher in diesem Segment wirtschaftlich.
Großspeichermarkt weiter auf Wachstumskurs: 119 Prozent mehr Kapazitätszuwachs als im Vorjahresquartal
Der Großspeichermarkt bleibt das am stärksten wachsende Segment. Im ersten Quartal 2026 wurden bis zum Stichtag am 30.04.2026 etwa eine Gigawattstunde an Großspeicherkapazität in Betrieb genommen und damit 119 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch gegenüber den Installationen im Vorquartal ist ein Zuwachs von 29 Prozent zu verzeichnen.
Im ersten Quartal 2026 gingen 63 Großspeicher in Betrieb und somit fast dreimal so viele wie im Vorjahresquartal. Die mittlere Anlagenkapazität lag bei 16,3 Megawattstunden und einer mittleren Leistung von 7,4 Megawatt, was einem 2-Stunden-System entspricht (mediane Speicherdauer: 2,22 Stunden). Die Gesamtleistung des geschätzten Zubaus beträgt rund 464 Megawatt. Bereits im vierten Quartal 2025 lag der geschätzte Zubau bei rund 54 Anlagen und 800 Megawattstunden.
Der Zuwachs ist damit kein einmaliger Sprung, sondern setzt den Trend eines boomenden Großspeichersegments fort. Gerade in diesem Segment ist die Statistik jedoch stark durch einzelne Leuchtturm-Projekte beeinflusst. So ist im vergangenen Quartal der Speicher in Metelen mit einer Gesamtkapazität von 231 Megawattstunden in Betrieb genommen worden. Dieses Projekt macht damit schon knapp 20 Prozent aller 63 neu installierten Kapazität aus.
Die zahlreichen angekündigten Großspeicherprojekte gehen schrittweise in Betrieb. Für die Zukunft sind bereits mehrere Gigawattstunden an Großspeichern im Marktstammdatenregister vorgemeldet. So sollen bis zum Jahr 2027 bereits weitere acht Gigawattstunden in Betrieb genommen werden. Der Großspeichermarkt wird in den nächsten Jahren also weiter stark wachsen. Zu beachten ist, dass solche Vormeldungen bei der Bundesnetzagentur freiwillig sind und daher kein vollständiges Bild durch die Vormeldungen erreicht werden kann. Den Übertragungsnetzbetreibern liegt ein Vielfaches an Netzanschlussanträgen vor, von denen aller Voraussicht nach aufgrund von langen Wartezeiten bei der Genehmigung und geringen Planungsständen einiger Vorhaben jedoch nur ein Bruchteil realisiert wird.
Über die Autoren
Jonas Brucksch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Elektrochemische Energiewandlung und Speichersystemtechnik am ISEA der RWTH Aachen. Er ist der leitende Betreiber von Battery Charts. E-Mail: jonas.brucksch@isea.rwth-aachen.de & battery-charts@isea.rwth-aachen.de
Jan Figgener hat Battery Charts während seiner Promotion am ISEA der RWTH Aachen gegründet. Heute arbeitet er in der Industrie im Bereich der Batteriespeicher. In seiner Freizeit arbeitet er zusätzlich an Veröffentlichungen wie dieser rund um Batteriespeicher und Elektrofahrzeuge in Kooperation mit dem ISEA als Gastwissenschaftler.
Lucas Koltermann ist Abteilungsleiter am Lehrstuhl für Elektrochemische Energiewandlung und Speichersystemtechnik am ISEA der RWTH Aachen. Er ist einer der Betreiber von Battery Charts. E-Mail: lucas.koltermann@isea.rwth-aachen.de
Dirk Uwe Sauer leitet den Lehrstuhl für Elektrochemische Energiewandlung und Speichersystemtechnik des ISEA der RWTH Aachen und ist seit mehr als 30 Jahren im Bereich Batterien und Energiesysteme aktiv. Zusammen mit einem Team von 70 Angestellten deckt er Themen von elektrochemischen Prozessen in einer Batteriezelle bis zur Analyse ganzer Energiesysteme ab. E-Mail: DirkUwe.Sauer@isea.rwth-aachen.de
Die Blogbeiträge und Kommentare auf www.pv-magazine.de geben nicht zwangsläufig die Meinung und Haltung der Redaktion und der pv magazine group wieder. Unsere Webseite ist eine offene Plattform für den Austausch der Industrie und Politik. Wenn Sie auch in eigenen Beiträgen Kommentare einreichen wollen, schreiben Sie bitte an redaktion@pv-magazine.com.
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.






Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.
Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.
Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.
Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.