Enercity testet bidirektionales Laden mit 75 Fahrzeugen im Realbetrieb

Vier Menschen von enercity ambicobox und VW sonniges Foto strahlende Menschen Elektrotranspoert uim Hinter grudn LAdesäule im Vordergrund

Teilen

Der Firmenfuhrpark von Enercity wird künftig bidirektional ins Stromnetz eingebunden. Das gab der Energieversorger mit Hauptsitz in Hannover bekannt. Den Informationen zufolge werden 75 unternehmenseigene Transportfahrzeuge vom Typ Volkswagen ID. Buzz Cargo des Herstellers Volkswagen Nutzfahrzeuge in das Projekt integriert.

„Unsere ID.Buzz-Flotte kann weit mehr als emissionsfrei fahren – sie wird zu einem aktiven Bestandteil der Energiewende“, sagt Stefan Mecha, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen Nutzfahrzeuge. „Die Batterie als flexiblen Speicher zu nutzen, ist der logische nächste Schritt. Er zeigt, welches Potenzial in der Elektromobilität steckt, wenn sie intelligent in das Energiesystem integriert wird.“

Im Zentrum des Projekts steht die praktische Erprobung im gewerblichen Alltag. Die Fahrzeuge sollen nachts während planbarer Standzeiten an bidirektionale Wallboxen des Herstellers Ambibox angeschlossen werden. Über ein virtuelles Kraftwerk werden die Batteriekapazitäten dann in die Energiemärkte eingebunden. Enercity spricht von zwei Erlöspfaden: Arbitragehandel, womit die Teilnahme am Day-Ahead-Markt sowie an den Intra-Day-Märkten gemeint sein kann, und die Bereitstellung von Regelenergie. Entscheidend ist dabei, dass die Fahrzeuge zum definierten Einsatzzeitpunkt wieder vollständig geladen zur Verfügung stehen.

Enercity hatte den technischen Proof of Concept für das bidirektionale Laden bereits im Labor erbracht. Nun soll der Praxistest zeigen, ob sich das Konzept zuverlässig in den Betriebsalltag integrieren lässt und welche wirtschaftlichen Effekte tatsächlich erreichbar sind. Unter günstigen regulatorischen Rahmenbedingungen hält das Unternehmen perspektivisch sogar einen nahezu kostenneutralen Betrieb der Fahrzeugflotte für möglich. Das Projekt startete 2025 zunächst mit Vorstudien und geht jetzt in die Umsetzungsphase. Untersucht werden sollen neben den technischen Abläufen vorwiegend die Vermarktung der Flexibilität über ein virtuelles Kraftwerk sowie die real erzielbaren Kostensenkungen im Betrieb.

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Popular content

Installation, Solarmodul
Brandbrief an die Photovoltaik-Branche: Ministerin Reiches Pläne zwingen uns zum Umdenken – oder wir verlieren Markt und Akzeptanz
20 März 2026 1) Was Ministerin Reiche plant und warum das für Photovoltaik und Energiewende gefährlich ist Die politischen Rahmenbedingungen für P...