Elektrohandwerk verzeichnet weitere Rückgänge bei Photovoltaik und Batteriespeichern

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Photovoltaik bezeichnet der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) inzwischen als „früheres Wachstumsfeld“, das gleiche gilt für Batteriespeicher. Die vom Verband in seiner Frühjahrsumfrage 2026 bei 1.641 Mitgliedsunternehmen erhobenen Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr zeigen einen weiterhin abwärts weisenden Trend. Zwar waren Elektrohandwerksbetriebe nach Berechnungen des ZVEH an 72 Prozent der insgesamt 450.000 im Jahr 2025 installierten Photovoltaik-Dachanlagen beteiligt, aber Wachstum konnten sie damit nicht generieren.

Der Verband macht dafür die Bundesregierung verantwortlich: „Durch die aktuelle Energiewendepolitik von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche“, heißt es beim ZVEH, „werden Marktfelder der Zukunft beschädigt!“ Auch bei dem noch unter der Vorgängerregierung verabschiedeten Solarspitzengesetz hatte der ZVEH vor negativen Folgen insbesondere für das Eigenheim-Segment gewarnt, doch seine Kritik am Kurs der jetzigen Koalition aus Union und SPD fällt noch deutlicher aus. Das gilt auch für das Segment, bei dem ZVEH-Unternehmen zuletzt Umsatzsteigerungen verbuchen konnten, nämlich den Einbau von Wärmepumpen: Auch hier sei zu befürchten, „dass sich der kürzliche Politikwechsel negativ auswirken wird“.

Kritik am Zick-Zack-Kurs der Regierung

Der Verband sieht seine Warnungen durch die aktuellen Zahlen bestätigt: „Wir erleben seit 2023, dass die Zahlen im Photovoltaik-Bereich zurückgehen, weil die Investitionsanreize abnehmen und die Unsicherheit am Markt zunimmt“, erklärt ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser. Schon zu Jahresbeginn hätten ZVEH und Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) auf das 2025 deutlich rückläufige Ausbautempo hingewiesen und gemahnt, dass der zum Erreichen des im EEG für 2030 verankerten Ziels erforderliche Zubau von jährlich rund 20 Gigawatt in den letzten beiden Jahren deutlich unterschritten wurde. „Die Energiewende hat – das zeigen die e-handwerklichen Installationszahlen für 2025 nun Schwarz auf Weiß – dramatisch an Tempo verloren“, so Neuhäuser. Verantwortlich dafür sei nach ZVEH-Einschätzung der „Zick-Zack-Kurs“ der Bundesregierung. Der von Ministerin Reiche angedachte Stopp der Einspeisevergütung für kleine Photovoltaik-Anlagen trage „weiter dazu bei, dass der Photovoltaik-Ausbau an Fahrt verliert, weil Eigenheimbesitzer verunsichert sind“.

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Photovoltaik und Batteriespeicher sind für das Elektrohandwerk wichtig, aber kein Wachstumstreiber mehr.

Grafik: ZVEH

Die Konjunkturumfrage ergab, dass die Zahl der 2025 durch Elektrohandwerksbetriebe installierten Photovoltaik-Anlagen von 395.000 im Vorjahr auf 355.000 – also um rund zehn Prozent – gesunken ist. Dies habe vor allem Gebäude-Photovoltaik betroffen, die Zahl der vom Elektrohandwerk installierten Anlagen sank hier den Angaben zufolge von 360.000 auf 325.000 (also ebenfalls um zehn Prozent). Auch bei Batteriespeichern ergab die Auswertung einen etwa zehnprozentigen Rückgang von 260.000 auf 235.000.

Betriebe ziehen sich zurück

Parallel dazu sank auch der Anteil der ZVEH-Betriebe, die in diesen Bereichen aktiv waren, von 57,1 auf 52,1 Prozent. „Das zeigt ganz klar: Betriebe ziehen sich aus diesen Zukunftsbereichen zurück“, so Neuhäuser, und das sei problematisch, weil es bei einem erneuten Hochlauf „an Kompetenz und Manpower fehlen wird, so dass wir entscheidende Zeit verlieren, die dem Klimaschutz zugutekäme.“

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Abwärtstrend bei Photovoltaik, Aufwärtstrend bei Wärmepumpen – und ein Großteil des Elektrohandwerks befasst sich mit keinem von beidem.

Grafik: ZVEH

Deutlich positiver ist die die Entwicklung bei Wärmepumpen, wo sowohl die Installationszahlen insgesamt als auch die Zahl der Geräte, an deren Installation elektrohandwerkliche Betriebe beteiligt waren, gestiegen ist. Dass auch immer mehr Betriebe hier ein attraktives Geschäftsfeld sehen, zeige sich an dem 44,4 Prozent 2024 auf jetzt 48,0 Prozent gestiegenen Anteil derjenigen, die 2025 in diesem Bereich Leistungen erbrachten.

Zumindest keinen Rückgang, aber doch eine stagnierende Entwicklung ergab die Konjunkturumfrage im Bereich Elektromobilität. Die Zahl der installierten Ladepunkte ging 2025 gegenüber dem Vorjahr leicht von 377.000 im Jahr 2024 auf 360.000 zurück; nur bei Ultra-Schnellladestationen habe es einen Zuwachs gegeben, so der ZVEH. Als möglichen Grund für die Stagnation nennt der Verband die Diskussion um den Rückzug vom Verbrenner-Aus. Ein weiterer Grund – und dies dürfte in Kombination mit den zwischenzeitlich sehr üppigen Förderbedingungen für Wallbox-Installationen wohl der stichhaltigere sein – könnte dem ZVEH zufolge die Erwartung sein, „dass die Anschaffung von E-Fahrzeugen ab 2026 wieder staatlich gefördert werden könnte“.

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