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Mehrheit für Klimaschutz schrumpft

Das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation ergibt weiterhin eine gesellschaftliche Mehrheit für den Klimaschutz, doch sie ist im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig. Dies gilt insbesondere auch für die Zustimmung zur Energiewende – wobei die Mehrheit für einen höheren Anteil der Erneuerbaren an der Stromgewinnung weiterhin sehr groß ist.
Klimaschutzausgaben in Abhängigkeit von den Wirtschaftsaussichten; Soziales Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation (2026)
Klimaschutzausgaben in Abhängigkeit der Wirtschaftsaussichten: Sollte der Staat weniger oder mehr Geld als aktuell für Klimaschutz ausgeben? | Grafik: Soziales Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation (2026)

Die diesjährige Befragung des Sozialen Nachhaltigkeitsbarometers der Transformation, eines Projektes der Bertelsmann Stiftung und des RIFS (Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit) am Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ), hat erneut ergeben, dass Klimawandel und Klimaschutz für die Deutschen eine enorme Bedeutung haben. 54 Prozent der Befragten fordern demnach mehr staatliche Investitionen in Klimaschutz, rund 56 Prozent wollen weitere Maßnahmen in der Energie-, Verkehrs- und Wärmewende. Allerdings sei „die Besorgnis über den Klimawandel gesunken und auch die Zustimmung zu vielen Bereichen der Nachhaltigkeitstransformation wird brüchiger“.

Vor fünf Jahren ergab das Nachhaltigkeitsbarometer noch 69 Prozent Zustimmung zur Energiewende, vor drei Jahren waren es 65 Prozent. Inzwischen ist dieser Wert auf 60 Prozent gesunken. Allerdings sprechen sich 78 Prozent der Befragten für einen höheren Anteil erneuerbarer Energien an der Stromgewinnung aus.

Möglicherweise hat dieser Widerspruch seinen Grund auch darin, dass sich viele Menschen nicht gut informiert fühlen: 56 Prozent der Befragten gaben an, die Energiewende-Politik sei tendenziell unverständlich, 63 Prozent empfinden sie als bürgerfern. 55 Prozent erklärten, ihnen fehle das Vertrauen, dass die Bundesregierung bei der Gestaltung des nachhaltigen Wandels im Interesse der Allgemeinheit handele.

Keine grundsätzliche Ablehnung

Eine grundsätzliche Ablehnung von Klimaschutz-Maßnahmen ist jedenfalls selten: 52 Prozent werten Klimaschutz und Wirtschaftswachstum als relativ gleichrangige Ziele, und 44 Prozent sehen Investitionen in Klimaschutz als Chance für die Wirtschaft. Sehr viel weniger – 23 Prozent – sehen diesen Zusammenhang nicht. Gleichzeitig haben aber 53 Prozent Sorgen wegen möglicher Auswirkungen des Klimaschutzes auf ihre persönliche finanzielle Situation, und 39 Prozent fürchten vor dem Hintergrund der aktuellen Klimapolitik gesamtwirtschaftliche Wohlstandsverluste.

Geteilt sind die Meinungen dazu, ob die Entscheidung für eigenen Aktivitäten in Sachen Klimaschutz jedem Einzelnen überlassen bleiben sollten: 47 Prozent stimmen dem gar nicht oder eher nicht zu, 29 Prozent stimmen voll und ganz oder eher zu, 22 Prozent votieren für „teils/teils“. Groß sind aber die Mehrheiten, die öffentliche Infrastruktur wie zum Beispiel Personennahverkehr, klare Preissignale oder gesetzliche Vorschriften als Voraussetzung dafür betrachten, dass die Einzelnen genug für den. Klimaschutz tun können.

Förderung wird als nötig erachtet

Sehr viele Menschen sehen in ihrem eigenen Wirkungsbereich denn auch weiterhin Bedarf für Fördermaßnahmen: 79 Prozent halten den Umstieg privater Haushalte auf klimafreundliche Technologien ohne staatliche Unterstützung für nicht machbar. Von denjenigen, für die ein klimaneutrales Heizsystem wie eine Wärmepumpe nicht infrage kommt, nennen 41 Prozent finanzielle Gründe als Hindernis. Für 52 Prozent gilt dies bei der energetischen Gebäudesanierung. 26 Prozent sehen keine Möglichkeit, sich künftig umweltfreundlicher fortzubewegen.

Die Akzeptanz von Klimaschutzmaßnahmen hänge auch davon ab, dass sie „als praktisch umsetzbar, wirtschaftlich sinnvoll und gerecht“ wahrgenommen werden“, sagt Anne Meisiek, Studienautorin der Bertelsmann Stiftung: „Daher brauchen wir eine Klimapolitik, die bezahlbare Alternativen, verlässliche Infrastruktur und Versorgungssicherheit bietet, gezielt fördert sowie die Lasten fair verteilt.“

Das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation basiert auf Vorarbeiten der Jahre 2021-2023 und ist als Panelstudie angelegt, bei der wiederholt dieselben Personen befragt werden. Für die diesjährige, von Forsa durchgeführte Online-Erhebung wurden im März und April 6.566 Personen befragt.

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Kommentare

Gruenstrom
2 Stunden

Groß sind aber die Mehrheiten, die öffentliche Infrastruktur wie zum Beispiel Personennahverkehr, klare Preissignale oder gesetzliche Vorschriften als Voraussetzung dafür betrachten, dass die Einzelnen genug für den. Klimaschutz tun können.

Ich glaube die Fragen sollten mit Einkommen und Stadt-Landbewohner verknüpft und ausgewertet werden.
Es ist doch bekannt die Leute mit hohen Einkommen und Beamte etc… ein völlig andere Vorstellung der wirtschaftlichen Lage haben.

Und reiche Leute mit WP, E-Auto und Eigenheim, die Leute vorderen den CO2 Preis zu erhöhen.