See all

Sonnenfinsternis lässt Strompreise am Mittwochabend auf bis zu 46,1 Cent pro Kilowattstunde steigen

Die Übertragungsnetzbetreiber erwarten wenig Auswirkungen auf die Stromnetze durch die partielle Sonnenfinsternis, die am Mittwochabend in Europa stattfindet. Die Day-ahead-Preise in Deutschland steigen in dieser Zeit aber stark an.
Day-ahead-Strompreise am 12. August 2026
Von 19.45 bis 20.00 Uhr liegt der Day-ahead-Preis am Mittwoch bei 461,17 Euro pro Megawattstunde, also 46,1 Cent pro Kilowattstunde. | Quelle: EPEX Spot

Am frühen Mittwochabend wird in Deutschland die einzige partielle Sonnenfinsternis in diesem Jahr zu erleben sein. Die Übertragungsnetzbetreiber teilten bereits mit, dass sie keine größeren Auswirkungen deswegen erwarten. Anders sieht es am Day-ahead-Strommarkt aus, wie Montel mit Blick auf die am heutigen Dienstag festgelegten Preise berichtet.

Für die Stunden von 19 bis 20 Uhr und 20 bis 21 Uhr gibt es demnach Preise von jeweils rund 300 Euro pro Megawattstunde – dies sind rund 122 beziehungsweise 101 Euro pro Megawattstunde mehr als am Vortag. Dabei gibt es in einzelnen Viertelstunden noch deutliche Ausschläge nach oben. Von 19.45 bis 20.00 Uhr liegt der Preis bei 461,17 Euro pro Megawattstunde, also 46,1 Cent pro Kilowattstunde. Von 20.00 bis 20.15 Uhr sind es 402,50 Euro pro Megawattstunde. In beiden Viertelstunden wird der Day-ahead-Preis damit mehr als doppelt so hoch wie am Vortag liegen.

Nach Einschätzung von Montel kommen diese hohen Preisausschläge für den Markt überraschend. Noch am Dienstagvormittag lagen die Preissignale an der EXAA für beide Viertelstunden deutlich niedriger – bei um die 300 Euro pro Megawattstunde.

Der Höhepunkt der Sonnenfinsternis in Deutschland wird gegen 19:30 Uhr erwartet. Dann wird die Photovoltaik-Erzeugung für kurze Zeit um ein bis zwei Gigawatt zurückgehen. Allerdings trifft dieser Rückgang auf eine angespannte Situation im europäischen Stromsystem, in dem aufgrund von Hitze und Trockenheit ein teilweise knappes Verhältnis von Angebot und Nachfrage herrscht. Damit steht weniger Flexibilität als in normalen Sommern zur Verfügung, um kurzfristige Schwankungen im Stromnetz auszugleichen.

„Anders als etwa eine Wolkenfront ist eine Sonnenfinsternis sehr genau vorhersehbar“, sagt Vincent Thevenin, Energiemarktexperte für Deutschland bei Montel Analytics. „Netzbetreiber und Marktteilnehmer können sich deshalb gut darauf einstellen. Die Day-ahead-Preise zeigen aber bereits einen deutlichen Effekt. Bemerkenswert ist vor allem, wie stark einzelne Viertelstunden rund um das Ereignis reagieren.“

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: [email protected].

Kommentare