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Neue Photovoltaik-Anlagen, Windräder und Wärmepumpen könnten EU-Erdgasbedarf bis 2030 um ein Viertel senken

Nach Berechnungen des Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) hat die EU ihren Erdgasbedarf von 2021 bis 2024 um 20 Prozent reduziert – vor allem durch den Erneuerbare-Energien- und Wärmepumpen-Zubau sowie durch Einsparmaßnahmen. Werden die EU-Zubauziele für 2030 erreicht, sinkt die Abhängigkeit von LNG-Importen etwa aus Katar stark.
Die EU hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 jährlich 75 Gigawatt Photovoltaik-Leistung und 22 Gigawatt Windenergie-Leistung zu installieren. | Image: Vattenfall

Der Erneuerbaren-Ausbau macht Staaten resilienter, weil die Abhängigkeit von Importen fossiler Energieträger sinkt. In welchem Maße das in der EU möglich ist, hat das Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA)  mit Hauptsitz in den USA jetzt untersucht.

Danach hat die EU ihren Gasbedarf zwischen 2021 und 2024 um 20 Prozent reduziert, so IEEFA-Analystin Ana Maria Jaller-Makarewicz. Als Gründe dafür nennt sie vor allem den Photovoltaik- und Windenergie-Ausbau sowie die Installation von Wärmepumpen. In diesem Zeitraum installierten die EU-Staaten 146 Gigawatt Photovoltaik-Leistung, 43 Gigawatt Windenergie-Leistung und 7,6 Millionen Wärmepumpen.

LNG-Importe fast verdoppelt

Dennoch nahm der Import von Flüssigerdgas (LNG) in die EU von 2021 bis 2025 in Folge des russischen Überfalls der Ukraine um 84 Prozent zu. Mit dem Iran-Krieg entsteht damit nach Einschätzung des IEEFA ein großes Versorgungsrisiko. Das zeigten etwa die jüngsten Schäden an Exportanlagen in Katar, einem wichtigen LNG-Lieferanten für Europa.

Mit dem konsequenten Erneuerbaren-Ausbau lässt sich dieses Risiko signifikant senken, so der Think-Tank. Werden die EU-Zubauziele von jährlich 75 Gigawatt Photovoltaik-Leistung, 22 Gigawatt Windenergie-Leistung und vier Millionen Wärmepumpen erreicht, geht der Erdgas-Bedarf bis Ende 2030 um ein Viertel gegenüber heute zurück. Das entspricht der doppelte Menge an LNG, die die EU bis 2030 aus Katar importieren könnte.

Ende Mai hatte der Branchenverband Solarpower Europe eine Berechnung mit ähnlicher Stoßrichtung vorgelegt: Die Experten des Verbandes haben ermittelt, dass die europäischen Photovoltaik-Anlagen vom Beginn des Iran-Krieges Anfang März bis Mitte Mai Gasimporte im Wert von zehn Milliarden Euro vermieden haben. Im März betrug die rechnerische Ersparnis im Durchschnitt etwa 110 Millionen Euro pro Tag.

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