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Von mehr als 50 auf knapp 10 Gigawatt: Die Ukraine braucht nicht ihr altes Energiesystem zurück

Sechs Luftalarme am ersten Tag, Notstromaggregate an fast jeder Straßenecke und Gespräche über den schnellen Wiederaufbau einer massiv beschädigten Energieinfrastruktur: Meine Reise nach Kyjiw und Lwiw hat mir gezeigt, warum dezentrale Photovoltaik und Speicher für die Ukraine weit mehr sind als Klimaschutztechnologien. Sie sind ein Teil der Sicherheitsarchitektur des Landes. Und sie zeigen, warum deutsche Photovoltaik-Unternehmen sich heute mit der Ukraine beschäftigen sollten.
Felix Bräuer begleitete Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) auf seiner Reise in die Ukraine im August 2026.
Felix Bräuer begleitete Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) auf seiner Reise in die Ukraine im August 2026. | Foto: Felix Bräuer

Wenn ein Zug wegen Luftalarm zum Stehen kommt und man sich plötzlich fragt, wie sicher die kommenden Stunden sein werden, bekommt vieles, worüber wir in Deutschland sehr abstrakt diskutieren, eine andere Bedeutung.

Vom 18. bis 20. August 2026 war ich Teil einer deutschen Green-Tech-Wirtschaftsdelegation nach Kyjiw und Lwiw. Die Delegation wurde von Bundesumweltminister Carsten Schneider und dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesbauministerium, Sören Bartol, angeführt. Für den BSW-Solar nahmen Präsident Jörg Ebel, der zugleich IBC Solar vertrat, Olga Kovalchuk von Goldbeck Solar und ich für PMT teil. Wir trafen Vertreter der ukrainischen Regierung, Kommunen, Unternehmen und Projektpartner. Bereits am ersten Tag gab es sechs Luftalarme.

Was mir von diesen drei Tagen besonders geblieben ist, sind nicht einzelne Termine. Es ist die Gleichzeitigkeit von Krieg und Zukunft. Auf der einen Seite stehen Luftalarm, zerstörte Infrastruktur und Menschen, für die Unsicherheit zum Alltag geworden ist. Auf der anderen Seite werden Investitionen, neue Projekte und die Energieversorgung der kommenden Jahrzehnte geplant. Die Ukraine wartet nicht auf das Ende des Krieges, um mit dem Wiederaufbau zu beginnen. Sie baut bereits heute.

Von mehr als 50 Gigawatt auf knapp 10 Gigawatt

Besonders eindrücklich war das Gespräch mit Denys Schmyhal, dem Ersten Vizepremierminister und Energieminister der Ukraine. Der frühere Verteidigungsminister schilderte die Dimension der Zerstörung mit einer Zahl, die hängen bleibt: Vor dem großflächigen Angriffskrieg verfügte das Land über mehr als 50 Gigawatt Erzeugungsleistung. Nach den massiven Angriffen auf die Energieinfrastruktur seien im vergangenen Winter zeitweise nur noch knapp 10 Gigawatt verfügbar gewesen. Zerstörte oder beschädigte Anlagen, besetzte Standorte und unterbrochene Netze haben innerhalb kurzer Zeit eine Lücke von gigantischem Ausmaß gerissen.

Ukraine Energieminister Denys Shmyhal und Felix Bräuer
Auf der Reise traf Felix Bräuer (rechts) auch Ukraines Energieminister Denys Shmyhal. | Foto: Felix Bräuer

Solche Zahlen wirken technisch, bis man durch die Straßen geht. Nach Angriffen und besonders in der kalten Jahreszeit laufen Notstromaggregate teilweise ununterbrochen. Sie stehen vor Geschäften, Wohnhäusern, Restaurants und Einrichtungen, an manchen Orten gefühlt an jeder Straßenecke. Sie sichern Strom, Licht, Kommunikation und Wärme. Gleichzeitig sind sie laut, verbrennen Diesel und belasten die Menschen mit Abgasen. Einige Gesprächspartner beschrieben uns den dauerhaften Lärm und Gestank als psychisch fast noch zermürbender als die ständigen Luftalarme, gerade weil dieser Stress über Stunden und Tage nicht endet.

Das strategische Ziel der Ukraine ist deshalb nicht klein. Das Land will möglichst schnell wieder auf mehr als 50 Gigawatt kommen, aber mit einer anderen Struktur. Im Gespräch mit dem Energieministerium wurde ein Zielbild mit rund 30 Prozent erneuerbaren Energien, wasserstofffähigen Gaskraftwerken und Kernenergie skizziert. Die Kohleinfrastruktur soll dagegen nicht in nennenswertem Umfang wieder aufgebaut werden. Man muss aus deutscher Perspektive nicht jede einzelne Säule gleich bewerten, um die zentrale Botschaft zu verstehen: Es geht nicht um eine Kopie des alten Systems, sondern um Geschwindigkeit, Widerstandsfähigkeit und größere Unabhängigkeit.

Resilienz ist keine theoretische Debatte

Genau deshalb sehe ich dezentrale Photovoltaik und Batteriespeicher nach dieser Reise noch einmal anders. Wir sprechen in Deutschland häufig über Wirtschaftlichkeit, Netzintegration oder Stromgestehungskosten. In der Ukraine kommt eine weitere Dimension hinzu: Widerstandsfähigkeit.

Wenn Strom an vielen Orten erzeugt und gespeichert werden kann, hängt ein Energiesystem weniger von einzelnen großen Anlagen und langen Übertragungswegen ab. Eine Photovoltaik-Anlage mit Speicher auf einem Krankenhaus, einem Wasserwerk, einer Schule oder einem Unternehmen ersetzt kein nationales Stromsystem. Sie kann aber dafür sorgen, dass lebenswichtige Funktionen trotz eines Netzausfalls weiterlaufen. Jede dezentrale Anlage ist damit nicht nur ein Energieprojekt, sondern ein kleiner Baustein nationaler Resilienz.

Wie ernst die Ukraine diesen Weg bereits verfolgt, zeigen aktuelle Marktdaten. Photovoltaik ist dort bereits eine Erfolgsgeschichte und trägt knapp zehn Prozent zur Stromerzeugung bei. Nach dem „European Battery Market Outlook 2026-2030“ von Solarpower Europe installierte das Land 2025 zudem rund 2,9 Gigawattstunden Batteriespeicher. Das war fast fünfmal so viel wie im Jahr davor und bedeutete hinter Deutschland, Großbritannien und Italien Platz vier unter den europäischen Speichermärkten. Mehr als 60 Prozent des Zubaus entfielen auf dezentrale Lösungen für Haushalte, Unternehmen, Schulen, Krankenhäuser, Wasserbetriebe und weitere kritische Infrastruktur. Knapp ein Drittel kam aus Großspeichern, die Flexibilität und Systemdienstleistungen bereitstellen.

Oleksandr Kravchenko (ukrainischen Minister für Wirtschaft und Umwelt), Felix Bräuer CEO PMT
Felix Bräuer traf Oleksandr Kravchenko, den ukrainischen Minister für Wirtschaft und Umwelt auf der Reise. | Foto: Felix Bräuer

Diese Zahlen erzählen keine gewöhnliche Wachstumsgeschichte. In vielen europäischen Ländern wird ein Speicher vor allem gekauft, um Eigenverbrauch und Stromkosten zu optimieren. In der Ukraine wird er gekauft, damit das Licht anbleibt. Der oft verwendete Begriff der Friedensenergien hat für mich dort eine sehr konkrete Bedeutung bekommen. Es geht um Energieunabhängigkeit, Versorgungssicherheit und darum, kritische Infrastruktur weniger verwundbar zu machen.

Nicht einfach deutsche Technik exportieren

Der Bedarf ist enorm, aber daraus entsteht nicht automatisch ein Markt für deutsche Produkte. Beim deutsch-ukrainischen Green-Tech Investment Round Table haben wir über Investitionen, Finanzierung und konkrete Projekte gesprochen. Dabei wurde sehr deutlich: Technologie allein reicht nicht. Wer in der Ukraine langfristig erfolgreich sein möchte, muss zuerst zuhören.

Welche Lösungen werden tatsächlich benötigt? Welche lokalen Partner können Planung, Montage und Service übernehmen? Wie funktionieren Ausschreibungen und Finanzierung? Welche Anforderungen entstehen durch Schneelasten, beschädigte Netze, knappe Ressourcen und die Sicherheitslage? Gerade bei einem so großen Wiederaufbaubedarf wäre es falsch, zuerst über Absatzpotenziale zu sprechen. Die bessere Frage lautet: Wo können deutsche Erfahrung und Technologie gemeinsam mit ukrainischen Partnern einen belastbaren Mehrwert schaffen?

Auch die Risiken dürfen wir nicht kleinreden. Der Bund stellt jedoch weiterhin Exportkreditgarantien und Investitionsgarantien bereit. Für kurzfristige Liefergeschäfte gibt es zudem die spezielle Ukraine-Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung. Über Deckungen wird im Einzelfall entschieden. Diese Instrumente ersetzen weder eine sorgfältige Prüfung noch starke lokale Partner, sie können aber helfen, aus Interesse finanzierbare Projekte zu machen.

Diese Bilder lassen mich nicht los

Ich bin in Deutschland im Frieden aufgewachsen. Bis zu dieser Reise war ich noch nie in einem Land, in dem Krieg herrscht. Der Besuch des Rehabilitationszentrums des „UNBROKEN“-Projekts in Lwiw war deshalb einer der bewegendsten Momente meines Lebens. Hunderte Menschen zu sehen, die Arme oder Beine verloren haben und mit diesen Verletzungen für den Rest ihres Lebens umgehen müssen, hat mich tief getroffen.

Noch stärker beeindruckt hat mich, wie sich diese Menschen nicht niederschmettern lassen. Sie kämpfen sich zurück in ihr Leben, machen weiter und begegnen ihrem Schicksal mit einer Stärke und Resilienz, die nur schwer in Worte zu fassen sind. Ich empfand dabei tiefes Mitgefühl, aber vor allem großen Respekt. Denn hinter jeder Verletzung steht ein Mensch, dessen Leben durch diesen Krieg für immer verändert wurde.

Ebenso wenig lassen mich die Tausenden Bilder der gefallenen Soldaten los, die überall in den Städten zu sehen sind. Jedes einzelne Foto zeigt ein Gesicht, ein Leben, eine Familie und Angehörige, die mit diesem Verlust weiterleben müssen. Diese Bilder haben mich während der Reise begleitet und beschäftigen mich bis heute.

Dieser Krieg ist keine abstrakte geopolitische Auseinandersetzung. Er zerstört Körper, Familien und ganze Lebenswege. Jeder einzelne Tote und jeder verletzte Mensch ist einer zu viel. Dieser sinnlose Krieg muss enden.

Die Solarbranche sollte jetzt Beziehungen aufbauen

Meine wichtigste Schlussfolgerung für deutsche Solarunternehmen ist deshalb klar: Wir sollten uns jetzt strukturiert mit der Ukraine beschäftigen und nicht erst dann, wenn der Wiederaufbau als vermeintlich sicherer neuer Markt in den Ausschreibungsportalen erscheint. Partnerschaften, Marktkenntnis und Vertrauen entstehen nicht mit der ersten Bestellung.

Es geht dabei um mehr als Geschäft. Der Wiederaufbau der ukrainischen Energieversorgung ist eine europäische Aufgabe. Jede widerstandsfähige Kommune, jedes unabhängigere Unternehmen und jede besser geschützte kritische Infrastruktur stärken nicht nur die Ukraine, sondern auch Europa.

Die Reise hat mir gezeigt, wie groß der Bedarf an neuer Infrastruktur ist. Noch stärker beeindruckt hat mich der Wille der Menschen, Unternehmen und Institutionen, diese Zukunft schon heute zu gestalten. Für unsere Branche liegt darin eine große Verantwortung und eine große Chance: nicht das alte Energiesystem wieder aufzubauen, sondern gemeinsam ein dezentraleres, unabhängigeres und resilienteres zu schaffen.

Vielleicht sollten wir die Frage aber auch einmal umdrehen: Was kann Deutschland von der Ukraine lernen? Natürlich brauchen wir ein günstiges und wirtschaftliches Energiesystem. Erneuerbare Energien bieten dafür die entscheidende Grundlage. Aber der Preis einer Kilowattstunde darf nicht das einzige Kriterium sein. Ein zukunftsfähiges Energiesystem muss auch sicher, widerstandsfähig und im Krisenfall weiter handlungsfähig sein.

Der überzeugendste Weg dorthin ist ein zellulares Energiesystem. Viele lokale Energiezellen und Energieinseln erzeugen und speichern Strom dort, wo er gebraucht wird. Im Normalbetrieb sind sie zu einem leistungsfähigen Gesamtnetz verbunden. Bei einem Ausfall können sie sich jedoch abkoppeln und wichtige Verbraucher eigenständig weiter versorgen. Genau diese Verbindung aus einem starken Netz und dezentraler Eigenständigkeit schafft echte Resilienz.

Die Energiewende ist deshalb mehr als Klimaschutz und günstiger Strom. Sie ist auch Sicherheits- und Infrastrukturpolitik – und sie kann zu einer Friedensenergie werden. Denn wer Energie dezentral, sauber und unabhängig erzeugt, verringert Abhängigkeiten, entschärft geopolitische Konflikte und schafft die Grundlage für stabile Partnerschaften. Lasst uns als Solarbranche nicht nur Anlagen installieren, sondern dieses neue Energiesystem bauen: für die Ukraine, für Deutschland und für eine Welt, die ihre Energieversorgung sauberer, unabhängiger, friedlicher und sicherer machen muss.

— Der Autor Felix Bräuer ist CEO von PMT – Premium Mounting Technologies, Linkedin Top Voice und nahm im August 2026 an der deutschen Green-Tech-Wirtschaftsdelegation nach Kyjiw und Lwiw teil.

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Kommentare

daniel-1446
3 Stunden

Interessanter und wichtiger Beitrag. Danke dafür.

Der Hinweis auf eine dezentrale Energieversorgung ist für die Ukraine von großer Bedeutung und hätte meines Erachtens bereits seit 2014 wesentlich konsequenter verfolgt werden müssen.

Den Aspekt Photovoltaik hatte ich auch in einem Beitrag zum künftigen Wiederaufbau der Ukraine aufgegriffen, den ich im Juli 2025 auf Anfrage einer schweizerisch-ukrainischen Kanzlei verfasst habe:
„Reconstruction Ukraine – More Than Just New Walls“
http://www.lighthouse-legal.eu/reconstruction-ukraine-more-than-just-new-walls/

Mein eigener Bezug zur Ukraine ist dabei vielleicht erwähnenswert: Ich habe 24 Jahre dort gelebt (bis in die zweite Kriegswoche hinein) und war u.a. als Unternehmensberater dort tätig.

MMB
3 Stunden

Vielen Dank für den tollen Einblick in dieses sehr bewegende Thema.

bueblars
12 Stunden

Hallo , und danke für die „Gedankenbrücke“ , ich war selber mal Inselanlagen Betreiber vor 25 Jahren , das tut aber nun nix zur Sache , wollte es nur erwähnen … Natürlich ist eine Zentale Lösung eigentlich anstrebbar , so auch die Idee damals von Desertec , oder die Supergrid Idea https://euractiv.com/de/news/die-vision-vom-super-grid/ mit Vernetzung bis in die Wüste der Sahara , klar ist das stabile Stromnetz mit Norwegen und deren Wasserkraft Potenzial auch als Speicher für ganz Europa attraktiv , natürlich sind zb Gaspiplines auch eine Vernetzung , auch wenn ich sie nicht mag im Moment, der bessere Weg als auf Frachtern durch die Weltmeere geschippert , ….. aber gut , Mensch hatte gedacht es gibt keinen Krieg in Europa mehr , jedoch sind Gaspiplines und wohl auch Stromnetze recht einfach ausser Kraft zu setzen , wie es 2022 in der Ostsee passierte …. Bleibt zu hoffen das solche Aktionen weiterhin die Seltenheit bleiben , aber sicherluich sin Grosse Netze bzw Anlagen mehr verwundbar wie viele kleine dezentrale Einheiten , auch wenn es teurer kommt , wohl abe nicht jezt schon sich dezentral als Dorf , Gemeinde sich aurtark auftzusellen , Eine Stromversorgung dezentral zu liefern an Gemeinden in der Ukraine , wäre wohl sehr humatäre Hilfe und teil eines Konzeptes für die Zukunft , nicht nur über Panzer sprechen

bri3gel
23 Stunden

Ich kann nur jedem Unternehmer raten mit Vorsicht Geschäfte mit ukrainischen Firmen durchzuführen. Das Land trotzt nur so vor Korruption. Der Schmuggel mit Waren für Energie über Polen floriert bei dem eigentlich gewerbliche Transaktionen unter dem Deckmantel von Privatleuten über die Grenze geschafft werden, um die Einfuhrumsatzsteuer nicht zu entrichten. Ich könnte noch weitere Beispiele nehmen, aber ich belasse es dabei. Fragen Sie bei Dienstleistern im Import in den Niederlanden und bei etlichen Speditionen auch in Deutschland nach, die vorher für die Ukraine gearbeitet haben. Den Stress geben sich die wenigstens Firmen noch. Was die Urkainer liebend gern machen, ist die Hilfen der EU direkt für den Einkauf in China zu nutzen. Es bringt nichts aus meiner Sicht als deutsche Firma sich dort einzulassen. Wenn überhaupt würde ich derartige Geschäfte nur abschließen, wenn die Bundesrepublik Deutschland als Bürge einspringt. Die ukrainische Firmen können Deutsche relativ einfach vor deutschen Gerichten belangen, aber umgekehrt ist es fast unmöglich an sein Geld zu kommen.

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f.braeuer
22 Stunden

Vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen teilen. Solche Fälle mag es durchaus geben, es gibt aber auch positive Beispiele. Auf meiner Reise habe ich mit vielen Unternehmern gesprochen, deren Geschäfte regulär laufen.

Für bestimmte Projekte, beispielsweise mit der Europäischen Zentralbank, tritt nach meinem Kenntnisstand auch die Bundesrepublik Deutschland als Bürge ein.

Vernetzen Sie sich gerne mit mir auf LinkedIn. Dort kann ich Ihnen gegebenenfalls passende Ansprechpartner vermitteln. https://www.linkedin.com/in/felix-br%C3%A4uer-energiewende/

gernot
23 Stunden

Danke für den Artikel und inhaltlich ist er völlig richtig. Erneuerbare bedeuten Resilienz.

Historisch gab es einen Kraftwerkspark von 50-70 Großkraftwerken. Werden ca. 20 erfolgreich angegriffen, bricht das Stromnetz zusammen. Wir haben heute 31.000 WKA (onshore und offshore). Die ca. 120 GW PV-Leistung verteilt sich auf ca. 5 Mio. PV-Anlagen. Viel Spaß beim Versuch, nennenswert EE-Kapazität zu zerstören.

Natürlich ist das nicht der einzige Angriffsvektor, sondern auch Netzleitungen, Umspannwerke usw. können angegriffen werden. Aber wir haben im Höchstspannungsnetz über 300 Umspannwerke, in den Netzebenen darunter Tausende. Auch das ist schwerer anzugreifen als Großkraftwerke. Und beim Angriffsvektor Stromerzeugung entfalten EE eben eine Art natürliche Resilienz. Nicht unwichtig in Zeiten zunehmender hybrider Kriegsführung gegen Deutschland.