Kleine Photovoltaik-Anlagen: Agora macht Vorschläge für Ausstieg aus der Vergütung
Der Berliner Thinktank Agora Energiewende hat in einer Analyse die Überführung der typischen privaten Photovoltaik-Aufdachanlage in den Markt untersucht. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat hierfür im Auftrag von Agora die Investitionskosten für Photovoltaik-Anlage und Batteriespeicher, die Einnahmen sowie die verbleibenden Stromkosten über 20 Jahre in jährliche Kosten umgerechnet. Auf dieser Grundlage betrachtet die Analyse die Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu einem Haushalt ohne Photovoltaik-/Batteriesystem. Hintergrund sind die Pläne des Bundewirtschaftsministeriums, bei der anstehenden EEG-Novelle die feste Einspeisevergütung für Anlagen bis 25 Kilowatt abzuschaffen und diese Anlagen stattdessen in die Direktvermarktung zu überführen.
Der Analyse zufolge könne die EEG-Novelle genutzt werden, „um die Marktintegration kleiner Photovoltaik-Dachanlagen gut vorzubereiten. Wichtig dafür ist, den zweiten Schritt nicht vor dem ersten zu machen: Erst mal müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, dann können sich wirtschaftlich attraktive Angebote bilden.“ Genau dies sei aber derzeit nicht der Fall, insbesondere weil die Dienstleistungskosten für die Direktvermarktung mit derzeit rund 140 Euro jährlich noch zu hoch seien. Sie müssten auf unter 50 Euro sinken. Hierfür brauche es unter anderem standardisierte digitale Schnittstellen zwischen Anlagen und Strommarkt sowie den flächendeckenden Ausbau von Smart Metern. Nötig seien deshalb auch klare Umsetzungsfristen für Netzbetreiber.
Vier Jahre Übergang
Die Pläne für den EEG-Gesetzentwurf sähen zwar einen Übergangszeitraum von zwei Jahren vor, in denen kleine Dachanlagen statt einer festen Einspeisevergütung den durchschnittlichen Marktwert eines Jahres für Solarstrom erhalten – analog der aktuellen Regelung für Anlagen, deren 20-jähriger Vergütungszeitraum endet. Diese Frist sei aber hinsichtlich der erforderlichen Kostenreduktion „zu knapp bemessen, um eine attraktive Direktvermarktung in der Breite zu schaffen“, so Julia Bläsius, Direktorin von Agora Energiewende Deutschland. Mit einer Frist von vier Jahren hingegen lasse sich ein Markteinbruch in dem Segment, dass derzeit 30 Prozent der deutschlandweit installierten Photovoltaik-Leistung ausmache, verhindern.
Mehrkosten bis 333 Euro jährlich
Ein solcher Markteinbruch würde bei Umsetzung der Regierungspläne in der bislang bekannten Form hingegen drohen, weil insbesondere für Haushalte mit vergleichsweise geringem Stromverbrauch – ohne Elektroauto und Wärmepumpe – der Betrieb eines Photovoltaik-/Batteriesystems schlicht unrentabel wäre. In der Direktvermarktung lägen die jährlichen Energiekosten eines Vier-Personen-Haushalts demnach höher als für einen Vergleichshaushalt ohne Photovoltaik. In der alternativ vorgesehenen Nulleinspeisungs-Variante wären die jährlichen Kosten bis zu 333 Euro höher als unter „Status quo“-Bedingungen, also mit Einspeisevergütung. Auch mit Nutzung dynamischer Stromtarife ergäbe sich ein wirtschaftlicher Nachteil. Allerdings sind der Analyse zufolge auch unter aktuellen Bedingungen solche Anlagen ökonomisch grenzwertig. „Gerade in Haushalten der unteren Einkommensklassen“, so die Schlussfolgerung von Agora, „käme der Ausbau von Photovoltaik-Dachanlagen vermutlich ganz zum Erliegen.“
Bei Haushalten mit Elektroauto und Wärmepumpe hingegen wäre es zwar so, dass ein Photovoltaik-/Batteriesystem gegenüber einem Haushalt ohne Photovoltaik in jedem Fall einen Vorteil hätte. Dieser wäre aber eben deutlich geringer. Bei Nulleinspeisung stiegen die jährlichen energiekosten demnach gegenüber Status-quo-Bedingungen um 281 Euro.

Agora zufolge sei deshalb „ein stärkerer Fokus auf einkommensschwache Haushalte erforderlich, damit auch diese ihre Energiekosten senken können“ – etwa in Form sozialer Leasingangebote für Wärmepumpen und Elektroautos oder gezielter Förderprogramme.
Nur marginale Entlastung für das EEG-Konto
Auf der anderen Seite brächte eine Umsetzung der EEG-Pläne des Wirtschaftsministeriums nur sehr geringe Entlastungen für den Bundeshaushalt beziehungsweise das EEG-Konto. Agora rechnet mit rund 160 Millionen zusätzlichen Kosten für Neuanlagen im Jahr 2030, wenn seine Vorschläge zur Verlängerung der fixen Einspeisevergütung um weitere vier Jahre umgesetzt würden. Heute hingegen koste die Förderung aller Photovoltaik-Anlagen jährlich rund 8 Milliarden Euro in, der Großteil davon für ältere Anlagen. Diese Ausgaben sinken demnach ab Anfang des kommenden Jahrzehnts auf etwa 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2035, weil die hoch vergüteten Altanlagen nach und nach ihre Ansprüche verlieren.
Der Thinktank plädiert auch für eine „Fallback-Option“, falls die Direktvermarktung die Wirtschaftlichkeitsschwelle in der Übergangszeit nicht erreicht. Es könnten dann „die Netzbetreiber in die Pflicht genommen werden, den Strom zum aktuellen Börsenstrompreis zu vermarkten und diesen an die Anlagenbetreibenden weiterzureichen, abzüglich einer geringen Gebühr.“

Die Analyse „Vom Hausdach in den Strommarkt – Wirtschaftlichkeit und Marktintegration von PV-Kleinanlagen“ steht zum kostenlosen Download bereit.
In der aktuellen pv magazine Ausgabe und online (pv+-Inhalt) finden Sie anhand von zwei Beispielen Berechnungen, was man in Abhängigkeit von der Größe der Photovoltaik-Anlage und des Batteriespeichers mit der Direktvermarktung an der Börse erlösen kann.
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Die Lösung ist recht einfach. Der Stromversorger kauft den überzähligen PV Strom auf. Schließlich hat nur er ein vitales Interesse an einem Einspeise- und Liefervertrag.
Diese Grafiken laufen Gefahr, fehlinterpretiert zu werden. Dargestellt sind die Kosten auf dem „EEG-Konto“. Wer keine EEG-Vergütung mehr erhält, der wird für eingespeisten Strom anderweitig einen Erlös erzielen durch Direktvermarktung, marktübliche Vergütung o.ä..
Diese alternativen Erlöse „belasten“ ja ebenfalls die Gesellschaft. Ich kann hier keine Zahlen präsentieren, aber ich vermute, dass sich das am Ende nicht mehr viel tut. Vielleicht findet sich jemand, der das mal in diesem Sinne abschätzt.
Anders formuliert: Die Betreiber erhalten ja die EEG-Vergütung nicht einfach so, sondern sie liefern dafür Strom für die Allgemeinheit, der sonst an andere Stelle gekauft und bezahlt werden müsste.
Stefan Berger
Gewinnwarnung!
Dieses zauberhafte Wort ist für gewöhnlich im Kapitalismus verortet , und bedeutet witzigerweise nicht : Wir warnen vor einem Quartalsgewinn , da wir bisher regelmäßig Quartalsverluste verbucht haben !
Bedeutung : Der Gewinn wird voraussichtlich deutlich geringer ausfallen als erwartet.
Eine politische Gewinnwarnung wird selten ausgesprochen, aber ich finde das Wirtschaftsministerium hat zumindest real die Vorraussetzungen für eine massive politische Gewinnwarnung erfüllt.
Der Ausbau der fossilen Energienutzung wird zukünftig immer weniger Sinn und Gewinn machen.
Selbst wenn die Klimaerwärmung keinen kausalen Zusammenhang mit dem C02-Austoss in die Atmosphäre hätte , die erstaunliche Erwärmung der Landmasse Europa dürfte niemand mehr anzweifeln.
Gebäude müssen zukünftig so gebaut werden, dass Sie extremwerte der Außentemperatur nicht in das Gebäudeinnere abgeben, und zwar möglichst kostengünstig.
Da werden sicher neue Bezeichnungen erfunden:
Beispielsweise :
Level Q Haus : Innere Temperatur stabil bei 18 bis 23 Grad Celsius bei Außentemperatur – 27 bis + 47
Grad Celsius über den Zeitraum von 10 Tagen.
Um dies zu erreichen geht kein Weg an an einer guten Photovoltaik – Installation auf jedem Dach vorbei.
Eventuell wird der finale Ausbau der Erneuerbaren doch die Aufgabe der großen Energiekonzerne sein. Sogar „Enteignungen“ von privaten Photovoltaik-Installationen gegen Euro zugunsten von RWE.ON.EnBW…..kann ich mir vorstellen. Jegliche Energieerzeugungsanlage kann dann überwacht und gesteuert werden.
Aus sozialen Gründen muss der Vorteil der Energiewende wieder allen Menschen zugute kommen. Die Lücke :
Eigentum-Einfamilienhaus in Bayern mit 25 kWp PV- Anlage / 35 kWh Speicher / 3 Elektroautos/ Klimaautomatik in der Immobilie und Einspeisevergütung > 7 Cent /kwh für nicht selbst genutzten Strom .
versus :
2 – Raum Mietwohnungen in Stuttgart mit Balkonsolaranlage und 1,5 kWh Plug & Play – Speicher in einem Raum.
Die Idee : Strom aus Erneuerbaren soll für alle Menschen sehr günstig sein , aber nicht kostenlos.
Aus meiner Sicht ist vor allem die Elektroauto – Ökonomie ein vollkommenes Fiasko geworden.
– Tausende teure Ladestationen die zweimal im Jahr von einem Elektroauto besucht werden
– Sämtliche europäische Autoaktien sind abgestürzt, nicht zuletzt wegen der geplanten Umstellung auf elektrische Antriebe.
Aus meiner Sicht wird der bereits schon gefühlt 99 mal beerdigte Wasserstoffantrieb in der Bauart H2 Tank und Brennstoffzelle bald vom letzten Platz nach vorne sprinten.
BMW hat ein großes Lob verdient, weil Sie treu die Entwicklung des Autos welches mit Wasser fährt niemals eingestellt haben.
Die Millionen Senioren in Deutschland sind seit Jahrzehnten an den erquicklichen Besuch einer Tankstelle gewöhnt , wo Sie auch gleich ein paar Zeitschriften und andere Erfreulichkeiten kaufen können, und möchten dies nicht missen.
Auch junge Menschen lieben nach wie vor das kleine Shopping bei der Tanke.
Auch wenn das FCEV als das toteste Pferd aller Zeiten gilt , welches noch auf der Starterliste der Rennbahn geführt wird , ich glaube fest an den
Hyper-Sprint nach vorne und eine Platzierung auf dem Podest der Sieger im Bereich der Erneuerbaren Energien.