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Photovoltaik-Projektierer fordern bei Ausschreibungen 2027 Höchstwert von mindestens sieben Cent pro Kilowattstunde

Unternehmen wie RWE, Enertrag und GP Joule argumentieren in einer gemeinsamen Erklärung, dass EEG-Novelle, Netzpaket und AgNes die Kosten von Freiflächenanlagen erheblich steigen lassen. Deshalb sei es künftig nicht mehr möglich, wirtschaftliche Gebote unterhalb des bislang geltenden Höchstwerts von 5,9 Cent pro Kilowattstunde abzugeben.
Solarpark Ketzin, Brandenburg, Deutschland, EDP, Inbetriebnahme 2020-11
Ab 2028 soll sich der Höchstwert nach den höchsten bezuschlagten Geboten der Vorrunden richten, so die Unternehmen. | Foto: EDP

Das EEG 2027 und das Netzanschlusspaket sowie die neue Netzentgeltsystematik (AgNes) könnten den Ausbau der Freiflächen-Photovoltaik zum Erliegen bringen, warnen 15 Photovoltaik-Projektierer in einer gemeinsamen Erklärung: Sie fürchten, dass in den Ausschreibungen ab 2027 keine wirtschaftlichen Gebote unterhalb des geltenden Höchstwertes von 5,9 Cent pro Kilowattstunde mehr abgegeben werden könnten. Der Bundestag wird wohl im November über EEG-Novelle und Netzpaket entscheiden.

Die Unternehmen – darunter RWE, Enertrag, Baywa re, Belectric, Juwi und GP Joule – argumentieren, dass schon allein durch die zunehmende Häufigkeit negativer Börsenpreise und das Wegfallen von Gewinnen in Hochpreisphasen durch die Umstellung auf zweiseitige Differenzverträge der bisherige Höchstwert vielfach nicht mehr ausreichen werde, um eine Anlage wirtschaftlich zu betreiben.

Hinzu kämen weitere fest einzupreisende Komponenten, darunter die neuen Kapazitätsentgelte aus dem AgNes-Prozess. Diese hätten insbesondere bei der Photovoltaik stark preistreibende Wirkung. Der Entwurf der Bundesnetzagentur sieht vor, dass die Betreiber neuer Erzeugungsanlagen mit einer Leistung von mehr als 30 Kilowatt ab 2029 ein Einspeiseentgelt zahlen müssen. Im Gespräch ist ein Betrag in einer Größenordnung von vier bis sieben Euro pro Kilowatt und Jahr.

Gleitender Höchstwert ab 2028

Die Unternehmen verweisen auf eine vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) beauftragte Prognos-Studie, aus der hervorgeht, dass EEG-Novelle, Netzanschlusspaket und AgNes die Stromgestehungskosten um insgesamt bis zu 30 Prozent steigen lassen. Sie lägen damit um 1,3 bis 1,5 Cent pro Kilowattstunde über dem geltenden Ausschreibungs-Höchstwert von 5,9 Cent.

Der Höchstwert sollte daher für 2027 stattfindende Ausschreibungen auf mindestens 7 Cent pro Kilowattstunde heraufgesetzt werden, fordern die Unternehmen. Ab Anfang 2028 soll die Obergrenze dann aus den aus den Ergebnissen der drei letzten Ausschreibungen abgeleitet werden. Als Basis dient der Durchschnittswert der teuersten Gebote, die noch einen Zuschlag bekommen haben. Darauf soll ein Puffer von acht Prozent aufgeschlagen werden. Die Unternehmen schlagen vor, dabei einen Deckel von sieben Cent pro Kilowattstunde einzuziehen.

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Kommentare

Energetiker
Oct 23, 2026

Das überrascht nicht. Unverkäuflicher Strom muss trotzdem bezahlt werden. Aber die Sonne schickt ja keine Rechnung … 🤷‍♂️

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mbrod
7 Stunden

Tatsächlich sind die Brennstoffkosten bei PV und Wind = Null. Der Fusionsreaktor im sicheren Abstand von 8,5 Lichtminuten kann nicht schreiben, auch keine Rechnung.