Brandenburg will Solarpflicht streichen

Die rot-schwarze Landesregierung hat eine neue Bauordnung vorgelegt. Die Solarpflicht für öffentliche und gewerbliche Gebäude wird gestrichen: Bei Neubauten und umfassenden Dachsanierungen sind die Eigentümer künftig nicht mehr verpflichtet, eine Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage zu installieren. Wohnhäuser sind ohnehin bereits ausgenommen.
Dachanlagen, Leichte Module, Longi
Nur gewerblich genutzte und öffentliche Gebäude unterliegen in Brandenburg der Solarpflicht. Die CDU-SPD-Landesregierung will sie jetzt abschaffen. | Foto: Longi Solar 2025

Wie in vielen anderen Bundesländern gibt es in Brandenburg im Neubau und bei umfassenden Dachsanierungen eine Solarpflicht – dort allerdings nur für öffentliche und gewerblich genutzte Gebäude, nicht jedoch für Wohnhäuser.

Konkret schreibt die derzeit gültige Bauordnung von Brandenburg vor, dass im Neubau bei Dachflächen von mindestens 50 Quadratmetern mindestens die Hälfte der Fläche mit Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen belegt werden muss. Gleiches gilt bei vollständiger Erneuerung der Dachhaut. Ausgenommen sind Fälle, bei denen die Installation technisch unmöglich oder wirtschaftlich nicht vertretbar ist.

Diese Vorgabe soll nun gestrichen werden: Die Landesregierung aus SPD und CDU hat eine novellierte Bauordnung vorgelegt, die keine Solarpflicht mehr vorsieht. Bauen und Sanieren wird damit einfacher, günstiger und schneller, so die Erwartung des Landeskabinetts. Der Landtag soll noch im Juni über den Entwurf entscheiden.

„Keine unzumutbare Belastung“

„Das ist einfach nur kurzsichtig, um nicht zu sagen dumm“, kommentiert Clemens Rostock, Landesvorsitzender der Brandenburger Grünen. „SPD und CDU in Brandenburg legen die Axt an eine vernünftige, bezahlbare und vorausschauende Energiepolitik.“

Solaranlagen lohnen sich eigentlich immer, sagt Rostock. Und dort, wo sie tatsächlich wirtschaftlich oder technisch nicht sinnvoll sind, gebe es bereits Ausnahmen. Es sei deshalb schlicht falsch, so zu tun, als sei diese Regelung eine unzumutbare Belastung für Bauherrinnen und Bauherren. „Im Gegenteil: Wer beim Neubau Solarenergie von Anfang an mitdenkt, spart Kosten und macht sich unabhängiger von fossilen Energien.“

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Kommentare

cdblome
May 28, 2026

Ich bin der Meinung, dass man die Leute oft zu ihrem Glück zwingen muss – beim Rauchen, bei der Heizung, beim Auto, beim Dach. Ich habe zwei Ex-Firmen, die bei jew. Dachsanierung bzw. Neubau nix gemacht haben. Die Chefs haben andere Sachen im Kopf, selbst der Finanzchef will sich nicht „auch noch damit“ befassen. Zertifikate kaufen, „Klimaneutral“ auf die Website schreiben, gut ist’s.

Ich bin immer für Freifläche _und_ Aufdach. Man kann damit leben, dass in Brandenburg, wo reichlich Platz und sowieso viel Freiflächen-PV, das so bleibt bzw. so weitergeht. Ist das ein Zugeständnis bzw. vorauseilender Gehorsam dem (AfD-)Wähler in BR gegenüber? Ich fürchte es.

Die Bundesweite PV-Pflicht mit wieder laaaangen Übergangsfristen ist Murks. Wenn, dann richtig, und mindestens so streng wie in den Bundesländern.

@Dirk Schiller: Gibt es dazu Zahlen? Ich hätte gedacht, dass die Investoren und Betreiber i.d. Mehrzahl deutsche (Firmen) sind (Energiekontor, Parq, Abo (ups!), …).

Christian M.
May 27, 2026

Besser wäre es wenn die Solarpflicht Brandenburg abschaffen würde .Und etliche andere Bundesländer in Deutschland gleich mit . Vier Bundesländer nach dem Schema Kompassrose ( NW / NO / SW / SO ) würden vollkommen ausreichen um dem jeweiligen lokalen Wählerwillen gerecht zu werden. Diese ganze Klein- und Kleinststaaterei in Deutschland ist vor allem eines: Sehr teuer für den Steuerzahler , da jedes noch so kleine Bundesland in Deutschland einen Staatsapparat lebt , welcher ausreichen würde die gesamte Südhalbkugel der Erde zu regieren . Hier noch ein Landesbildungsminister , da noch einen Regierungspräsidenten ( den kaum einer kennt ) , dort noch ein Vize-Oberbürgermeister …
Das Hauptproblem der Gegenwart ist : Viel zu viele Probleme werden durch die Medien verlautbart -oder gleich selbst erfunden – , Schwierigkeiten und Unsicherheiten in allen Bereichen als Normalzustand des Lebens und Grabenkämpfe um Bürokratie – Ausweitung oder -Schrumpfung .
Wenn ich eine Frau wäre würden mich viele Männer in den hochindustrialisierten Bürokratieländern auch nicht sonderlich interessieren : Hey Madame , ich bin Experte für die ELSTER – Steuererklärung , mache jeden Tag um die gleiche Uhrzeit einen Screenshot vom Daten-Output meines 5000 VA Wechselrichters , bin Nichtraucher seit dem Geburtstag Null und schaue sieben mal am Tag auf mein Online-Girokonto ! Beeindruckt ? …. Wooooww ….Echt heiss der Typ.

Zuviel Bürokratie, Verbote und Gebote machen die Menschen passiv-aggressiv !
Der Mensch ist des Menschen Bürokratie- und Gesundheits-Wolf geworden ! Die BRD ist 2026 eine Dokumentationsbehörde mit angeschlossener Produktherstellung als Nebentätigkeit .
Einige Menschen rauchen zum Beispiel offensichtlich gerne nikotinhaltige Zigaretten . Warum soll man es ihnen verbieten ? Großbritanien hat so was vor . Ist dies nicht viel zu übergriffig ?
Warum Zigaretten unsinnig teuer durch Steuern machen ? Es funktioniert so einfach nicht das Zusammenleben .
Durch diesen ganzen Gute-und Schöne- Welt-Wald blickt doch keiner mehr durch , und selbst Ur-Gefühle sind mittlerweile nicht mehr stimmig . Wer dauerhaft Sozialhilfe in Deutschland bezieht glaubt sich oft noch als gut gestellt im Leben – praktisch den Zentralgewinn gezogen . Das ist die Schuld der Medien , die immer wieder so einen Quatsch bezüglich der Armenhilfe postulieren . Bekommen ja soo viel…immer den grössten Fernseher ! …Bitte mal die Preisliste für einen neuen ID-Buzz ins Smartphone ziehen . Da weiss man doch gleich wieder wo man steht im Leben . Der VW-Bus war früher durchaus für Normalverdiener erschwinglich – sogar in neu. Und auch heute noch kann man einen ID-Buzz durch regulierte Arbeit erreichen
Vermutlich werden (humanoide) Roboter, die künstliche Intelligenz , Automatisierung und die automatisierte Bürokratie die Menschheit tatsächlich retten . Die Freiheit des Menschen ist dann wieder das Leben , und dieses wird nicht mehr durch das überbordende Wohlwollen der Mitmenschen
erdrückt werden.
Die Grünen ( als Partei ) standen immer für Freiheit , Liberalität ,kluge Einfachheit, Intelligenz und Gerechtigkeit . Dies war immer so , wird so bleiben ,und hat so viel Zukunft wie noch nie !

Ralph
May 27, 2026

Ich habe Firmen erlebt, die verstehen nicht, warum man als Firma ALLE Dächer voll macht, obwohl bei Nulleinspeisung, es dann auch Zeiten gibt, wo die Anlagen eigentlich mehr Ertrag bringen könnten. –> Wir schaffen Sicherheiten für Zeiten in denen Stromeinkauf teuer ist – Eigenverbrauch reduziert den nötigen Zukauf.

Bei uns sind wir mittlerweile inkl. Batteriespeicher in der Situation, dass wir bei der Strombeschaffung so dabei sind, dass der Stromlieferant von „Reststrommenge“ spricht – In Zeiten von komplizierten Beschaffungsstrategien, die eine gewisse Abnahmemenge voraussetzen, kaufen wir am Spotmarkt über eine Stromeinkaufsgemeinschaft den „Rest“ ein – wenn die Sonne scheint und der Wind weht ist es recht billig. Bei längerfristigen Verträgen sind wir schon mal teurer gefahren.
Heute ist das Motto – Repowering der Altanlagen (Dach) + Nulleinspeisung + Batteriespeicher – Reststrommenge wird umso billiger je mehr Erneuerbare im Netz sind

Tim Wolf
May 27, 2026

Die Regelungswut der Grünen und deren Misstrauen in die Mündigkeit der Bürger sucht seines gleichen. Unsagbar und so entlarvend. Schade…

Es ist völlig richtig die Pflicht zu streichen. Das regelt der Markt, mal schneller, mal langsamer… aber er regelt verlässlich.
Man muss der SPD in Brandenburg ein Kompliment aussprechen.
Für halbwegs gute Dächer finden sich immer Investoren.

Dirk Schiller
May 27, 2026

Thomas schrieb:
„Volkswirtschaftlich ist eine Forcierung des Dachanlagen-Zubaus auch nur dann sinnvoll, wenn sich die Mehrkosten ggü. Freiflächenanlagen in Grenzen halten.“

Schau mal genauer hin. Wenn wir schon die Volkswirtschaft hier hereinziehen, dann auch richtig. Volkswirtschaft ist ein Kreislauf. Geld geht von A nach B zu C und dann wieder zurück zu A. Soweit spielen die Errichtungskosten aus volkswirtschaftlicher Sicht (fast) keine Rolle.

Was aber eine Rolle spielt, sind die Zu- und Abflüsse aus dem Kreislauf. Importe sind Abflüsse, Exporte sind Zuflüsse. Hier sind erst einmal die Solarmodule auffällig, die sind importiert. Machen aber nur einen geradezu winzigen Anteil aus und es ist wenig bis kein Unterschied zwischen Freifläche oder Dach.

Jetzt schauen wir mal auf die „Finanzkosten“:

Die Dachanlage borgt sich das Geld von der Bank oder kommt vom eigenen Ersparten und es geht im ersteren Fall mit ZInsen an die Bank zurück. Alle Vorteile für den Eigentümer gehen direkt wieder zurück in die Volkswirtschaft.

Die Freiflächenanlage hingegen hat sehr wahrscheinlich „Investoren“, welche eigentlich die Eigentümer sind. Diese sind vermutlich aus einem anderen Land. Wir haben einen initialen kleinen Zufluss von extern. Aber sobald die Anlage läuft, fliessen konstant Finanzen aus der Volkswirtschaft ab.

Kein „Investor“ wuerde investieren, wenn er nicht wesentlich mehr heraus bekommt, als er herein gesteckt hat. Das heisst, die Abflüsse überwiegen den Zufluss deutlich. Also eine solche Freiflächenanlage ist aus volkswirtschaftlicher Sicht mit erheblichen Nachteilen belegt.

Da Investoren mit entsprechenden frei verfügbaren Summen nicht auf Bäumen wachsen, ist es logisch, dass ein beschleunigter Ausbau von Freiflächenanlagen auf externe Investoren zurückgreifen muss.

Ein schneller Freiflächenausbau ist also volkswirtschaftlich definitiv nicht mit Vorteilen verbunden, ganz im Gegensatz zu einem schnellen Dachflächenausbau.

Der Dachflächenausbau kann auf massiv parallelen Ausbau und ebenso massiv parallele Finanzierung zurückgreifen. Die Gelder kommen aus dem internen Kreislauf und gehen auch dahin wieder zurück. Eine Beschleunigung würde zu Wohlstandswachstum führen und zwar für alle Bevölkerungsschichten.

Der Freiflächenausbau kann nur von wenigen Privilegierten gestemmt werden. Diese holen sich dafür dann einen stetig wachsenden Anteil des Bruttosozialproduktes und ein guter Teil davon wandert dann nach aussen ab. Es kommt zu einer Zunahme von Armut auf der einen Seite und starkem Vermögenswachstum auf der anderen Seite. Die Schere klafft auseinander. Eine Gesellschaft kann das nur bis zu einem bestimmten Punkt ausgleichen.

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Tom Iltmann
May 27, 2026

Dazu kommt, dass die großen Freilandanlagen meist auf hohe Einspeisung ausgelegt werden und damit zu den Zeiten einspeisen, in denen angeblich wegen PV das Stromnetz zusammen bricht bzw. wir Strom ins Ausland „verschenken“
Dagegen versuchen gerade PV-Anlage auf EFH und Betrieben möglichst den ganzen Strom auf dem gleichen Grundstück zu halten. Damit wird dann richtig Geld gespart (welches nicht mehr für Gaskauf ins Ausland geht), dieses wird oft für weitere Sparmaßnahmen ausgegeben und bleibt langfristig im Volkswirtschaftskreislauf.

PB
May 27, 2026

so ist es, und wenn die FF für 5cent gebaut werden kann, wozu dann eigentlich noch fördern, der Marktwert gibt das her.

Sitzt in Brandenburg nicht die LEAG, sehr seltsamer Zusammenhang.

Wie ist das eigentlich mit der Renaturierung, gibt es da schon Neuigkeiten wieviel der Steuerzahler jetzt zuschiessen muss weil die Sparte keinen Gewinn mehr erwirtschaftet?

Manfred Uhlig
May 27, 2026

Gut erklärt.
Es verden leider immer betriebswirtschaftliche Kriterien auf die Volkswirtschaft übertragen. Beide funktionieren nun mal andes.
Und was die Anschaffung privater „Häuslebauer“-Anlagen anbelangt, so sind diese eigentlich ein Haushaltsgegenstand. Oder fragt jemand bei der Anschaffung eines Möbelstückes (z.B.), ab wann sich denn dieses „amortisiert“? Nur bei den PV-Haushaltsgegenständen wird diese Diskussionen erbittert geführt.

darwin-c
May 26, 2026

Wenn die PV nicht mehr als 1/3 des Strombedarfs bringt – lohnt sie sich immer. Der Eigenverbrauch ist dann hoch genug um jede Wirtschaftlichkeitsrechnung zu erfüllen.

Eine Pflicht ist also unnötig. Eine Flächenvorgabe allgemein einschränkend – und bei Schwierigen Fällen Ausnahmen begründen zu müssen – bürokratische Schikane.

Eine Empfehlung wären völlig ausreichend.

Thomas
May 26, 2026

Angesichts der massiven Abregelungen dürfte es mittlerweile leicht sein, eine Unwirtschaftlichkeit von gewerblichen PV-Anlagen nachzuweisen. Insofern ergibt eine Solarpflicht kaum Sinn und schafft vor allem Bürokratie. Volkswirtschaftlich ist eine Forcierung des Dachanlagen-Zubaus auch nur dann sinnvoll, wenn sich die Mehrkosten ggü. Freiflächenanlagen in Grenzen halten.

Die Bundesregierung muss endlich aufhören, den Speicherausbau zu behindern. Milliarden an privatem Kapital stehen bereit, um die nächste Phase der Energiewende einzuläuten. Dann würden endlich die Abregelungen abnehmen, und man muss Gewerbebetriebe mit hohem Eigenverbrauch auch nicht mehr zwingen, PV aufs Dach zu setzen.