EnBW findet keinen Investor – Neukundengeschäft von Senec wird eingestellt
EnBW hat im Februar angekündigt, nach einem Investor für seine Speichertochter Senec zu suchen. Schon damals schloss der baden-württembergische Energiekonzern nicht aus, dass sich kein Investor finden wird und Senec damit eine 100-prozentige Tochtergesellschaft bleiben wird. Dies ist nun eingetreten. Allerdings geht der Misserfolg auch mit einer Änderung des Geschäftsmodells des Leipziger Unternehmens einher: Es wird sich künftig nur noch um Bestandskunden kümmern, das Neugeschäft – das auch die Entwicklung neuer Produkte und Services beinhaltet – wird eingestellt.
„Der Prozess der Investorensuche ist damit offiziell abgeschlossen“, wie ein EnBW-Sprecher auf Nachfrage von pv magazine bestätigte. Der neue Investor hätte dabei frisches Kapital für den Ausbau des Geschäfts von Senec bereitstellen sollen. „Trotz zuletzt signifikanter Fortschritte bei Senec konnte in dem zunehmend schwierigen Marktumfeld kein geeigneter Investor gefunden werden“, sagte der Sprecher. EnBW selbst will die Investitionen nicht tätigen, sondern die Mittel auf ausgewählte, strategisch zentrale Bereiche des Kerngeschäfts konzentrieren. „Nur so kann die EnBW ihre zentrale Rolle in der Transformation des Energiesystems wahrnehmen“, so der Sprecher weiter.
Für Senec bedeutet dies zunächst, dass noch laufende Projekte umgesetzt werden. Auch würden offene Bestellungen für Speicher „SENEC.Home E4“ und „SENEC.Home P4“ noch ausgeliefert und installiert, so der Sprecher. Diese Photovoltaik-Heimspeicher könnten zudem noch bis Ende August bestellt werden. „Die Installation der Systeme muss bis zum 31. Dezember 2026 erfolgen“, sagte der Sprecher weiter.
Für die Bestandskunden von Senec soll sich nichts ändern. Sie könnten sich mit ihren Anliegen weiter an die Fachpartner oder den Kundenservice des Unternehmens wenden. Mit diesem Schritt stehe EnBW zu seiner Verantwortung gegenüber den Senec-Kunden. Service, Gewährleistungen und bestehende Garantien laufen weiter, wie der Sprecher betonte. Auch die letzten Austauschmaßnahmen der alten Speicher, die wiederholt in Brand gerieten, sollen noch ausgeführt werden.
Stellenabbau geplant
„Die Entwicklung neuer Produkte sowie deren aktive Vermarktung wird dagegen nicht weiterverfolgt“, so der Sprecher weiter. Das Management um Herbert Schein werde das Unternehmen weiterführen. Auch der Standort in Leipzig werde erhalten bleiben. Allerdings nicht mit der Mitarbeiterzahl wie bisher. „Mit der Umstellung auf den Bestandskundenbetrieb und die Einstellung des Neukundengeschäfts lassen sich deutliche Veränderungen bei der Belegschaft nicht vermeiden“, sagte der Sprecher, ohne zunächst genauere Angaben zu machen. Die Abstimmung zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat über einen sozialverträglichen Stellenabbau liefen derzeit an.
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