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Auch das Elektrotechnik-Handwerk ist skeptisch beim „Smart Meter light“

Der ZVEH schließt sich der Argumentation von VDE FNN und DKE an. Der Smart-Meter-Rollout solle praxistauglicher gestaltet und die Messstellenbetreiber durch klare Fristen zu mehr Tempo verpflichtet werden. Die Verpflichtungen dürften jedenfalls nicht auf die Kunden abgewälzt werden.
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Das Elektrotechnik-Handwerk sollte beim Smart-Meter-Rollout eine größere Rolle spielen, findet der ZVEH. | Foto: Hansewerk

In einem Positionspapier hat der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) zu den jüngsten Vorschlägen des Koalitionsausschuss von CDU/CSU und SPD für einen beschleunigten Smart-Meter-Rollout Stellung genommen. Wie schon zuvor das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE FNN) und die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) im VDE ist auch der ZVEH skeptisch gegenüber einem „Smart Meter light“: Er stelle „keine praxistaugliche Lösung dar“ fördere Doppelstrukturen und erhöhe die Komplexität des Rollout-Prozesses.

Dies gelte insbesondere dann, wenn sich die Anforderungen von Kunden durch Installation einer Photovoltaik-Anlage, Wärmepumpe oder Ladestation nachträglich ändern und sie dann eine vollwertige Lösung nachrüsten müssten. „Dann fallen erneut Kosten für eine Installation sowie neue Abstimmungsprozesse an“, sagt Andreas Habermehl, ZVEH-Geschäftsführer Technik und Berufsbildung. Das sei schwer vermittelbar, „zumal wir auch für den Smart Meter light zunächst Standardisierungs- und Zertifizierungsprozesse aufsetzen müssten, was den Rollout wiederum bremst.“

Praxistauglicher Rollout

Den im „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ der Koalition formulierten Vorschlag für mehr Tempo – Kritiker würden wahrscheinlich sagen: für etwas weniger Bummelei – beim Smart-Meter-Rollout begrüßt der ZVEH grundsätzlich. Dies reiche aber nicht aus: Es könne „nur ein erster Schritt sein“, dass nun mehr als 90 Prozent der relevanten Messstellen 2030 und nicht erst 2032 mit Smart Metern ausgestattet sein sollen, erklärt Habermehl.

Es komme jetzt darauf an, den Rollout praxistauglicher zu gestalten. So erhielten etwa Kunden und Handwerker nach der Installation von Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeichern, Wärmepumpen oder Ladestationen oft keine Informationen von den Messstellenbetreibern, wann ein intelligentes Messsystem (iMSys) sowie die benötigte Steuerungstechnik verbaut würden.

Hier fordert der ZVEH klare gesetzliche Fristenregelungen. Noch sinnvoller sei es, wenn die betreffenden Handwerksbetriebe die Installation von iMSys und Steuerungstechnik selbst vornähmen, weil sie die Kunden kennen, die nötige Qualifikation mitbringen und bereits mit den Gegebenheiten am Installationsort vertraut sind. Hierfür müssten „Prozesse klarer definiert und Schnittstellen zwischen Netzbetreiber, Messstellenbetreiber und Elektroinstallationsbetrieb praxistauglich ausgestaltet werden“, doch unter diesen Voraussetzungen könne der Smart-Meter-Rollout praxisnäher, schneller und kundenfreundlicher umgesetzt werden.

Verpflichtung liegt bei den Netzbetreibern

Der ZVEH betont gleichzeitig, dass die Verpflichtung zur Umsetzung des Rollout im vorgegebenen Zeitraum bei den grundzuständigen Messstellenbetreibern – in der Regel also den jeweiligen Verteilnetzbetreibern – liege. Diesen sollten Fristen vorgegeben werden, innerhalb derer iMSys und Steuerungstechnik nach der Installation von Photovoltaik-Anlagen, Wärmepumpen oder Ladestationen bereitzustellen sind. Dass sich hingegen die Kunden um einen rechtzeitigen Termin für die Bereitstellung dieser Messtechnik kümmern sollen, sei „der falsche Ansatz und wälzt die Verpflichtung der Messstellenbetreiber ab“, so Habermehl. Deshalb lehnt der Verband eine iMSys-Bestellpflicht, wie sie im Zuge der Änderung der „Bundesförderung Effiziente Gebäude“ (BEG) geplant ist, strikt ab.

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Kommentare

frank.dreesbach
Jul 18, 2026

Da mein Elektriker als blau-Anhänger von staatlicher Kontrolle nichts hält, (so lange blau nicht regiert, nehme ich an), habe ich zur Wärmepumpe eine mME bekommen, kein iMSys. Und da der Versorger und der gz MSB im Kreise der Syna/Süwag gerne noch bis 2032 gewartet und teuer Strom verkauft hätte, habe ich mit Wechsel zu Inexogy und Naturstrom smart selber Weichen gestellt. 2.000 kW Strom verbrauchen und die Kosten sind wieder drin.

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benjamin.brand
Jul 19, 2026

Bin im selben Netzgebiet und nachdem bei einem Bekannten die Syna nicht mal ungefähr einen Termin anbieten konnte für den gewünschten Smartmeter-Einbau, wurde auch bei Inexogy bestellt und keine 4 Wochen später war er verbaut. Der Smartmeter liefert 15-Minuten-Daten, die der Bekannte dann direkt nutzt um seine PV-Anlage und Speicher in die Heinergy-Stromcommunity einzubinden.

claus-3804
Jul 18, 2026

Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass die Kritiker von Smart Meter light gar nicht wissen, was damit gemeint ist und wer dafür in Frage kommt. Es geht gar nicht um den Ersatz von den IMSys, wie es richtiger heißen sollte, sondern den Einsatz von Energy Meter, die in einfacher Form ohne Elektrofachkraft mit Lesekopf auf die mME aufzusetzen sind, um die IR-Schnittstelle zu nutzen, den aktuellen Verbrauch auszulesen für die Steuerung der Nulleinspeisung. Ansonsten mal beim Bundesverband Steckersolar e.V. nachfragen, was mit der Petition zum netzdienlichen Verhalten von Speichern gemeint war oder die Anhörung im Petitionsausschuss nachträglich verfolgen.

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Hans Karpf
Jul 20, 2026

Eines der Ziele in der genannten Smart Meter Light Petition war die Nutzung von Dynamischen Stromtarifen um einen Netzdienlichen Stromverbrauch zu fördern. Dynamische Tarife können nur Stromkunden mit eingebauten Smart Meter nutzen. Einfache Smart Meter, wie IR Leseköpfe werden von den Anbietern nicht mehr akzeptiert. Die Frage ist, welche Ziele Frau Reiche mit ihren Light Plan verfolgt. Wenn es nur um die Förderung von Eigenverbrauch von Eigenen PV Strom geht, reicht auch eine Unverbindliche Ausgabe von Stromverbrauchswerten von Elektronischen Stromzählern. Irgendwann dürfte Frau Reiche erläutern, was ihre Smart Meter Light können sollen.

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morchel2k
Jul 20, 2026

Darum geht es ja. Einen Standart für Smart Meter light zu definieren die dann die Netzbetreiber für die rechtssichere Abrechnung von dynamischen Verbräuchen zu akzeptieren haben. Damit man nach an jedem Anschluss mit 4000 kWh Jahresverbrauch das 1000€ Imsys anbauen muss um dynamsiche Tarife anzubieten.

benjamin.brand
Jul 19, 2026

Ja, ich hab mich auch gefragt von was die hier reden:
„Dann fallen erneut Kosten für eine Installation sowie neue Abstimmungsprozesse an“, sagt Andreas Habermehl, ZVEH-Geschäftsführer Technik und Berufsbildung. Das sei schwer vermittelbar, „zumal wir auch für den Smart Meter light zunächst Standardisierungs- und Zertifizierungsprozesse aufsetzen müssten, was den Rollout wiederum bremst.“
Lesekopf, z.B. IOMeter drauf setzen. Innbetreibnahmeanleitung steht auf Youtube bereit und man hat Messwerte die man selbst nutzen kann oder in unserem Fall für das Energy Sharing in der Heinergy-Community. Der Lesekopf reicht ja nur die Daten von einem zertifizierten und geeichten Gerät (mMe) durch.

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andre-9409
Jul 22, 2026

Energysharing ohne IMSys. Aha. Hör mal auf mit deiner Schleichwerbung sonst gibts ganz schnell eine Abmahnung