Berliner Mieterstrom-Kunden sparen jährlich mehrere hundert Euro Stromkosten

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Die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Treptow-Nord hat auf 89 Dächern ihrer Mietwohnungsgebäude Photovoltaik-Anlagen für Mieterstrom installiert. Zusammen erreichen die 11.800 Module eine Leistung von gut fünf Megawatt. Der Dienstleister WBG-Mieterstrompartner hat jetzt zusammen mit der Genossenschaft einen Klima- und Sozialbericht über dieses Mieterstrom-Angebot vorgelegt. WBG-Mieterstrompartner hat für die WBG Treptow-Nord das Mieterstrom-Konzept entwickelt und die Umsetzung begleitet.

Anders als die meisten anderen Mieterstrom-Anbieter splittet die WBG Treptow-Nord den Strompreis nach einem Photovoltaik- und einen Netzstrom-Arbeitspreis auf. Der Solarstrom kostet die Bewohner 27,80 Cent pro Kilowattstunde, der Netzstrom 32,62 Cent pro Kilowattstunde. Die Tarife liegen um 38 beziehungsweise 28 Prozent unter dem örtlichen Grundversorgertarif von fast 45 Cent. Dazu kommt eine Grundgebühr von 8,80 Euro im Monat, mehr als drei Euro weniger als im Grundversorgertarif.

WBG-Mieterstrompartner und die WBG Treptow-Nord rechnen vor, dass ein Haushalt mit dem Mieterstrom gegenüber der Grundversorgung bei einem Verbrauch von 1.500 Kilowattstunden im Jahr insgesamt 244 Euro pro Jahr spart. Bei 2.500 Kilowattstunden sind es 380 Euro im Jahr, bei 3.500 Kilowattstunden 547 Euro.

Günstigstes Angebot am Markt

Dass der Mieterstrom im klassischen Modell günstiger ist als die Grundversorgung, schreibt das EEG vor. Die Preise der Genossenschaft bewegen sich jedoch auch unter denen der örtlich verfügbaren konventionellen Stromtarife: Eine Abfrage beim Vermittlungsportal Verivox zeigt, dass das günstigste Angebot im Stadtteil Alt-Treptow unter Berücksichtigung der Wechsel-Boni bei einem Arbeitspreis von 31,37 Cent und einer Grundgebühr von 13,94 Euro liegt (bei 2.500 Kilowattstunden Stromverbrauch).

Die Genossenschaft bietet Mieterstrom insgesamt 3.149 Haushalten an. Wie viele davon das Angebot tatsächlich nutzen, teilte WBG-Mieterstrompartner nicht mit. Sämtliche Wohneinheiten sind mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet. Das ermöglicht die Abrechnung im virtuellen Summenzählermodell.

Dem Bericht zufolge sparen die Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der WBG Treptow-Nord jährlich insgesamt 1.847 Tonnen CO2-Emissionen ein.

„Der Ausbau von Mieterstrom ist ein wesentlicher Bestandteil unserer langfristigen Strategie zur Reduzierung von Emissionen, zur Stabilisierung von Energiekosten und zur Zukunftssicherung des Bestandes“, sagt Georg Petters, Vorstand der Wohnungsbau-Genossenschaft „Treptow Nord“ eG. Der Bericht mache deutlich, dass Mieterstrom nicht nur ökologische Effekte entfaltet, sondern auch wirtschaftliche und soziale Aspekte adressiert.

 

 

 

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