BSW-Solar-Umfrage: Bürger fordern mehr Unabhängigkeit von Öl- und Gasimporten

BSW-Solar, Umfrage, Importabhängigkeit von Öl und Gas, Ende März 2026

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Nach einer Umfrage des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) empfinden 78 Prozent der Bevölkerung die Abhängigkeit Deutschlands von Energieexporten als stark oder eher bedrohlich. Nur 16 Prozent der Ende März vom Analysehaus Yougov Befragten schätzen die Lage als nicht bedrohlich ein, wie aus der Veröffentlichung der Ergebnisse am Dienstag hervorgeht. Immerhin noch 68 Prozent verlangen von der Bundesregierung, dass sie die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten mit einem verstärkten Einsatz von Erneuerbaren und Speichern reduziert.

Ob dies aber gerade der Plan der aktuellen Regierung ist, darf angesichts der kursierenden Gesetzentwürfe zum EEG und Netzpaket bezweifelt werden. Der BSW-Solar appelliert auch deshalb an die Bundesregierung, angesichts der immer wieder auftretenden Energiekrisen den Ausbau von Photovoltaik, Windkraft und Co. sowie Speichern zu beschleunigen und nicht zu bremsen. „Wiederholte geopolitische Krisen und explodierende Energiepreise haben vielen Menschen die Augen geöffnet – die hohe Abhängigkeit von fossilen Energieimporten kann durch einen verstärkten Ausbau heimisch verfügbarer erneuerbarer Energien deutlich reduziert werden“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Gleichzeitig würden auf diese Weise die Resilienz der Volkswirtschaft gestärkt und die Strompreise für die Verbraucher gesenkt.

Nach den aktuellen Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums beim EEG will die Regierung jedoch die Förderung für private Photovoltaik-Dachanlagen ab dem kommenden Jahr komplett streichen. Auch im Netzpaket ist mit dem „Redispatch-Vorbehalt“ eine Regelung vorgesehen, die die Finanzierung von neuen Photovoltaik- und Windkraftanlagen massiv erschweren dürfte.

Körnig betont, dass die Bundesregierung mit der Umsetzung dieser Pläne gegen den klaren Bürgerwillen handeln würde. Mehr noch, sie würde die Abhängigkeit von Gas- und Ölimporten noch deutlich verlängern. „Dies käme der deutschen Wirtschaft und der Allgemeinheit teuer zu stehen“, sagt Körnig weiter.  Jüngste Analysen von Solarpower Europe haben gezeigt, dass Europa aktuell täglich mehr als 111 Millionen Euro an Importausgaben wegen der Erzeugung der Photovoltaik-Anlagen einspart.

Auch die Daten bei Energy-Charts zeigen deutlich, dass mit einem steigenden Anteil Erneuerbarer die teuren Gaskraftwerke am Strommarkt weniger zum Zuge kommen, was sich auf den Börsenstrompreis auswirkt. Zudem zeigen Zahlen des Umweltbundesamts, dass Solarstrom anteilig zu 33 Prozent Strom aus Erdgas, zu 55 Prozent aus Steinkohle und zu 12 Prozent aus Braunkohle subsituiert. Mit einem Anteil von rund 18 Prozent an der Stromerzeugung lag die Photovoltaik 2025 erstmals vor den Gas- und Braunkohlekraftwerken.

Nach einer bei Enervis in Auftrag gegebenen Studie des BSW-Solar sparen Haushalte, Gewerbe und Industrie aktuell bereits mehr als sechs Milliarden Euro jährlich, weil der Solarstrom die Preise an der Strombörse entsprechend drückt.

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