Nach einer Umfrage des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) empfinden 78 Prozent der Bevölkerung die Abhängigkeit Deutschlands von Energieexporten als stark oder eher bedrohlich. Nur 16 Prozent der Ende März vom Analysehaus Yougov Befragten schätzen die Lage als nicht bedrohlich ein, wie aus der Veröffentlichung der Ergebnisse am Dienstag hervorgeht. Immerhin noch 68 Prozent verlangen von der Bundesregierung, dass sie die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten mit einem verstärkten Einsatz von Erneuerbaren und Speichern reduziert.
Ob dies aber gerade der Plan der aktuellen Regierung ist, darf angesichts der kursierenden Gesetzentwürfe zum EEG und Netzpaket bezweifelt werden. Der BSW-Solar appelliert auch deshalb an die Bundesregierung, angesichts der immer wieder auftretenden Energiekrisen den Ausbau von Photovoltaik, Windkraft und Co. sowie Speichern zu beschleunigen und nicht zu bremsen. „Wiederholte geopolitische Krisen und explodierende Energiepreise haben vielen Menschen die Augen geöffnet – die hohe Abhängigkeit von fossilen Energieimporten kann durch einen verstärkten Ausbau heimisch verfügbarer erneuerbarer Energien deutlich reduziert werden“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Gleichzeitig würden auf diese Weise die Resilienz der Volkswirtschaft gestärkt und die Strompreise für die Verbraucher gesenkt.
Nach den aktuellen Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums beim EEG will die Regierung jedoch die Förderung für private Photovoltaik-Dachanlagen ab dem kommenden Jahr komplett streichen. Auch im Netzpaket ist mit dem „Redispatch-Vorbehalt“ eine Regelung vorgesehen, die die Finanzierung von neuen Photovoltaik- und Windkraftanlagen massiv erschweren dürfte.
Körnig betont, dass die Bundesregierung mit der Umsetzung dieser Pläne gegen den klaren Bürgerwillen handeln würde. Mehr noch, sie würde die Abhängigkeit von Gas- und Ölimporten noch deutlich verlängern. „Dies käme der deutschen Wirtschaft und der Allgemeinheit teuer zu stehen“, sagt Körnig weiter. Jüngste Analysen von Solarpower Europe haben gezeigt, dass Europa aktuell täglich mehr als 111 Millionen Euro an Importausgaben wegen der Erzeugung der Photovoltaik-Anlagen einspart.
Auch die Daten bei Energy-Charts zeigen deutlich, dass mit einem steigenden Anteil Erneuerbarer die teuren Gaskraftwerke am Strommarkt weniger zum Zuge kommen, was sich auf den Börsenstrompreis auswirkt. Zudem zeigen Zahlen des Umweltbundesamts, dass Solarstrom anteilig zu 33 Prozent Strom aus Erdgas, zu 55 Prozent aus Steinkohle und zu 12 Prozent aus Braunkohle subsituiert. Mit einem Anteil von rund 18 Prozent an der Stromerzeugung lag die Photovoltaik 2025 erstmals vor den Gas- und Braunkohlekraftwerken.
Nach einer bei Enervis in Auftrag gegebenen Studie des BSW-Solar sparen Haushalte, Gewerbe und Industrie aktuell bereits mehr als sechs Milliarden Euro jährlich, weil der Solarstrom die Preise an der Strombörse entsprechend drückt.
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Sag das nicht der CDU/AFD. Die schaffen sonst den CO2 Preis ab und gehen zurück zu 2-4 Ct/kWh für Kohlekraftwerke.
Ein Freund (der AfD?) meinte
„2-4 Ct/kWh für Kohlekraftwerke.“
Und wie soll diese Förderung heutzutage finanziert werden? Dafür müsste ja dann Gaskraftwerken die Finanzierung entzogen werden, erklär das mal Gas-Kathi. Du kannst nicht gleichzeitig den selben Euro an Kohle und an Gas abgeben, um deren Preise künstlich quer zu finanzieren.
Dazu ein Apell an BSW meinerseits (als Außenstehender):
sorgt in allererster Linie so schnell wie möglich für den flächendeckenden Ausbau vom SmartMeter und für eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur in DE!
Und die Karten werden komplett neu gemischt.
Garantiert! 😎
„Nach einer bei Enervis in Auftrag gegebenen Studie des BSW-Solar sparen Haushalte, Gewerbe und Industrie aktuell bereits mehr als sechs Milliarden Euro jährlich, weil der Solarstrom die Preise an der Strombörse entsprechend drückt.“
Dazu sollte man dann aber auch erwähnen, dass ca. 100% des Stroms nicht erstmalig an der Kurzfrist-Börse gekauft werden, sondern mit Monaten bis Jahren überwiegend bei Gas- und Kohlekraftwerken gekauft werden. An der Börse wird nur noch gehandelt ob diese dann noch den Strom selber erzeugen oder aber Wind- und Solarstrom als Ersatzlieferung betrachtet werden und die entsprechenden Gewinne (u.a. die EEG-Umlage) in die Substituierung von Gas und Kohle fließen.
Der Börsenpreis hat sehr wenig mit dem Strompreis zu tun und wird mittlerweile als willkommene Ablenkung missbraucht, um die tatsächlichen Geldflüsse zu verschleiern. Irgendwie vermisse ich hier regelmäßige Berichte über die Preise und Volumina der Futures.
So zum Beispiel sind nur im Mai 2025 alleine 461.414.298MWh (461,4TWh) fossiler Erzeuger verkauft worden (German Power Futures, Quelle EEX, Handelsvolumen inklusive Wiederverkäufe, Erneuerbare ausgeschlossen via Regelwerk). Diese Preise werden übrigens nicht veröffentlicht, liegen aber derzeit im Bereich von €77 and €105/MWh. Negative Preise für fossile Erzeuger? Da kommen die fossilen Generatoren ja vor Lachen nicht in den Schlaf.
„Dazu sollte man dann aber auch erwähnen, dass ca. 100% des Stroms nicht erstmalig an der Kurzfrist-Börse gekauft werden, sondern mit Monaten bis Jahren überwiegend bei Gas- und Kohlekraftwerken gekauft werden.“
@Dirk,
schön wenn man das Problem erkannt hat (Du bist damit nicht alleine)
„Der Börsenpreis hat sehr wenig mit dem Strompreis zu tun und wird mittlerweile als willkommene Ablenkung missbraucht, um die tatsächlichen Geldflüsse zu verschleiern.“
auch nix Neues (hier in Norwegen schön zu erkennen)
„Irgendwie vermisse ich hier regelmäßige Berichte über die Preise und Volumina der Futures.“
Gibt es da mal einen Lösungsansatz seitens BSW?
Wenn ja, welcher?
Oder sitzt man da mit in diesem (fossilen) Boot?
„Negative Preise für fossile Erzeuger? Da kommen die fossilen Generatoren ja vor Lachen nicht in den Schlaf.“
Abschaffung des Merit Order Systems.
Echte Marktwirtschaft, welche seinem Namen auch gerecht wird.
Problem gelöst.
Ja, das ist Wunschdenken.
Aber manchmal gehen Wünsche in Erfüllung 😉
(nur mal als off-topic Beispiel: ich habe im Februar 1989 gesagt -> stell dir vor, die Mauer fällt eines Tages …)
Dirk Schiller schreibt.
Nach einer bei Enervis in Auftrag gegebenen Studie des BSW-Solar sparen Haushalte, Gewerbe und Industrie aktuell bereits mehr als sechs Milliarden Euro jährlich, weil der Solarstrom die Preise an der Strombörse entsprechend drückt.“
Dazu sollte man dann aber auch erwähnen, dass ca. 100% des Stroms nicht erstmalig an der Kurzfrist-Börse gekauft werden, sondern mit Monaten bis Jahren überwiegend bei Gas- und Kohlekraftwerken gekauft werden. An der Börse wird nur noch gehandelt ob diese dann noch den Strom selber erzeugen oder aber Wind- und Solarstrom als Ersatzlieferung betrachtet werden und die entsprechenden Gewinne (u.a. die EEG-Umlage) in die Substituierung von Gas und Kohle fließen.
@ Diese Einsparungen ist der Merit Oder Effekt, der sich hier durch meine Kommentare zieht. Dazu kommt, weil der Solarstrom die Preise drückt, sich quasi selbst entwertet, geht auf dem EEG Konto weniger ein, die Differenz zu den Vergütungen wird größer, und die Milliarden die der Staat auf dem Konto ausgleichen muss werden jährlich immer mehr. Übrigens Einsparungen heißt noch nicht, niedrigere Verbraucherpreise. Die müssen erst bei denen ankommen, und das ist das Problem.
Typische BSW Lobyy-Meinungsmache und suggestive Unsinnsumfrage, die dann den Bürgerwillen repräsentiert. Demokratie wird jetzt vom auch vom BSW produziert!?
Das mit den Börsenpreisen konnte man übrigens schön am Osterwochenende wieder sehen: Riesige Minusbeträge für den Steuerzahler von morgens bis abends.
„Das mit den Börsenpreisen konnte man übrigens schön am Osterwochenende wieder sehe“
⤵️ auch Börsenstrompreise vom 5.4.26
(eine [Norden von Norwegen] von fünf Preiszonen/ keine Merit Order, da kein Gas/ nur Wasser und wenig Hanseln, aber da wirkt Angebot und Nachfrage)
https://data.nordpoolgroup.com/auction/day-ahead/prices?deliveryDate=2026-04-05¤cy=EUR&aggregation=DeliveryPeriod&deliveryAreas=GER,NO4
🥳
Und 76,1 % haben bei der letzten Bundestagswahl genau die Parteien gewählt, denen komplett egal ist, was die Wählerinnen wollen. Parteien zu wählen, die ausdrücklich für ein „weiter so“ bzw. „zurück in die Stein(kohle)zeit“ stehen, ist ein Musterbeispiel für kognitive Dissonanz.
Dass Sie hier (und in anderen Kommentarspalten) sich in Klein-Klein verzetteln, ist auch typisch: wer Angst davor hat, große Probleme anzugehen, wirft sich auf die kleinen und verbeißt sich darin wie eine englische Bulldogge 😁