Energy-Charts vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat die Entwicklung der Strom- und Gaspreise für das erste Quartal 2026 ausgewertet. Dies ist gerade vor dem geopolitischen Hintergrund interessant, da seit dem Ausbruch des Nahostkonflikts die Lieferwege für Gas massiv beeinträchtigt sind, was sich auch in den Preisen widerspiegelt. Während die Day-ahead-Strom- und Gaspreise zwischen Januar und Februar leicht zurückgingen, stiegen sie März wieder.
Nach Kriegsbeginn zeigen die Daten von Energy-Charts einen Anstieg der Gaspreise im März um 48 Prozent auf 52,71 Euro pro Megawattstunde. Der Day-ahead-Strompreis sank hingegen leicht um 0,7 Prozent auf 95,58 Euro pro Megawattstunde. Eigentlich sei zu erwarten gewesen, dass angesichts von Merit-Order am deutschen Strommarkt auch der Strompreis im März ansteigt, sagt Bruno Burger, der Energy-Charts aufgebaut hat, in seinem monatlichen „Energy-Talk“ am Mittwoch.
Im Januar und Februar seien die Gaskraftwerke preissetzend gewesen. Dabei erhöhten sich die Grenzkosten für die Kraftwerke von 101,13 auf 132,87 Euro pro Megawattstunde von Februar auf März, was auf den gestiegenen Gaspreis zurückzuführen ist, da die CO2-Zertifikatskosten leicht rückläufig waren. Während im Januar und Februar die Grenzkosten für die Gaskraftwerke auf etwa in der Höhe des Day-ahead-Strompreises lagen, waren diese im März um 39 Prozent höher als der Strompreis von 95,58 Euro pro Megawattstunde.
Der Grund dafür sei, dass nur an wenigen Stunden der Strompreis noch über den Grenzkosten für Gaskraftwerke lag. Waren es im Februar noch 270 Stunden oder 40 Prozent der Zeit, in denen der Strompreis höher als die Grenzkosten war, sanken diese Werte auf 181 Stunden oder 24 Prozent der Zeit im März ab, wie Burger ausführt. Dazu kamen wieder deutlich mehr Stunden, in denen sich der Strompreis nahe 0 oder sogar darunter bewegte.

Grafik: Fraunhofer ISE/Energy-Charts
Dies wiederum ist auf die deutlich gestiegene Erzeugung der erneuerbaren Energien und vor allem der Photovoltaik zurückzuführen. So lag der Anteil der Erneuerbaren an der Nettostromerzeugung im März bei fast 60 Prozent – nach 53 Prozent im Februar. 23 Prozent davon erzeugten die Windparks an Land und 18,8 Prozent die Photovoltaik-Anlagen in Deutschland. Zugleich fiel der Anteil der Gaskraftwerke gegenüber Februar von 20 auf 12 Prozent. „Dies hat den Strompreis auf jeden Fall günstiger gemacht“, so Burger. „Dies zeigt, dass bei einem hohen Anteil von Erneuerbaren der Strompreis nahezu vom Gaspreis entkoppelt ist.“ Dabei hilfreich für die Stabilität des Strompreises im März sei gewesen, dass nahezu kein Strom exportiert wurde. Auch blieb der Anteil von Braun- und Steinkohlekraftwerken konstant.
Leonhard Gandhi, der die Leitung der Energy-Charts unlängst von Bruno Burger, übernommen hat, gab in einem Interview mit pv magazine zusätzlich noch einen kleinen Ausblick auf die zu erwartende Entwicklung in den kommenden Monaten.
pv magazine: Wie hoch war die Nettostromerzeugung der Photovoltaik-Anlagen im März und welchen Anteil hat die Photovoltaik damit insgesamt erreicht?
Leonhard Gandhi: Der Anteil der Netzeinspeisung waren 18,8 Prozent an der Erzeugung. Inklusive Eigenverbrauch betrug die Photovoltaik-Erzeugung 21,1 Prozent an der gesamten Nettostromerzeugung.
Erwarten Sie auch für die kommenden Monate eine ähnliche Entwicklung oder werden sich die Gaspreissteigerungen dann stärker auswirken?
In den Sommermonaten ist aufgrund der hohen Einspeisung aus Photovoltaik in Deutschland und vielen Nachbarländern nur mit geringeren Anstiegen zu rechnen. Im kommenden Winter könnte es bei anhaltend hohen Erdgaspreisen auch zu deutlichen Auswirkungen auf den Strompreis kommen.
Sehen Sie andere europäische Länder, wo sich die Gaspreissteigerungen deutlich stärker auf den Börsenstrompreis ausgewirkt haben?
Ein gutes Beispiel ist hierfür Italien. Dort gab es von Februar auf März eine deutliche Zunahme in der Gebotszone IT-Nord um 24,4 Prozent. Der Anteil Photovoltaik an der Erzeugung betrug zwar ebenfalls 16,6 Prozent, allerdings hat Italien auch sehr viel Strom importiert. Der Anteil Photovoltaik an der Last betrug im März nur 12,3 Prozent.
Kann man sagen, dass wir „Glück“ hatten, dass die Lage im Iran jetzt eskaliert ist und Deutschland dank des starken Photovoltaik-Zubaus der vergangenen Jahre dies in den Frühlings- und Sommermonaten bis in den Oktober hinein besser abfedern kann als andere Länder?
Der starke Zubau insbesondere der Photovoltaik seit 2022 trägt entscheidend dazu bei, dass die Auswirkungen der Erdgaspreise auf den Börsenstrompreis dieses Mal deutlich geringer ausfallen. Noch ist der Ausbau der erneuerbaren Energien aber insgesamt nicht ausreichend, um deutlich unabhängiger von geopolitischen Schocks sein zu können.
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Laut dem Chart ist der Strompreis aber im März um 0,7% gesunken, nicht gestiegen.
Richtig, danke für den Hinweis. Jetzt sollte es passen!
Der Day-Ahead-Börsenstrompreis mag minimal gesunken sein, aber nur eine winzige Zahl an Kunden nutzt dynamische Stromtarife. Für feste Stromtarife ist der durchschnittliche Neukundenpreis seit 01.01.2026 von 23,0 auf 28,0 Cent/kWh gestiegen. 22% Preisanstieg. Das überkompensiert bei weitem die nunmehr die gesunkenen Übertragungsnetzentgelte, die nun teilweise aus Steuergeldern finanziert werden. Bedeutet am Ende wieder einen Rückgang an Kaufkraft
@Gernot
Also wenn man die durchschnittlichen Neukundenpreise für diesen Vergleich heranzieht, dann stimmt das wahrscheinlich sogar (Quelle?). Man sollte aber beim Wechsel des Stromtarifs nie nach dem Durchschnitt suchen, sondern (genau) immer nach den günstigsten. Verivox berücksichtigt das bei seinem Vergleich. Und demnach sind die Stromtarife für Neukunden in den letzten drei Monaten nur um 1,4 Cent/ kWh gestiegen.
Quelle ist das Vergleichportal Verivox, die täglich die Daten für den Energiemonitor der Zeit melden. Und – da habe ich mich unpräzise ausgedrückt – es ist der deutschlandweite Durchschnitt der jeweils günstigsten Angebote und nicht der D
Dass der Preis nur um 1,4 Cent/kWh gestiegen wäre, ist definitiv falsch. Hier können Sie direkt bei Verivox nachlesen, dass Preis allein von Februar auf März von 24,2 Cent/kWh auf die von mir schon genannten 28,0 Cent/kWh gestiegen ist.
https://www.verivox.de/strom/nachrichten/strompreise-steigen-iran-krieg-laesst-milliardenzuschuss-des-staates-verpuffen-1121511/
Wenn man nun in die innertäglichen Preisverläufe beim Strom schaut führt die beschriebene Entwicklung zu noch größeren innertäglichen Spreads als in der Vergangenheit. In der Merit Order ist tagsüber die Photovoltaik preissetzend und abends Erdgas mit den hohen Preisen.
Nur Speichertechnologien sind technisch in der Lage für kürzere Zeiträume Erdgaskraftwerke aus der Merit Order zu drängen.
Vollkommen richtig und die eAuto’s könnten mit BiDi-Ent-/Laden, zunächst im Sommerhalbjahr, den richtigen Hebel setzen.
a) mittels V2H (vehicle-to-home), aber dies ist im Sommer nicht ausreichend – in der Übergangszeit aber dafür heftig !
b) aber mit V2G könnte es gut klappen, aber die Protagonisten, insb. e.ON and friends werden wohl kaum den eigenen buddies (RWE, Uniper, etc) mit ihren Gaskraftwerken in die Parade fahren.
Die kleineren, unabhänigen Stadtwerke könnten aber ebenfalls mit Quartiertsspeichern einsteigen und ihre Netze „unabhängig“ von Zukäufen aus vorgelagerten Netzen machen.
In diesem Sommer könnte es dann vielleicht die ersten Tage (/Wochen) ohne fossile Erzeuger geben.
Machen, einfach machen !
Irgendein Pseudoexperte hat das mal in die Welt gesetzt und seitdem plappern es fast alle Journalisten und selbst Fachportale wie Verivox immer nach: Das Gaskraftwerke für teuren Strom sorgen, läge am Merit-Order-Prinzip. Das ist komplett falsch. Das Merit-Order-Prinzip hat damit null zu tun.
Die Merit Order bestimmt lediglich in welcher Reihenfolge die Stromerzeuger bezuschlagt werden (ansteigend nach Preis, bis der Bedarf gedeckt ist). Das dann alle den Preis des zuletzt bezuschlagten, teuersten Erzeugers bekommen, liegt am Uniform Pricing (aka Pay-as-clear aka Markträumungspreis) und nicht am Merit-Order-Prinzip. Das Merit-Order-Prinzip lässt sich technisch auch problemlos mit Pay-as-bid und eben ohne Uniform Pricing umsetzen. Wie gehabt und eben kennzeichnend für Merit Order werden die Stromanbieter weiter ansteigend nach Gebetshöhe bezuschlagt, aber jeder bekäme nur den Preis, zu dem er angeboten hat, eben Pay-as-bid.
Zum Mitmeißeln: Das ein hoher Gaspreis für explodierende Börsenstrompreise sorgt, wodurch dann z.B. der Windkraftanbieter, der für 4 Cent/kWh angeboten hat, in den Abendstunden auch 20 Cent/kWh bekommt, liegt einzig und allein am Uniform Pricing und nicht am Merit-Order-Prinzip. Wir wollen auf keinen Fall das Merit-Order-Prinzip abschaffen, aber wir können mal das Uniform Pricing überdenken. Es sind sich aber selbst Experten uneins, ob Pay-as-clear auf Dauer günstiger kommt. In Krisen-/Knappheitszeiten wie 2022 oder jetzt, wäre Pay-as-clear ziemlich sicher günstiger. In halbwegs normalen Zeiten aber nicht unbedingt.
Das Ganze hat unzählige Facetten und ist in einem Kommentar hier nicht abzudecken, aber stark vereinfacht beschrieben bieten bei Uniform Pricing viele Erzeuger zu Grenzkosten an. Sie können durch das Uniform Pricing sicher sein, vollautomatisch automatisch den höchsten Preis zu bekommen, den der Markt zur Deckung der Nachfrage bezahlt. Es gibt wenig Motivation, zu spekulieren. Bei Pay-As-Bid würde jeder Erzeuger für jede einzelne der 35.040 Viertelstunden eines Jahres spekulieren, was wohl der höchste Preis wäre, den man bekommen könnte. Er hätte dann aber das Risiko, leer auszugehen, wenn er zu hoch pokert. Es gibt unzählige Simulationen dazu, aber die Ergebnisse sind uneinheitlich.
@Gernot:
Das ist ja alles richtig, jedoch gehe ich davon aus, dass wenn Jemand von der Preisbildung nach dem Merit Order Prinzip, implizit immer das Uniform Pricing meint. Somit ist das meiner Meinung nach einfach eine Vereinfachung der Sichtweise.
Denn ohne Merit Order gäbe es kein effizientes Uniform Pricing und umgekehrt ohne Uniform Pricing hätte die Merit Order nicht die gleichen Investitionsanreize.
Somit:
Merit Order wählt die Kraftwerke (bzw. die Reihenfolge – von billig nach teuer) aus.
Uniform Pricing legt den einheitlichen Preis fest.
In einem Fachmagazing kann man schon auf die Unterschiede eingehen, aber zur Vereinfachung der Sichtweise, reicht es m.E. für das gesamte Konstrukt lediglich vom Merit Order Prinzip zu sprechen.
Dirk Specht meint dass die Preise zu denen das letzte Gaskraftwerk an der Börse anbietet nichts mit den Grenzkosten des Gaskraftwerks zu tun hat, sondern dass die Preise durch Shorts Effekte viel höher liegen können.
Daher empfiehlt er das Merit Order Prinzip das für den Verkauf an der Strombörse vorgeschrieben ist zu ändern, bzw. zu ersetzen.
Betriebswirtschaftlich ist das derzeitige System sinnvoll, volkswirtschaftlich nicht, sagte er.
Quelle: Geladen Podcast
https://youtu.be/GPaLfWkkMeA
„…aber mit V2G könnte es gut klappen…“
Merkwürdig @E.Wolf,
du redest von V2G, lobst das über alles und lehnst gleichzeitig SmartMeter rigoros ab.
Ich bin doch mal gespannt, wie dann V2G aus Deiner Sicht funktionieren soll … 🤔
„Pay-as-clear“
wird als Ersatz für den Kapazitätsmarkt argumentiert, wenn dieser dann doch noch ‚zusätzlich‘ erforderlich wird, dann weil das Marktdesign damit nicht für ausreichend Kapazitäten (backup/extended ‚CoolCalmCovering‘) gesorgt habe …
… pay-as-bid wird dann nie erwähnt, weil auch ein niedrigerer, durchschnittlicher Marktpreis (je EE(G) Branche) zu Direktvermarktungsverlusten führen könnte, die durch die Marktprämien und die Differenzkosten wieder (aus dem KTF) ausgeglichen werden müssten.
Warum aber alle den Angebotpreis des höchstpreisigsten Stromanbieters (bis zur Erreichung des angeforderten Strommengevolumens) erhalten, ja, eine ‚Besonderheit‘ des ‚Strommarktes‘ an der Strombörse für den kurzfristigen Stromhandel?
falsch?, oder …
Der Beitrag suggeriert, dass der Ausbau Erneuerbarer Energien mit einem sinkenden Strompreis einhergehen würde. Das ist faktisch aber nicht der Fall. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis (Jahresverbrauch 3500 kWh) ist laut BDEW von 13,9 Ct/kWh im Jahr 2000 auf 39,3 Ct/kWh im Jahr 2025 (+182 %) gestiegen. Damit gehört Deutschland zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen innerhalb der EU.
Mmh, und Sie suggerieren, dass der Strompreis w/ des Ausbaus der EE gestiegen ist?! Und das ist noch viel weniger richtig
Stefan Martin schreibt
Der Beitrag suggeriert, dass der Ausbau Erneuerbarer Energien mit einem sinkenden Strompreis einhergehen würde. Das ist faktisch aber nicht der Fall.
@ Stefan.
So wäre es aber, wenn der Strommarkt gerecht ablaufen würde, und der „Merit Order Effekt“ den Sonne und Wind auslösen, bei den Verbrauchern ankäme.
Frage meinerseits:
Die EEG Umlage auf Verbraucher ist meines Wissens seit 2022 weggefallen. (ca 8? Cent/ kWh [Netzgebühren]).
Und trotzdem liegen die Preise insgesamt weiter auf diesem hohen Niveau? MwSt liegt ja nach wievor bei 19%.
Zum Vergleich: hier in Norwegen hat man seit 1.1.26 bei Abgaben ca 18% gekürzt.
Das sieht und merkt man dann auch bei der Abrechnung.
Irgendjemand kommt da in DE scheinbar Abends vor lauter Lachen (und dicken Taschen) nicht in den Schlaf.
🤔
Korrektur:
„bei Abgaben ca 18% gekürzt“
es sind bei dieser Abgabe 43%
@ Uwe
Das ist eine lange Geschichte diese Dunkelkammer EEG Umlage zu erklären.
Begonnen hat alles 1992 mit dem Stromeinspeisegesetz, dem EEG Vorgänger. Die Versorger bekamen ihrem Versorgungsvolumen entsprechend „Grüne Ökobänder“ zwingend zugeteilt, mussten die vergüten. Ihren Restbedarf mussten sie sich konventionell beschaffen. Die Mehrkosten die dabei in ihrem Versorgungs Portfolio anfielen, nannte man damals Ökoabgabe. Wer seinen Restbedarf am billigsten beschaffen konnte, hatte die wenigsten Mehrkosten, die von einem neutralen Wirtschaftsprüfer genehmigt werden mussten. Wenn die Börsenpreise sanken weil der Wind wehte oder die Sonne hoch stand, wirkte das kompensierend auf die „Mehrkosten“, der Merit Order Effekt lässt grüßen. Wir hatten bundesweit die unterschiedlichsten Ökoabgaben. Ich hatte noch lange eine 0 vorm Komma, als ein Bekannter bei einem anderen Anbieter schon eine „1“ vorm Komma hatte. Die EE waren praktisch finanziell in den Mark integriert. Das war 2010 mit dem EEG zu Ende. Die Netzbetreiber nahmen die Mehrkosten alleine in die Hand und gaben jeweils im Oktober bekannt, was sie benötigen, um im Folgejahr die prognostizierten Vergütungen zu bezahlen.
Seitdem bedient man sich zur Umlagenermittlung dem EEG Konto, wo Einnahmen für EEG Strom den Ausgaben für die Vergütungen gegenübergestellt werden.. Der Merit Order Effekt durch Sonne und Wind, von vor 2010 wird dabei gerade ins Gegenteil umgewandelt. Je niedriger die Börsenpreise, sprich Einnahmen auf dem Konto, desto größer die Differenz zu den Vergütungen, die der Staat mit Milliarden ausgleichen muss.
So Uwe mach dir mal Gedanken wo da was für die Verbraucherpreise übrig bleiben soll.
Bei heutigen Systempreisen von Solar es in JEDEM Falle günstiger selbst Strom zu erzeugen, als fremd einzukaufen. Vollkommen unabhängig von Subventionen aller Art. Daher nimmt die Bedeutung des Preises pro Kilowattstunde tendenziell ab.
Gernot schreibt am 2. April 2026 um 10:46 Uhr
Irgendein Pseudoexperte hat das mal in die Welt gesetzt und seitdem plappern es fast alle Journalisten und selbst Fachportale wie Verivox immer nach: Das Gaskraftwerke für teuren Strom sorgen, läge am Merit-Order-Prinzip. Das ist komplett falsch. Das Merit-Order-Prinzip hat damit null zu tun.
@ Gernot
Das Merit Order Prinzip hat sehr wohl etwas damit zu tun. Es muss nur richtig angewandt werden
Schauen Sie mal die folgende Merit Order Grafik
https://de.wikipedia.org/wiki/Merit-Order
Das letzte noch für die Nachfrage benötigte Kraftwerk bestimmt den Preis.
Je mehr Kraftwerke mit niedrigen Grenzkosten links auf der Kurve anbieten, desto mehr teure Gaskraftwerke werden rechts verdrängt und senken den Preis.
Bis 2010 mussten die EE „zwingend“ ( Grüne Bänder ) auf der MO Angebotskurve ganz links angeboten werden, und haben „Zwingend“ rechts reihenweise teure Gaskraftwerke verdrängt.
Seit 2010 müssen die EE separat vermarktet werden, und dürfen an diesem Preisfindungssystem nicht mehr teilnehmen. Das heißt sie können keine teuren Gaskraftwerke mehr verdrängen.
Das meinen die Pseudoexperten
@ Gernot
Ergänzend zu meinem Kommentar.
Klicken Sie erneut auf die MO Grafik
https://de.wikipedia.org/wiki/Merit-Order
Scrollen Sie das vierte Bild nach oben, dann sehen Sie Folgendes.
Als die EE noch mit Grünen Bändern den Versorgern zwingend zugeteilt wurden, sank bei der Preisbildung deren Nachfrage nach Graustrom, sprich den teuren Gaskraftwerken. Auf der Grafik sank N1 auf N2 und entsprechend fiel der Preis automatisch von P1 auf P2.
Sie sehen, Merit Order ist kein Kindergeburtstag.