Mitte März richtete sich der Bundesverband des Solarhandwerks (BDSH) mit einem Appell und einer Mail-Aktion an Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD). „Mit großer Sorge beobachten wir derzeit die politischen Entwicklungen, die in der Branche zunehmend als erhebliche Schwächung der Solarwirtschaft wahrgenommen werden“, heißt es in dem Appell. Konkret geht es dem Verband um „die diskutierte Abschaffung der Einspeisevergütung (für Anlagen bis 25 Kilowatt; d.red.), parallele Änderungen im Gebäudeenergiegesetz sowie die Herausforderungen des sogenannten Netzpakets“. Hinzu komme die mit einem möglichen Wegfall der Vergütung anstehende Verpflichtung zur Direktvermarktung auch für kleine Anlagen. Dies sei „ein Instrument, das für viele private Anlagenbesitzer zu komplex ist, um eine praktikable Alternative darzustellen“, so der BDSH-Appell.
Der BDSH appelliert deshalb eindringlich an den Umweltminister, „sich innerhalb der Bundesregierung für planbare und verlässliche Rahmenbedingungen einzusetzen. Unsere Branche benötigt einen klaren, langfristigen Fahrplan sowie einen geordneten Übergang bei notwendigen Anpassungen und keinen abrupten Systemwechsel, der Investitionen gefährdet und Arbeitsplätze im Handwerk unter Druck setzt.“
Im Rahmen der Ressortabstimmung
Inzwischen liegt eine Antwort des Umweltministeriums vor. Peter Knuth, BDSH-Vorsitzender und Geschäftsführer sowie Mitbegründer des Anbieters von Photovoltaik- und Wärmepumpenanbieters Enerix, findet sie „enttäuschend, aber nicht verwunderlich“. Das Ministerium hatte mitgeteilt, ihm liege bislang nur ein Entwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) vor. Dieses sei innerhalb der Regierung auch federführend zuständig, das eigene Haus werde sich aber „im Rahmen der regulären Ressortabstimmung einbringen und sich in der Bundesregierung für eine nachhaltige und bürgernahe Energiewende einsetzen“. Man sei „optimistisch, dass wir innerhalb der Bundesregierung eine gemeinsame Linie finden werden, die sicherstellt, dass der Ausbau der Photovoltaik ambitioniert weitergehen wird.“
Überraschend ist es tatsächlich nicht, wenn das Umweltressort auf die Kernzuständigkeit des Wirtschaftsministeriums verweist. Aus Sicht des BDSH wären aber wohl ein paar inhaltliche Hinweise hilfreich gewesen, zu welchen konkreten Punkten der geplanten Gesetzesänderungen der Umweltminister womöglich Kritik formulieren will. Doch falls es der Plan war, die in den vergangenen Monaten von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) immer wieder auf verschiedenen Kanälen kolportierten Pläne zu EEG und Netzpaket mit einer Art Gegenrede aus dem Umweltministerium zu versehen, dann ist er nicht aufgegangen.
Die Art der Kommunikation ist das Problem
Dabei sind es zumindest in Bezug auf die angekündigte Vergütungsstreichung nicht allein die Inhalte, gegen die der BDSH vorgehen will. Es sei ja, so Knuth gegenüber pv magazine, „sowieso seit Jahr und Tag so, dass wir wissen, dass die Vergütung irgendwann ausläuft und dass ein wirtschaftlicher Betrieb von Photovoltaik-Anlagen auch ohne EEG möglich ist.“ Allerdings brauche es dafür auch passende Bedingungen im Netz, ohne die vor allem – siehe den Appell – eine Direktvermarktung von Strom aus kleinen Anlagen nicht möglich sei.
Irgendwelche Konsultationen der Branche zu solchen Fragen habe es aber seitens des Wirtschaftsministeriums aber, so weit er wisse, nicht gegeben, kritisiert Knuth. Generell hätten er und seine Verbandskollegen ein großes Problem „mit der Art und Weise, wie so etwas kommuniziert wird“. In der allgemeinen Wahrnehmung blieben die Schlagzeilen hängen, wonach die Vergütung gestrichen und der Betrieb von Anlagen damit unwirtschaftlich werde – der entstehenden Verunsicherung lasse sich nur sehr schwer begegnen. Ganz allgemein sei das Vorgehen kontraproduktiv für das Solarhandwerk, so Knuth: „Wir brauchen stabile Rahmenbedingungen seitens der Regierung.“
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sorry aber irgendwo hat der Herr Knuth vor paar Tagen noch gesagt, die Einspeisevergütung wäre nicht mehr wichtig…
Hallo H. ,
Ist sie auch nicht – wenn es marktreife Alternativen gibt. Das hat Herr Knuth gesagt. Hier geht es nicht um die Beibehaltung der Vergütung. Die Vergütung kann aber nicht einfach so „alternativlos“ auslaufen.
Die von Reiche genannten Alternativen: „Direktvermarktung“, „CfDs“ sind alle noch nicht bereit für den Markt oder eben zu komplex. Zumal wir auch beim Smart Meter Rollout – welchen es für solche Alternativen braucht – noch viel zu weit zurückliegen.
Interessant, Vergütung für Solar soll auslaufen und Vergütung für Gas soll steigen. Naja, immerhin an kreativer „Logik“ mangelt es wohl nicht.
Die Bevölkerung Deutschlands soll also kostenlosen Strom bereitstellen, für den sie dann immer weiter steigende Preise bezahlen müssen.
… es gäbe (tendenziell erkennbar) eine Spaltung der Gesellschaft, in welche ‚die sich ‚EE‘-Hardware leisten können (EE(G)-Anlage, Dämmung, Wärmepumpe, eAuto, Effizienzgeräte, Aktienbeteiligungen …) oder zur Verfügung gestellt bekommen‘ und diejenigen, welche in Abhängigkeiten aus Vermietung (intoleranter, einschränkender Regulierung, priv/ges.) und niedrigen Einkommen diese Anforderungen bedienen sollen, und ‚Viele‘ irgendwo dazwischen(?)
… ’schäbige, neu-moderne Welt‘, wenn man das gewähren lässt(?)
@ ehrlich….
Steht das irgendwo, hat das einer gesagt, oder ist das ihre eigene Meinung, die zu 100 % richtig ist.
@ Schlüter: Es wird wohl Biogas sein aus Schmierabfällen.
Ansonsten wäre es unlogisch. Allerdings nicht ganz klar wie oder welches Verfahren zusätzlich.
Hab neulich noch mit jrmandem gesprochen, da ging’s um normales Biogas. Aussage war: “ Die würden auch Wasserstoff gerne draußen machen, aber die Auflagen wären noch zu hoch, deshalb Bio, obwohl das andere sinnvoller wäre“.
„Steht das irgendwo“
SmartMeter hätte ‚ich‘ in der Auflistung, noch gesondert zu ‚Effizienzgeräte‘, erwähnen können/sollen(?)
… es scheint, als ob die Energiewende zum Klassenkampf und für Umverteilung verwendet wird (und damit wären ‚besserGebildete‘ und ‚besserVerdiendende‘ im eher neg. Fokus, dabei, hinsichtlich ‚Solidarität‘ in einer Gesellschaft? Denken Sie meine Perspektive ist (zu) ‚altmodisch‘? )
Wie in vielen Bereichen ist unsere Politik Hirnlos, Ideenlos und entgegen Honeckers Spruch lautet es von Reiche und co. Vorwärts nimmer Rückwärts immer!!! Stellt sich mir nur die Frage wie viel Schmiergeld Sie, von der Gas- und Stromlobby, kassieren.
Gibt es keine Neuregelung der Staatlichen EEG Beihilfen, dann gibt es ab dem 1.1.27 keine Steuerfinanzierten Vergütungsgarantien mehr. Dazu müssen die EEG Beihilfen ab dem 1.1.27 neu mit der EU abgesprochen worden sein. Außerdem Belasten die Beihilfen den Bundeshaushalt, wo größere Haushaltslöcher noch gestopft werden müssen. Vielleicht hat die Photovoltaik Lobby die Probleme unterschätzt und die Macht von Herrn Schnieder überschätzt. Scheinbar gibt es auch keinen Boom, um sich noch die Einspeisevergütung zu sichern.
Lasst euch nicht irre machen. Wer ein Dach hat sollte es mit PV voll machen. Denn alle Berechnungen von Energieberatern sind zu gering ausgelegt. Es wird ja nur der momentane jährlich Stromverbrauch zu Grunde gelegt. Der Stromverbrauch in jedem Haushalt wird steigen. So ist es auch mir gegangen vor 24 Jahren. Schon nach wenigen Jahren war die erzeugte Strommenge viel kleiner als der Verbrauch. Als Volleinspeiser konnte ich den Strom zwar nicht direkt nutzen aber es zeigt wie falsch die anfänglichen Berechnungen waren.
In Zukunft werden E-Auto und Wärmepumpe den Stromverbrauch enorm steigern. Zudem wird in den Wintermonaten weniger Energie vom Dach geerntet in denen die Wärmepumpe aber mehr verbraucht. So ist eine größere PV-Fläche von Vorteil weil man dann zu dieser Zeit weniger Strom zukaufen muss. Wer jetzt noch eine Öl- oder Gasheizung einbaut steuert in eine sehr teure Zukunft.
Die Zukunft ist elektrisch, dass sollte jedem klar sein.
Gute Energieberater fragen zukünftiges Heizen / Kühlen mit WP und E-Mobilität natürlich ab, und kalkulieren solche Szenarien. Sonst sollten sie sich eigentlich nicht Energieberater nennen…
Jeder 3te Neuwagen in D hat einen Stecker (reines BEV oder zumidnest Plug-In-Hybrid) – das ist irgendwann auch im Gesamtbestand so. Im Neubau gibt es 70% WP-Anteil. Und das wird weiter zunehmen. Also – macht die Dächer voll!
Naja,
Es werden aber 2 Dinge vergessen bei den Kosten:
kapitalzinsen. bei Ner 10.000€ Anlage sind das 300 € pro Jahr. Wer 3000kwh verbraucht, zahlt inkl Neukunden Bonus meist nur 16 Cent.
Da sind diese Zinsen schon viel.
Beim Verbrauch : Es wird doch ne Kilometer Abgabe für e Autos geben müssen.
Desweiteren muss damit gerechnet werden, dass man auch auf selbst genutzten Strom ne Abgabe zahlen muss.
Das war bis 2021/2022 so.
Ich kann auch Biogas/ Biodiesel im Garten machen , ich darf ihn aber nicht ins Auto tun. Und auch nicht die Heizung damit betreiben .
Aber beim Thema solar, denkt jeder, dass ist mein Strom und damit darf ich machen was ich will…
Das wird noch zu gesellschaftlichen Konflikten führen. je mehr Menschen meinen sich aus der gesellschaftlichen Verantwortung raus zu schleichen. Die EEG Umlage / Netzgebühr muss nunmal finanziert werden. Durch ne Einbeziehung dieser Posten nur für den Netzstrom Bezieher , wird das nicht gehen !
H. schrieb:
„Ich kann auch Biogas/ Biodiesel im Garten machen , ich darf ihn aber nicht ins Auto tun. Und auch nicht die Heizung damit betreiben .“
Doch, darfst du rein tun. Du kannst auch deine Heizung damit betreiben, off-grid, das tun zum Beispiel viele Kläranlagen und die sind alle legal. Viel Spaß dabei, das umzusetzen.
Ich bin mir sicher, dass das PV-Magazine sogar einen entsprechenden Artikel von Dir, auch mit Bildern, veröffentlichen würde.
Entweder der eigene Stromlieferant oder ein anderer Stromhändler kauft den überzähligen PV-Strom auf.
Das muss der Ausgangspunkt für zukünftige *Marktregeln* sein.
Der zwangsweise Aufkauf und auch das weiterreichen an die Börse durch den Netzbetreiber hatten wir schon. Also bleibt nur noch der Preis an Anknüpfungspunkt – und der ist in Zukunft für diesen PV-Strom größtenteils negativ.
Die andere Variante ist das zeitliche verschieben beispielsweise in die Nacht.
Das Beenden der Staatlichen Subventionierung macht den Weg frei um den EVUs oder Händlern zu ermöglichen ein Angebot zum Aufkauf zu formulieren. Ob nun Pauschal oder per Smart-Meter zeitbasiert mit Einbindung der PV-Speicher.
‚ich‘ plädiere für Bagatellgrenzen, mit Freibeträgen oder ‚kostendeckender Vergütung‘ für die entstandenen Kosten der Investition (und kein ‚Gegenrechnen‘ mit möglichen/statistischen ‚Einsparungen‘) (bei Anlagen bis etwa 3-5kWp)
… Direktvermarktungs’förderung‘ bzw. Schaffung/Etablierung der Strukturen, damit man Organisationskosten und praktische Umsetzung einschätzen und einordnen kann, sollte man über einer 100-30(-10)kWp-Einordnung (je nach Erfahrungswerten) beginnen(?)
‚ich‘ halte die Regulierung bis auf 2kWp-Anlagen für eine unverhältnismässige Zumutung (hinsichtlich der ‚Skalierung von Kosten‘ und nächster Generationen an PV-Investitionen und zur Teilhabe dabei)
Bis 5 kWp braucht es gar keiner Subvention oder Vergütung. Die Anlagen tragen sich selbst, dank hoher politisch gewollter Strompreise.
Darüber muss man Geld verdienen. Also eine gewerbliches Konstrukt.
Genau deshalb braucht man eine *Vergütung* die unkompliziert ist – beispielsweise durch den Stromlieferanten.
Das EEG mit 24/7 gleicher Vergütung von Solarstrom führt dazu, dass dieser im Eigenverbrauch „verbrannt“ wird, solange das Stromnetz ihn noch dringend brauchen könnte, aber mit nahezu ungebremster Überschussleistung ins Netz läuft, wenn es an allen Enden der Stromleitungen schon über den Bedarf hinausgeht.
Sinnvolle Abhilfe schafft eine dynamische Einspeisevergütung mit Abrechnung über Smartmeter: Jede eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom aus privaten PV-Dachanlagen erhält genau so viel, wie der jeweilige EPEX-Sportmarktpreis hergibt. Gerne mit einem Mindestbetrag von 1 Ct/kWh und einer Kappung bei 20 Ct/kWh.