Auf dem Battery Business and Development Forum in Frankfurt stand am Dienstag eine Frage im Raum, die die Branche seit Monaten umtreibt: Wird die Netzentgeltbefreiung für Batteriespeicher fallen und wenn ja, wie?
Mehr als 530 Teilnehmer aus Entwicklung, Projektierung und Vermarktung warteten auf Signale aus Bonn. Diese lieferte Karsten Bourwieg von der Bundesnetzagentur – zumindest in Teilen.
Erste Leitplanken zur künftigen Ausgestaltung sollen nach Angaben der Bundesnetzagentur Ende Mai oder Anfang Juni veröffentlicht werden. Damit würde die Behörde erstmals konkreter aufzeigen, in welche Richtung sich der regulatorische Rahmen im Zuge des AgNes-Prozesses entwickelt.
Der AgNes-Prozess steht für die Neugestaltung der Netzentgeltsystematik. Im Kern geht es dabei nicht ausschließlich um Batteriespeicher, sondern um eine grundlegende Neuverteilung der Kosten für Netzausbau und -betrieb. Bislang galt eine privilegierte Regelung, nach der Batteriespeicher weitgehend von Netzentgelten befreit waren. Diese Sonderstellung steht nun auf dem Prüfstand. Nach Darstellung Bourwiegs verfolgt die Bundesnetzagentur das Ziel, alle Netznutzer stärker an den Kosten des Systems zu beteiligen. Das betrifft neben klassischen Verbrauchern und Erzeugern zunehmend auch flexible Akteure wie Speicher.
Battery Business & Development Forum

Zum BBDF 2026, organisiert von pv magazine, Solarpower Europe und Conexio PSE, kamen am 31. März und 1. April über 530 Branchenexperten zusammen. In 15 Sessions und der Networking-Reception diskutierten sie die derzeit relevanten Themen. Zielgruppen waren unter anderem Projektentwickler, Investoren, Banken, Vermarkter, Optimierer, Hersteller und weitere Dienstleister.
Der nächste BBDF wird am 7. und 8. April 2027 wieder in Frankfurt stattfinden. Noch bis zum 12. Juli lönnen Sie ihre Teilnahme mit dem „blind ticket“-Discount buchen.
Die Diskussion auf dem Forum machte jedoch deutlich, dass sich die Netzentgeltdebatte nicht isoliert führen lässt. Sie überlagert sich zunehmend mit der Debatte um flexible Netzanschlussvereinbarungen (FCA). Dahinter stehen betriebliche Einschränkungen wie Rampenbegrenzungen oder Fahrplanrestriktionen, bei denen Betreiber ihre Einsatzplanung teilweise schon mehrere Stunden vor Lieferung nicht mehr anpassen können.
Gerade die Kombination beider Mechanismen sorgt in der Branche für Sorge. Philip Hesel, von Aurora Energy Research, stellte in diesem Zusammenhang eine Analyse vor, nach der ein fiktives Batteriespeicherprojekt ohne Einschränkungen am Netzanschlusspunkt einen internen Zinsfuß von rund 20 Prozent erreichen kann. Greifen einzelne FCA-Elemente, sinkt dieser Wert je nach Maßnahme um zwei bis fünf Prozentpunkte. Bis zu einem Projekt-IRR von etwa zehn Prozent gelten Speicherprojekte noch als grundsätzlich finanzierbar. Darunter wird es kritisch.
Wenn mehrere Einschränkungen zusammenkommen, kann sich der Effekt kumulieren. FCA-bedingte Limitierungen können den IRR um bis zu zehn Prozentpunkte reduzieren. Kommt zusätzlich eine veränderte Netzentgeltsystematik hinzu, drohen weitere Abschläge. In der Konsequenz könnten Projekte unter die Wirtschaftlichkeitsschwelle fallen.
Vor diesem Hintergrund wird künftig auch entscheidend sein, wie beide Regulierungsstränge zusammengedacht werden. In der Branche wird die Erwartung formuliert, dass Einschränkungen durch flexible Netzanschlüsse zumindest teilweise durch geringere Netzentgelte kompensiert werden könnten.

Kollage: BBDF
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warum sollen batterien keinen irr von 20% haben dürfen, wenn die netzbetreiber ihren netzausbau nicht schaffen und selber auch renditen von bis zu 20% haben?
Renditen im Verteilnetz liegen nicht nur bei 20%… Hier wird mit 80 und mehr Prozent gearbeitet…
Für den Laien, selbst den der sich zumindest grundlegend für das Thema interessiert, vielleicht sogar selbst eine pv-anlage auf dem Dach und einen Batteriespeicher im Keller hat und eventuell sogar plant, seinen Solarstrom an den Nachbarn zu verkaufen, sehr schwer zu lesen. So ist das für einen Fachmann vielleicht ein interessanter Artikel. Für die restlichen 95% wohl eher ein tl;dr.
Schade, denn nicht nur an sehr interessantes, sondern auch ein sehr wichtiges Thema.
Batteriespeicher belasten das Netz nicht sondern entlasten das Netz.
Demnach sollten die nicht Netzentgelte zahlen sondern bekommen, weil weniger Netzausbau durch die Integration der Speicher benötigt werden.
Ganz schön verdreht Welt. Lobbiismus pur!
Genau meine Meinung auch … Heimische Akkus glätten den Tag-Nacht-Stromverbrauch und tragen somit dazu bei, dass es weniger teuren Importe aus den grundlastfäigen KW’en Frankreichs/Polens braucht oder teures LNG. Sie können zwar im Winter keinen nennenswerten Beitrag leisten, unsere kaputte Energieerzeugung zu retten … aber dass ist ein anderes Thema.
Es gibt 3 Arten von Speichergedanken.
Generell: „Batterie Speicher“ werden alles teurer machen !!!
Das Errichten und Benutzen von Batterie Speicher kostet zusätzlich Mrd, die das „Gesamt-System Strom“ nun als Mrd Posten mehr hat … und die es von den Kunden zurück haben will… Alles andere ist naiv. Dazu ökologische Probleme durch Speicherverluste…
1: Speicher zur kurzfristigen Systemstabilität beim Netzbetreiber/ Überspannwerken etc…
2: genossenschaftliche / öffentliche / städtische non-Profit oder Low-profit Speicher, die der Bevölkerung dienen und gespeicherten Strom später zum Selbstkostenpreis weitergeben.
3: Die Kategorie der „Investment Batterien „…
Es heißt es nicht, dass die „Investment Batterien“ den Ortschaften/Menschen in diesem Land auch automatisch Strom geben, wenn diese den benötigten !!!
Die entscheiden frei !!! und wenn abzusehen ist, dass der Preis morgen noch höher ist, warten die noch.
also unplanbar für a) den Gesamtmarkt und die Netzstabilität und c) die Versorgungssicherheit der Bevölkerung
Als generelles Gedankenspiel, warum Speicher gravierende wirtschaftliche Probleme auslösen können, stelle man sich vor:
Wie soll die Bäckerei wirtschaftlich arbeiten können, wenn alle Leute nur noch Samstags kurz vor Ladenschluss die runter gesetzten Brötchen kaufen und einfrieren – in der extra für x Euro gekauften Gefriertruhe, die x Menge Strom verbraucht.
Dass das klappen soll, wird uns immer suggeriert. Auch beim Heimspeicher „So kann man was sparen von den bösen Stromkonzernen. “
1: Die STROMKONZERNE wollen trotzdem ihren Gewinn machen, also wird’s teurer.
– Wenn die auf Gewinn verzichten wollten, hätten die das längst tun können und einfach die Preise senken. Wollen und werden die aber nicht. das ist naiv zu glauben.
2: neue Windräder/ Kraftwerke etc lohnen sich nicht mehr zu bauen und zu betreiben, wenn Investment Batterie Speicher den günstigsten Strom einfrieren/ einspeichern und dann verkaufen.
Mit paar Cent und nur für paar Stunden nur am laufen kann ich kein Kraftwerk finanzieren/ betreiben.
Gilt auch für Windräder. So sagte EnBW: „Offshore Windparks sind ohne Subventionen nicht möglich“
Wenn nun noch in den sonstig üblichen, normal Preisphasen die Batterie Speicher ihren alten gespeicherten Strom verkaufen wollen, sinkt die Menge, die das Volk von neu erzeugten Strom braucht, und auch der Börsen Preis ein wenig , somit fehlt den Windbetreibern die lukrative Zeit mit dem entsprechendem Preis , um andere Zeiten und Jahresphasen auszugleichen.
Ergebnis: Keiner baut mehr, oder es wird gejammert, dass der Staat den Gaskraftwerken, subventionen gibt. übrigens wird nie über die Subventionen für Windräder gemeckert, da et Herbst. Dann heißt es immer: “ Ja Kraftwerkebau und Strom ist teuer – brauchen zusätzlich Geld, und die erneuerbaren seien günstiger.
Vergessen wird halt, dass mit jedem eingefrorenen Brötchen, der Bäcker seine Kosten , mit weniger verkaufter Menge an normalen Brötchen reinholen muss.
…und für den europäischen Winter werden nunmal Gaskraftwerke benötigt – auch bei Herrn Habeck.
Dazu heißt es nicht, dass die „Investment Batterien“ den Ortschaften/Menschen in diesem Land auch Strom geben, wenn die den benötigten !!! Die entscheiden frei , und wenn abzusehen ist, dass der Preis morgen noch höher ist, warten die noch.
also unplanbar für den Gesamtmarkt und die Netzstabilität / Versorgungssicherheit.
Die entscheiden frei , und wenn abzusehen ist, dass der Preis morgen noch höher ist, warten die noch.
Und kein Vorteil für die Gesellschaft / Ortschaft.
Da wären öffentliche/ genossenschaftliche Speicher sinnvoll, die den Zweck der Systemgleichheit und den Ort dann den Strom zu dem Einkaufspreis abgeben. Nur dann hätten die Menschen was davon. Ansonsten beziehen die ihren Strom bei Investmentspeichern nur aus Ner Arten Quelle aber zum selben Preis, ohne einen Vorteil für den Menschen dort.
Tut mir leid, Mr. H., Sie verzapfen sozialistischen Stuss:
Wenn Leute Brötchen am Samstag kurz vor Ladenschluss billig kaufen, diese einfrieren, um diese dann bei Bedarf aufzutauen und aufzuwärmen, so beteiligen sie sich mit dieser ‚Spekulation‘ daran, Ressourcen optimal zu verwerten und helfen dem ‚armen Bäcker‘ indem sie seine Überproduktion abnehmen.
Diese zeitliche Spekulation kann schiefgehen, wenn Stromkosten und beschränkter Platz in der Gefriertruhe, den Unterschied zum Billigpreis im Nachhinein nicht rechtfertigen. Trotzdem wird dieser Spekulant, falls er nicht vorher pleite geht, aus dieser Erfahrung lernen und zumindest versuchen, in Zukunft Ressourcen-schonender zu spekulieren: freier Markt eben.