
Foto: Accure
Zu Darya Rüwald kam der Betreiber, als die Erlöse hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. „Sein Batteriespeichersystem hatte wiederholt Probleme, während Spitzenlastzeiten die geforderte Leistung bereitzustellen“, sagt die Abteilungsleiterin für Battery Intelligence bei Accure.
Die genauere Auswertung der Daten hätte gezeigt, dass das System mit 80 Megawattstunden und 40 Megawatt in einzelnen Monaten in bis zu 32 Prozent der Betriebsstunden von Leistungsverlusten betroffen gewesen sei. In den schwerwiegendsten Fällen sei in rund 15 Prozent der Ereignisse die Leistung vollständig ausgefallen. „Die Anlage fiel also nicht nur in der Leistung ab, sondern ging zeitweise komplett auf null“, sagt Rüwald.
Das hat weitreichende Konsequenzen. Der Vermarkter, zum Beispiel ein Optimierer, bekommt vom Speicher die Information, wie viel Energie bei voller Leistung zur Verfügung steht. Er plant dann entsprechend der vertraglichen Vereinbarungen mit dem Speicherbetreiber, wie die verfügbare Energie eingesetzt wird und handelt sie etwa am Day-Ahead oder am Intraday-Markt. Danach gibt er dem Energiemanagementsystem des Speichers für jede Viertelstunde das Signal, wie sich der Speicher verhalten soll. Das Energiemanagement überprüft die Machbarkeit und gibt der Leistungselektronik die Sollwerte für die Wirkleistung vor. In diesem Fall konnte der Speicher die gehandelten Energiemengen wegen der Ausfälle nicht liefern. Die Kosten dafür gibt der Vermarkter an den Speicherbetreiber weiter.
„Der Betreiber vermutete zunächst, dass die Batterien nicht in der Lage gewesen seien, entsprechend ihrer Spezifikationen Energie zu liefern“, sagt Rüwald. Sie und das Accure-Team analysierten die Betriebsdaten und kamen zu einem anderen Ergebnis. Die Batterien hätten wie vorgesehen gearbeitet. Das Problem lag in diesem Fall bei der Leistungselektronik.
„Das PCS war für die tatsächlichen Betriebsanforderungen am Standort unterdimensioniert“, so Rüwald weiter. PCS steht für das „Power Conversion System“, das Wechselrichter, Transformator sowie Steuer- und Regelungseinheiten umfasst. Die dauerhaft geforderte Wirkleistung habe in diesem Fall bereits nahe an der maximalen Scheinleistungsgrenze des Power Conversion System gelegen. Scheinleistung ist die Summe aus Wirkleistung und Blindleistung. Dadurch blieb praktisch kein Spielraum für Blindleistung, die das System nach den Technischen Anschlussbedingungen auch liefern muss. „Ein stabiler Dauerbetrieb bei hohen Leistungen war so nicht möglich“, sagt Rüwald.
Diskussion von Fehlerfällen und wie sie sich vermeiden lassen
Auf dem Battery Business & Development Forum werden wir in der Session „How to Build a Future-Proof Battery Storage Project“ am 1. April um 14:45 Uhr diesen und weitere reale Fehlerfälle im Detail analysieren – inklusive der konkreten Auswirkungen auf Erlöse und Risikopositionen.
Im Panel mit Vural Oezcan vom Entwickler und Betreiber ju:niz, mit Mohammed Qudaih vom PCS-Hersteller Huawei und mit Hamid Bardideh vom Systemintegrator Hyperstrong diskutieren wir mit Bezug auf diesen Fall unter anderem:
- Wie oft kommen solche Situationen in der Praxis vor?
- Es handelt sich um ein klassisches Problem in Planung und Beschaffung. Wer ist dafür verantwortlich und inwiefern hängt das von der Vertragsgestaltung ab?
- Was kann man Entwicklern raten, um solch ein Problem zu vermeiden?
- Wie geht man mit der angesprochenen Situation um, wenn ein Austausch der betroffenen Power Conversion System-Einheiten wirtschaftlich nicht infrage kommt?
Darya Rüwald (Accure Battery Intelligence) und Lutz Morawietz (Volytica diagnostics) zeigen konkrete Praxisbeispiele aus bestehenden Projekten, darunter außerdem mit Bezug zum Temperaturmanagement, zur PCS-Auslegung und zu EMS/SCADA-Problemen.
Die Session richtet sich an Betreiber, Entwickler und Investoren, die Erlösrisiken verstehen und vermeiden wollen.
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