Die von der Regierungskoalition gerade angekündigte Abschaffung der 65-Prozent-Quote für erneuerbare Energien bei Gebäudeheizungen ist hoch umstritten. Die bislang entstandene Wirkung der Quote hingegen ist eindeutig. Bezieht man sie nicht auf den Wärmebedarf, sondern auf die Anzahl neu gebauter Gebäude, wird sie im landesweiten Durchschnitt derzeit sogar übererfüllt. Das ergibt eine Auswertung von Viessmann Climate Solutions mit Grundlage der vom Statistischen Bundesamt publizierten Daten zu Baufertigstellungen Ende 2024.
Dass Wärmepumpen vor allem in neu gebauten Ein- und Zweifamilienhäusern die häufigste Heizungsart sind, ist ein schon seit längerem zu beobachtender Trend. Dies hat zuletzt auch eine Erhebung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW bestätigt. Im Baujahr 2024 hat sich dies weiter verstärkt. Von 76.000 fertiggestellten Wohngebäuden sind 53.000, also 69 Prozent, mit Wärmepumpen ausgestattet. Allerdings geben die Zahlen in dieser Form nicht wieder, wie hoch die Zahl der Wohnungen oder die beheizte Wohnfläche ist – es geht bei den besagten 76.000 Gebäuden um Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser. Auch die Frage, zu welchem Anteil die Wärmepumpen allein für die Heizung und zu welchem Anteil sie auch zur Warmwassererzeugung genutzt werden, bleibt unbeantwortet.
Klar ist, dass praktisch niemand mehr Ölheizungen einbaut; ihr Anteil im Wohnungsneubau liegt bei 0,3 Prozent. Gasheizungen kommen in 15 Prozent der Neubauten zum Einsatz, 9 Prozent werden mit Fernwärme versorgt. Bei den Wärmepumpen dominieren Luft-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen, die in 61 Prozent der Gebäude eingesetzt werden; Sole-Wasser-Wärmepumpen machen 8 Prozent aus.
Bremen ist Schlusslicht
Unter den Bundesländern führt Sachsen-Anhalt (83 Prozent aller Wohn-Neubauten) vor dem Saarland (82 Prozent) und Baden-Württemberg (75 Prozent). Die Stadtstaaten Hamburg (44 Prozent), Berlin (37 Prozent) und Bremen (31 Prozent) markieren das Ende der Rangliste. Im Falle von Hamburg und Berlin ist dies nicht allzu überraschend, denn hier gibt es neben der urbanen Siedlungsstruktur auch einen großen Anteil von Fernwärme (24 beziehungsweise 30 Prozent). Bremen aber kommt nur auf 6 Prozent Fernwärme, aber dort werden tatsächlich noch immer 52 Prozent der Neubauten mit Gasheizungen ausgerüstet – der mit weitem Abstand höchste Wert aller Bundesländer.
Auch Büro- und Verwaltungsgebäude hat Viessmann Climate Solutions in seiner Auswertung betrachtet und erkennt hier „noch erhebliches Potenzial für die Energiewende im Neubau“. In diesem Segment nämlich liegt der Anteil von Wärmepumpen bei nur 48 Prozent, Fernwärme kommt genau wie Gas auf 19 Prozent.
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Irre, dass immer noch 15% aller Neubauten mit einer Gasheizung ausgestattet werden. Wie kommt man auf diese Ideen?
„Gasheizungen kommen in 15 Prozent der Neubauten zum Einsatz“
interessant wäre dazu, welcher Anteil dabei H2-ready fähig ist? (Stromlast/-netzverteilung im Winter, regionale Hemmnisse?)
@ehrlich und kompetent,
„interessant wäre dazu, welcher Anteil dabei H2-ready fähig ist?“
wenn man in DE so weitermacht, wird das Thema H2 (inkl EE) bald obsolet sein.
Zur Erinnerung: in Sachsen-Anhalt und in MeckPomm sind dieses Jahr noch Landtagswahlen.
Der Rest wird dann ein Selbstläufer.
Sachsen-Anhalt in ein ‚Binnenbundesland‘ ohne internationale Aussengrenzen und Mecklenburg-Vorpommern grenzt an Polen (mit deutlich höheren CO2-Jahresdurchschnittswerten).
Schön, man könnte direkte EE-Erzeugung nach Polen exportieren, aus FF-Anlagen in Vorpommern, wenn der Börsenstrommarkt für Polen günstiger ist (bei negativen Börsenstrompreisen), sonst hat Polen auch günstige Braunkohle-/Biomassekraftwerke, aber auch den EU-Zertifikatehandel(?)
Sachsen-Anhalt muss sich bei Stromimport/-export mit den umliegenden Bundesländern verständigen(?)
Brandenburg grenzt an Polen und Sachsen an Polen und Tschechien.
Und zeitenweise gab’s (gibt’s?) da auch Stromaustausch im Ringschluss, über diverse Leitungsverbünde (nat. auf Kosten jeweils der normalen Stromkundinnen und Haushaltstromkunden)?
„Loop-Flows (physikalisch ungeplante Stromflüsse) über Polen und Tschechien sind ein anhaltendes Problem für die Netzstabilität in Mitteleuropa, verursacht durch den Stromtransport von Nord- nach Süddeutschland.“
„Polen und Tschechien setzen verstärkt auf Phasenschieber-Transformatoren an den Kuppelstellen, um diese Stromflüsse zu begrenzen und ihre Netze zu schützen.“
Wer betreibt Kraftwerke in Tschechien? … D. … bspw. RWE …
Die (populistischen) politischen Eigeninteressen in D. machen die Situation noch unplanbarer, im Europa der ‚Mächtigen‘ und ‚Reichen‘, wenn man ‚idealistisch‘ nur das ‚umweltfreundlich Richtige‘ machen wöllte, …, technisch gesehen.
Günstiges H2 kann man auch, mit Wohlwollen der Exportländer, aus Partnerstaaten in Afrika oder Asien oder Wasserkraftstaaten (Skandinavien, Russische Föderation?) importieren(?), mal sehen, wer da Partner sein will(?)
… dazu eine Umfrage, weil’s sowieso egal ist …
@ehrlich und kompetent,
scheinbar hast Du meinen Kommentar komplett falsch verstanden. Aber, na gut…
Zu:
„Günstiges H2 kann man auch, mit Wohlwollen der Exportländer, […] Wasserkraftstaaten (Skandinavien,…)importieren(?), mal sehen, wer da Partner sein will(?)“
falls Du damit Norwegen meinst, den Zahn
kann ich Dir gleich ziehen. Da müsste man hier erst mal das Wort -> H2 überhaupt verstehen.
da gibt’s schönere Aufgaben und Ideen, mit CH4, auch als Erdgas bekannt
@ehrlich und kompetent,
„da gibt’s schönere Aufgaben und Ideen, mit CH4, auch als Erdgas bekannt“
Noch. Denn solche Meldungen ⤵️ häufen sich.
(und nicht erst seit heute)
https://e24-no.translate.goog/energi-og-klima/i/bOmOqk/equinor-varsler-taktskifte-radikale-endringer-for-oss-som-selskap?_x_tr_sl=no&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=wapp
Für 15% Gasheizungen im Neubau kann es nur politische Gründe geben.
Wärmepumpen sind für sehr konservativ eingestellte Mitmenschen links-grüne Ideologie und damit keine Option, die der Nachbar auch noch von außen erkennen kann.
„interessant wäre dazu, welcher Anteil dabei H2-ready fähig ist? “
Kann ich dir sagen: 0, in Worten: Null. H2-ready ist leider auch so ein CDU/CSU-Märchen
auch, aber auch weitere Parteien und Verbände
mit Informationen und als Konzept zur Vorbereitung für die Zukunft …
https://www.bdew.de/media/documents/Pub_20230420_factsheet_h2ready_lmUxPqY.pdf
https://www.dvgw.de/medien/dvgw/verein/energiewende/h2-begrifserklaerung-h2ready-schrader-2403.pdf
https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/klimawandel/Faktenpapier_H2ReadyGasheizungen.pdf
https://www.bne-online.de/bne-statement-h2-ready-gasheizungen-sind-etikettenschwindel/
(von ‚pro‘ über ‚Kostenfalle‘ bis ‚Etikettenschwindel‘)
65% EE-Anteil für die Heizungsenergie (vor der Novellierung des GEG?), ist mit 20%-Wasserstoffbeimischung nicht erreichbar …
(fast 0%?, keine Statistik dazu gefunden) … ob man lachen kann, will oder darüber sogar ‚muss‘, wenn eine 1. Generation an H2-ready Geräten, vlt. kaum jemals in der Garantie- oder Nutzungszeit 100% H2 verwenden wird?
Vlt, sind die zusätzlichen Preisaufschläge ja kaum erkennbar? in D.? (ein Hersteller, mit Erprobung in Ostfriesland (Wasserstoff-Kernnetz: 9km?) für H2-ready Brennwertgeräte: „Aktuell liegen die Kosten für H₂-Ready-Brennwertgeräte in einer ähnlichen Preisspanne wie herkömmliche Gas-Brennwertkessel. Die genauen Kosten hängen vom Modell und der Einbausituation ab.“
vlt. interessant dazu: Herstellererklärung:
bestätigt, …, „dass die in der Tabelle (Anhang A) aufgeführten, ab 01.01.2024 hergestellten Gas-Brennwertgeräte gemäß den Vorgaben des GEG § 71k (Anhang B) auf einen Betrieb mit 100% Wasserstoff umgerüstet werden können. Die Umrüstung der Geräte wird mittels eines Umrüstsatzes erfolgen, der im Rahmen üblicher Wartungsarbeiten zeitsparend eingebaut werden kann. Die Zertifizierung der Gas-Brennwertgeräte in Kombination mit dem Umrüstsatz erfolgt dabei nach den gültigen Vorgaben der ZP 3100.100 und EN 15502.
Nach aktueller Planung werden die Umrüstsätze ab 01.01.2026 serienmäßig verfügbar sein.
Nach der Umrüstung eines Gas-Brennwertgerätes auf 100% Wasserstoff, ist der Betrieb mit Erdgas, Erdgas mit Wasserstoffbeimischungen bis 20% und Flüssiggas ohne Rückbau in den ursprünglichen Zustand nicht mehr möglich.
Die Fristen für die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung und der damit verbundenen Ausweisung von Wasserstoffnetzausbaugebieten sind im GEG je nach Größe der Gemeinde geregelt. Die erste Frist gilt für Gemeinden / Städte > 100.000 Einwohner und endet am 30.06.2026. Die Umstellung der Gasnetze auf Wasserstoff wird in der Regel deutlich nach der Verabschiedung der kommunalen Wärmeplanung erfolgen, so dass die Verfügbarkeit der Umrüstsätze ab 01.01.2026 für den praktischen Bedarf ausreichend sein wird.
Eine frühere Bereitstellung für Pilotanlagen ist auf Anfrage möglich“ )
€/m3 für Erdgas, H2-Mischgas und H2-Heizgas???
Alle unsere Kraftwerke sind auch angeblich CC-ready (carbon capture). Absoluter Witz.
🙂
eine Mitte liegt irgendwo zwischen Stromnetzoptimierung/-ausbau/-aufbau, Gasnetzinvestitionen, europäischer Vernetzung (mindestens?, EuMENA-Region), BESS (batterie-elektrischer Zwischenspeicherung), saisonaler Einspeicherung, nat. auch Einsparung/Effizienzverbesserungen und mobiler Flexibilisierung (Engpass-Management, dyn. Flexibilisierung Einspeisung/Stromverbrauch), usw.(?)
auch eine Art von demokratischem Humor, west.d Prägung(?): fragen wir die Wählerinnen und Wähler für die nächsten x Jahre(?), in der gegenwärtigen geopolitischen Lage und legen diese ‚politisch‘ darauf fest?
‚Die Wählerinnen und Wähler haben sich entschieden‘ … ’nach neuesten Umfragen‘ …
Welcher Neubau?