VW steht künftig auch für stationäre Batteriespeicher. Der Startschuss zu dieser Erweiterung des Geschäfts erfolgte mit dem Netzanschluss des „Elli PowerCenter“ in Salzgitter, den die Konzerntochter Elli (Volkswagen Group Charging GmbH) am Montag bekanntgab. Der Anbieter von Energie- und Ladelösungen für Elektromobilität hat nach mehrmonatiger Bauphase ein mit 20 Megawatt Leistung und 40 Megawattstunden nicht besonders großes und dennoch außergewöhnliches System in Betrieb genommen. Zwar nennt Volkswagen noch keine konkreten Zahlen oder Zeitpläne, beschreibt aber durchaus ambitionierte Pläne, für das Projekt stehen soll.
Es ist der erste Batteriespeicher der Volkswagen Group, die damit nach eigenen Angaben „ihre Rolle vom Automobilhersteller zum integrierten Energieakteur“ erweitert – und dabei alle Schritte von der Zellfertigung bis zum Handel an den Energiemärkten unter einem Dach vereint. Dies stehe exemplarisch für einen integrierten Ansatz mit Zellproduktion, Batteriesystemkompetenz, stationären Großspeichern und digitalen Energieplattformen in einem konzernübergreifenden Gemeinschaftsprojekt. Somit entstünden „Synergien entlang der gesamten Energiewertschöpfungskette – in einer Integrationstiefe, wie sie in dieser Form nur der Volkswagen Konzern abbilden kann.“
„Unified Cell“ für mobile und stationäre Anwendungen
Technologische Basis des Projekts sind nach Angaben von Volkswagen Systeme der konzerneigenen Batterietochter PowerCo. Deren Geschäftsbereich Energy Storage Solutions (ESS) entwickelt und produziert industrielle Großspeicherlösungen auf Grundlage der „Unified Cell“ von PowerCo, die wiederum die konzernweite Standardzelle für Elektromobilität ist. Mit dem Projekt liefere PowerCo erstmals Energiespeicherlösungen für industrielle Anwendungen. In Salzgitter entstehe damit ein „geschlossenes Batterie-Ökosystem“ von der Zellfertigung über stationäre Speicher bis zur Vermarktung.
Für Elli bedeutet das Projekt den Angaben zufolge den operativen Einstieg in den Energiespeicher- und Energiehandelsmarkt. Parallel beginnen demnach Leistungstests für den Handel an der europäischen Strombörse EPEX. Das „Elli PowerCenter“ sei ein zentraler Baustein der konzernweiten E-Mobilitätsstrategie, weil der Hochlauf der Elektromobilität neben Fahrzeugen und Batterien auch „eine stabile, flexible und marktfähige Energieinfrastruktur“ erfordere. Weitere Speicherprojekte seien bereits in Planung.
„Ein ganz neues industrielles Ökosystem“
Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, sieht in Energiespeichern und Energiehandel „ein neues strategisches Geschäftsfeld mit Wachstumschancen. Als Volkswagen Konzern elektrifizieren wir Fahrzeuge und berücksichtigen dabei das gesamte System. Mit der PowerCo stärken wir unsere technologische Souveränität – mit Elli steuern, speichern und handeln wir Energie marktorientiert.“ Dies sei technologisches Element auf dem Weg des Unternehmens zum „Global Automotive Tech Driver“.
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Für Thomas Schmall, Konzernvorstand Technik, ist das „PowerCenter“ ein wichtiger Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Gleichzeitig schaffe man „ein ganz neues industrielles Ökosystem. Die Unified Cell ist dabei die weltweite Technologie-Plattform für beide Welten: Mobilität und Energie.“
Das in 13 Speichercontainer integrierte „PowerCenter“ ist für einen Multi-Market-Ansatz vorgesehen. Ein Trading-Team von Elli zeichnet dabei für Handel und Optimierung verantwortlich, der algorithmisch gestützte Handel erfolgt über einen eigenen Marktzugang. Damit „übernehmen wir erstmals die Rolle eines aktiven Speicherbetreibers im europäischen Energiemarkt“, sagt Giovanni Palazzo, CEO von Elli: „Das ist der Auftakt für unser Managed Battery Network: eine Plattform, die Großspeicher, perspektivisch Fahrzeugbatterien und weitere Assets intelligent verknüpft“. Elli werde damit „vom Ladeanbieter zum Energieunternehmen, das im Auftrag unserer Kunden Flexibilität handelt und bereitstellt.“
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Dann muss VW jetzt nur noch Frau Reiche beibringen, dass hier ein Wachstumsmarkt der Zukunft liegt und man diese Chancen verpasst, wenn man statt dessen auf Gaskraftwerke in der Spitzenlast setzt, Netzanschlussregelungen prohibitv umständlich macht und den zukünftigen Strombedarf klein rechnet, weil man in der Sektorkoppelung auch aktiv die E-Mobilität und Wärmepumpen ausbremst. Und nachher reiben sich alle die Augen, wenn in China keiner mehr Verbrenner fährt und wir keinen eignen Player mehr haben, die das in der Größenordnung wie VW angehen können.