Für ein errichtetes Gaskraftwerk mit 500 Megawatt Leistung und 1.000 Volllaststunden – eine für den Betrieb als Backup-Kraftwerk nicht zu geringe Annahme – muss man Stromgestehungskosten von rund 19,2 Cent je Kilowattstunde kalkulieren, davon 6,8 Cent für den volatilsten Posten, nämlich das Gas. Addiert man 100 Euro pro Tonne CO2 an Kosten aus dem Emissionshandel hinzu, sind es 23,0 Cent je Kilowattstunde. Bezieht man jedoch auch die externalisierten Kosten mit ein, also solche, die zwar entstehen, aber nicht vom Kraftwerksbetreiber getragen werden, dann sind es 35 bis 67 Cent. Und selbst diese Summe kann durch geopolitische Krisen jederzeit noch weit höher ausfallen. So lautet die zentrale Aussage einer Kurzstudie, die das Forum Ökologische Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag des Ökoenergieversorgers Green Plante Energy erstellt hat. Deshalb sind die von der Bundesregierung als Backup für das zunehmend auf erneuerbaren Energien basierende Stromsystem geplanten Gaskraftwerke „eine der teuersten Optionen für die Versorgungssicherheit“, so Green Planet Energy.
Diese Aussage wurde im Prinzip schon oft getroffen, die Studie unterlegt sie mit aktuellen Berechnungen. Verglichen werden etwa die reinen Stromgestehungskosten von Gaskraftwerken inklusive Emissionshandel mit denen von Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen, die selbst unter ungünstigen Annahmen nicht höher als 10 Cent sind. Wirklich interessant ist aber naturgemäß der Vergleich mit anderen, auf erneuerbaren Energien basierenden Backup-Optionen. Für den aber müssten eben, so die Argumentation, alle Kosten einbezogen werden, und das umfasse bei Erdgas Klimaschäden durch CO₂‑ und Methanemissionen, staatliche Subventionen und „Krisenkosten“ sowie langfristige Abhängigkeiten von fossilen Importen.
Bis zu 53 Cent auch ohne Einberechnung von Klimaschäden
Die durch den Krieg im Iran ausgelösten Preissteigerungen sind Green Planet Energy zufolge ein neuer Beleg dafür, wie schnell Gas auch im Stromsektor zum Kostenrisiko werde. Die Studie legt dar, dass Krisensituationen wie beim russischen Überfall auf die Ukraine die reinen Stromgestehungskosten von Erdgas schnell auf bis zu 53 Cent je Kilowattstunden ansteigen lassen, wobei die zusätzlichen Klimaschäden noch nicht einkalkuliert seien.
Hinzu kämen die erforderlichen Subventionen, ohne die sich neue Gaskraftwerke ohnehin nicht rentieren. Nur die im ersten Schritt von der Bundesregierung geplanten 10 Gigawatt Gaskraftwerksleistung verursachen der Studie zufolge Förderkosten von rund 6,6 Milliarden Euro. „Dazu kommt: Schon heute wird Erdgas in Deutschland umfangreich staatlich subventioniert, von milliardenschweren Zuschüssen für Gasspeicher und LNG‑Terminals bis zur Steuerbefreiung bei der Stromerzeugung. Diese Förderung senkt künstlich die Kosten von Gasstrom und verzerrt den Wettbewerb zulasten erneuerbarer Alternativen”, so Florian Zerzawy, Hauptautor der Studie und Leiter Energiepolitik beim FÖS.
Systematisch unterschätzt werde auch die Klimaschädlichkeit von Erdgas. Jedes neue Kraftwerk verursache über seine Gesamtlaufzeit bis zu 8,4 Millionen Tonnen CO₂ sowie Klimaschäden von bis zu 7 Milliarden Euro, die nicht über den CO2-Preis abgedeckt seien. Für Deutschland, das Erdgas zu 95 Prozent importiert, tauchten erhebliche Teile der Gesamtrechnung gar nicht in der Klimabilanz auf, weil sie bei Förderung und Transport im Ausland entstehen. Erdgas sei, erklärt Green Plant Energy, je nach Herkunft und Transportweg klimaschädlicher als Kohle.
Auf der anderen Seite mache die Studie deutlich, dass Speicher, Bioenergie und selbst grüner Wasserstoff die Versorgung zu ähnlichen oder sogar geringeren Kosten sichern können wie Erdgas. „Die Bundesregierung setzt einseitig auf Erdgas als Back‑up. Dabei lässt sich Versorgungssicherheit auch mit erneuerbaren Alternativen erreichen: Speicher, Bioenergie und grüner Wasserstoff sind ähnlich teuer oder sogar günstiger – und nicht den geopolitischen Preissprüngen ausgesetzt, die Öl und Gas immer wieder verteuern”, Sönke Tangermann, Vorstand von Green Planet Energy. Der Energieversorger fordert deshalb „eine energiepolitische Kurskorrektur“ in Form technologieoffener Ausschreibungen ohne Vorfestlegung auf neue Gaskraftwerke, verlässliche Investitionsbedingungen für erneuerbare Energien und einen konsequenten Ausbau von Netzen und Flexibilität.
Die Studie „Teure Option für die Versorgungssicherheit: Die wahren Kosten von Strom aus Erdgas“ steht zum kostenlosen Download als PDF bereit.
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Das wird der korrupten Gas-Kathi egal sein. Sie verfolgt nur ihre eigenen persönlichen egoistischen Ziele: der Gas-Industrie während ihrer Amtszeit Gutes tun, damit nach ihrer Amtszeit die Gas-Industrie ihr was Gutes tut.
Präsident Trump hat ja Friedrich Merz kürzlich bei seinem Besuch in Washington gelobt das er die Energiewende gegen den Baum fährt. Die Order kommt immer noch aus den USA was in Deutschland passiert. Wir haben den Krieg verloren und müssen uns auf der Linie der Alliierten bewegen. Der deutschen Regierung sind also die Hände gebunden. Bedenke, es liegen amerikanische Atombomben auf deutschem Boden.
500 Megawatt Leistung und 1.000 Volllaststunden
Wer so viel schreibt und so kompliziert meint es nicht ernst.
Was kostet ein Speicher mit einer Leistung von 500 Megawatt und dieser Speicher auch noch 1000 Stunden am Stück lang Strom ausspeichern kann.
Man kann auch mal 24Std.x7 Tage=168 Stunden anfangen
Und auch Speicher unterliegen dem Kapazitätsmarkt weil diese Speicher als Backup zur Verfügung stehen müssen.
Es werden keine Investitionskosten genannt nur kWh pro cent, warum fängt man nicht vorne an.
Und sollten diese Kraftwerke nicht mir Wasserstoff laufen?
Und was kostet der Wasserstoff?
Genau genommen wäre das gar nicht soo teuer. Man müsste dazu die aktuell schon existierenden Biogas-KWK-Anlagen flexibilisieren. Wir haben rund 9.000 Anlagen, die zusammen 5,9 GW erzeugen können. Die meisten laufen momentan noch „Strich“, also mit konstanter Leistung, um rentabel zu sein. Würde man sie nur dann betreiben, wenn Strom teuer ist, wäre das Problem gelöst. Man baut z.B. jeweils einen zweiten Gasmotor ein. Dann hat man insgesamt 10-12 GW Leistung. Die Motoren kosten je nach Größe zwischen 500 und 1.000 EUR/kW. Dann kann man die gleiche Menge Elektroenergie in der Hälfte der Zeit erzeugen, nämlich bei Strommangel. In der übrigen Zeit (Stromüberschuss) wird die Anlage abgeschaltet. Das wirkt genau wie ein Speicher und ist vergleichsweise einfach zu realisieren, bringt aber leider kein Geld in die Kassen der Gas-Industrie.
niranbunmi.mt fragte:
“ und dieser Speicher auch noch 1000 Stunden am Stück lang Strom ausspeichern“
Zeig mir doch mal ein Gaskraftwerk, welches 1000 Stunden am Stück lang Strom produzieren kann.
Und wozu willst du überhaupt 1000 Stunden am Stück lang Strom ausspeichern? Die Erde dreht sich einmal um sich selbst innerhalb von 24 Stunden. Das heißt, es ist Solarenergie an jedem einzelnen Tag im Jahr vorhanden. Sogar an Tagen mit „Dunkelflaute“ mitten im Winter.
Wer hat von „1000 Stunden am Stück“ gesprochen? Das ist weder notwendig noch sinnvoll! Aber ich kann ihnen sagen, wie hoch die Stromgestehungskosten eines Großbatteriespeichers mit 1000 Volllaststunden p.a. wären: weniger als 5 Cent/ kWh! Und da wäre der unternehmerische Gewinn schon enthalten. Und diese 5 Cent müsste man noch nicht einmal zusätzlich zahlen, sondern sie gingen zu Lasten der Marge der fossilen Kraftwerksbetreiber, weil sie ihre Marktmacht in Zeiten mit wenig EE dann auch verlieren würden. Den Stromkunden würde es gar nichts kosten!
wollte nur mal anmerken, das biogas anders als gas aus fossilenquellen aus dem normalen gaskreislauf unserer atmosphäre stammt, darauf irgendwelche co2-kosten zu berechnen is eigentlich schon ne frechheit, die nur aus einer klimasekte kommen kann.
@C’thullu
Zitat: „wollte nur mal anmerken, das biogas anders als gas aus fossilenquellen aus dem normalen gaskreislauf unserer atmosphäre stammt, darauf irgendwelche co2-kosten zu berechnen is eigentlich schon ne frechheit“
Und das steht jetzt wo? Auf Biogas werden bis jetzt keine CO2-Kosten berechnet. Es ist deshalb eher eine „Frechheit“, das zu behaupten.
Wie jemand im Batteriepodcast berichtete: anstelle von Gas einfach Kohle weiterlaufen lassen. Bei den geringen Volllaststunden spielt die erhöhte CO2 Belastung eine geringere Rolle. Vorteil: inländisch befeuerbar und damit quasi autark. Vorausschauende Politiker sprengten leider die Kraftwerke zur Sicherheit. Nebenbei Batteriespeicher maximal hochfahren.
Das problem ist das anfahren, das geht bei gas schneller, und jedes Unternehmen muss wirtschaftlich bleiben das vergessen die meisten bei der diskussion. Wenn diese einfach mit einspeisen dürften wäre es etwas anderes aber naja.
„Das problem ist das anfahren, das geht bei gas schneller, und jedes Unternehmen muss wirtschaftlich bleiben das vergessen die meisten bei der diskussion. “
Wenn viel mehr Batteriespeicher im Netz sind, können sie die Spitzen und Senken beliebig schnell ausfüllen, sie managen mit netzbildenden Wechselrichtern das Netz sicherer und resilienter und nicht mehr träge Kraftwerke. Kohle kann als Grundlast ggf. auf kleiner Flamme auch relativ effizient konstant durchgefahren werden, wenn die Batterien die Energie auf die Spitzenlasten über 24 Stunden umverteilen. Das ist eine Frage der Wetter- und Nachfrageprognose und eines effizienten Puffer-Managements, dann ist auch hier noch die wirtsch. Betriebsweise von Kohle möglich… natürlich nur mit den billigen bereits abgeschriebenen Kraftwerken, im Neubau geht Grundlast wegen zu hohen Kosten gar nicht mehr.
Will sagen… seitdem die Batterien so unfassbar billig sind, sind sogar bestehende Grundlast-KW im Mix möglich. Hat natürlich seine Grenzen, zu dominant (wie in Frankreich) bei zu hohem EE-Anteil geht nicht mehr… und die Bedarfe für solche Grundlast sinken von Jahr zu Jahr. Die Nutzung hat nach wie vor ein Auslaufdatum, das aber mit Batteriepufferung noch ein paar Jahre gestreckt werden kann. Aus meiner Sicht passt hier das Kohle-Aus 2038 im Zeitplan gut überein, dass bis dahin die Backup-Struktur residual abgehandelt sein sollte.
Wir haben also meines Erachtens noch Zeit für eine dezentrale (Netzausbau sparende und max. günstige) Backup-Struktur, die vor Ort direkt neben Erzeuger und Batterien gezielt und wirtsch. effizient die Lücken füllen kann. Jetzt Gaskraft im großen Stil und in der Fäche wäre aus meiner Sicht aber grundlegend falsch, da damit viel zu dominant und frühzeitig die vielen aufkommenden dezentralen Möglichkeiten schon im Ansatz abgewürgt werden.
Backup aus erneuerbaren günstiger? Da hat wohl jemand die notwendigen Speicher samt Kosten vergessen.
Oder wurde hier auch mit einer Kugel Eis gerechnet?
„Da hat wohl jemand die notwendigen Speicher samt Kosten vergessen.“
Die werden komplett privat finanziert und rechnen sich über die Strombörse. Sonst verdienen hier andere das Geld (konventionelle Kraftwerksbetreiber, wie momentan).
Ganz im Gegensatz zu Kathi´s neuen Gaskraftwerken. Die sollen subventioniert werden –> Kapzitätsmarkt.
Gut. Also das was jeder normale Mensch mit einem Taschenrechner kann ist jetzt auch da ich eine „wissenschaftliche“:Studie belegt.n wahrscheinlich haben die das Taschenrechner Ergebnis nochmal mit dem Abakus und nem Rechenschieber überprüft.
Habeck wollte doch die Gaskraftwerke
Es dreht sich leider nicht darum, was wirtschaftlich und umwelttechnisch sinnvoll ist, sondern womit Industrie und Politiker am meisten Geld verdienen können. Das ist die traurige Realtität in Deutschland und anderswo.
Ein Witz, was das obskure FÖS mal wieder abliefert: Mit einem CO₂-Preis von knapp 1000 € wird so ziemlich jedes fossule Backup-Kraftwerk unwirtschaftlich – außer nicht vorhandenem Wasserstoff bleibt da wenig übrig. Der könnte, jetzt bitte kurz die Ohren zuhalten, ja auch aus Kernkraft stammen oder, wie das FÖS selbst erwähnt, aus Gas mit CO₂-Abscheidung, sicher ein Denkfehler meinerseits oder einen Druckfehler. Denn die böse Kernkraft ist bekanntlich der Lieblingsfeind des FÖS – und CO₂-Speicherung gilt ebenfalls als Teufelszeug.
Eine realistische Alternative für Dunkelflauten wird jedenfalls nicht genannt. Typisch für die Gas-Kathi-Debatte, wobei der Vorschlag ja von Habeck stammte, was viele wohlwissend vergessen.
Es ist von 100 €/to CO2, nicht von 1.000 €/to CO2.
Bei Kostenanalysen dieser Art fängt man immer mittendrin an und rechnet Dinge nach eigenem Gusto schön.
Wenn vorne anfängt, bei den Ursachen warum die neuen Reservekraftwerke mit 1000 Vollaststunden im Jahr überhaupt gebaut werden müssen und warum wir ein zweites, paralleles Stromerzeugungssystem neben der preiswerten Wind- und Solarstromerzeugung benötigen kommt unweigerlich wieder bei der Volatilität der sogenannten Erneuerbaren aus. Deren vollständige Abhängigkeit von Wetter und Sonnenstand ist die alleinige Ursache. Und kommt mir jetzt bitte nicht mit Speichern als Notreserve. In einer ausreichenden Kapazität um 10 Tage Dunkelflaute zu überbrücken lägen die Kosten im Billionenbereich.
@Heinrich
Tja, es geht aber schon noch darum, wie viele dieser teuren Gaskraftwerke eigentlich überhaupt benötigt werden?!
Im Übrigen haben wir schon immer quasi „ein zweites, paralleles Stromerzeugungssystem“ benötigt, oder wie würden Sie sonst eine konventionelle Kraftwerksleistung von über 100 GW bei einer mittleren Auslastung von 60% bezeichnen?!
Und kommen Sie mir nicht mit der Kernkraft. Deren Vollkosten sind so hoch, dass sie alle Rechnungen sprengen und ohne Subventionen nie gebaut werden. Batteriespeicher brauchen keine Subventionen! Und ausgerechnet diese werden im Moment immer noch behindert. Finden Sie den Fehler?!
@Hans Strack: 940 Eur pro Tonne um genau zu sein, veranschlagt das FÖS.
@Christian: Kernkraft ist bei diese Fösrechnung ein echtes Schnäppchen, das ist ein ziemliches Eigentor der Studienmacher.
Theodor Heinrich schrieb:
„In einer ausreichenden Kapazität um 10 Tage Dunkelflaute zu überbrücken lägen die Kosten im Billionenbereich.“
Könntest Du mal deinen Kostenüberschlag dazu liefern?
Soweit öffentlich zugängliche Daten (energy-charts.info) zeigen, sinkt dank Solar der Bedarf an fossiler Energie in „Dunkelflauten“ jedes Jahr, dank eines ordentlichen Zubaus von Solar. Die Erde hört eben auch in einer „Dunkelflaute“ nicht auf, sich zu drehen. Und Solar bringt eben auch in Dunkelflauten noch Erträge, wenn auch weniger.
Du wirfst da zwei Fragen auf:
Was genau muss denn zusätzlich gemacht werden, was nicht ohnehin notwendig ist (der Ausbau der Erneuerbaren + Speicher).
Und in wiefern siehst du in den „Kosten“ ein Problem? Diese „Kosten“ sind das Einkommen von Jemandem, der damit seine Rechnungen und Steuern bezahlt. Wem genau möchtest du da ein Einkommen verweigern?
Das bringt mich zu einer dritten Frage: Was bringt dich überhaupt auf die absurde Idee, „Kosten“ in einer makroökonomischen Betrachtung als Scheinargument zu bringen?
@Energetiker
Bei Stromgestehungskosten von 23 Cent/ kWh wird nur mit 100 EUR/ t CO2 kalkuliert.
Ein Schnäppchen ist die Atomkraft im Vgl. dazu wohl kaum, denn die 23 Cent werden ja nur bei 1000 Volllaststunden bezahlt. Bei Hinkley Point wird man für geschätzt 8.000 Vollaststunden auf diese Stromgestehungskosten kommen. Aktuell liegt der strike price bereits bei 15 Cent, bis zur Inbetriebnahme werden es ca. 17 Cent sein. Dann rechnen Sie noch mal eine Preissteigerung von 2% für 35 Jahre on top. 25 Cent werden es dann im Mittel schon sein. Allerdings nur dann, wenn es immer unter Volllast läuft. Und da sind die Rückbau- und Entsorgungskosten noch nicht einmal enthalten.
Welche EE Backups ….
Wasserstoff, Biogas ?
Unverständlich warum es in Deutschland keinen Aufschrei gegen Frau Reiche gibt. Erneuerbare Energien wurden Politisch und von Teilen der Presse systematisch bekämpft. Nun setzt Frau Reiche den Willen ihres ehemaligen Arbeitgebers durch, zu den sie nach der nächsten Bundestagswahl zurück gehen wird. Ein bekanntes Muster in der Politik. Dieses Land wird von Lobbyisten regiert, die es aus Gründen des eigenen Profits an die Wand fahren. Der Niedergang Deutschlands ist Haus gemacht.
„Unverständlich warum es in Deutschland keinen Aufschrei gegen Frau Reiche gibt“
Wieso unverständlich?
Das ist BRFritze sein bestes Pferd (in dem Fall Stute) im Stall.
Schimpft sich Volkspartei, und wundert sich, daß immer Wähler zu der Braunen Suppe abwandern.
Es ist schon erstaunlich, wie krass die unterschiedliche Betrachtung zweier Energiekonzepte ist. Bei PV z.B. zittert die ganze Branche vor den ab 01.04. geltenden Ausführzöllen in China. Dabei geht es lediglich um rund 10% von einem inzwischen nicht mehr so großen Anteil einer PV-Anlage. Diese Schwankungen fallen daher für den Gesamtmarkt kaum ins Gewicht.
Bei fossilen Brennstoffen gab es dagegen eine Verdoppelung innerhalb einer Woche. Und der Verbraucher kann nur zusehen und sich „wundern“, wo das ganze Geld plötzlich verschwindet. Denn kaum etwas davon bleibt im Lande.
Bei PV und Co kann aber (fast) jeder sofort etwas tun. Und das schlimmste was passieren kann ist, dass die laufenden Energiekosten gleich bleiben, dafür aber zusätzlich im Land bleiben.
Auf eine Regierung, deren Spitzen zu RWE und Blackrock gehören, braucht man bei dem Ganzen allerdings nicht zu hoffen.
Also 1. Solange der Strom bunt produziert wird, ändert sich auch der Strompreis bei Krisen, (fast) egal wie viel einspeist, weil es einen Strommarkt gibt wo gehandelt und teilweise spekuliert wird.
2. Was versteht ihr unter erneuerbaren Energien basierenden Backup-Optionen? Ihr meint Wasserstoff, dies hat einen Wirkungsgrad von 35-40% power to gas das ist 1 Vorgang das ganze darf man dann nochmal machen um wieder Energie zu bekommen. Bei hohen Sonnenstunden mag das sinn machen, das sind im Jahr 527h im letzten jahr gewesen, wo der preis ins minus gerutscht ist. Aber der rest des Jahres ist es Käse. Und ohne massive Subventionen sind somit die Gestehungskosten definitiv höher, alles andere ist Phantasie 3. Green peace will grünen Strom, es wird versucht umzusetzen (wenn auch schlecht) und dagegen seid ihr auch, aber immer ohne Lösungen, Wasserstoff ist keine Lösung. Eine Möglichkeit wäre Kernkraft, aber dagegen seid ihr ja auch.
Etwas vertieft betrachtet funktioniert eigentlich nur das marktwirtschaftliche Dogma bei kritischen Infrastrukturen nicht. Das direkte marktwirtschaftliche Durchschalten von ganz verschiedenen Stromerzeugern, die erst in der Summe den gesamten Bedarf decken können, direkt zum Kunden funktioniert nicht.
Wenn eine grössere Einheit wie eine Stadt, ein Bezirk, eine grosse Industrieanlage oder gar ein Land seinem Stromversorger die Vollversorgung – bis hin zu längstmöglichen Dunkelflauten – auferlegt, dann wird dieser Versorger selbst einen geeigneten Mix von Produktionsarten zusammenstellen und einen Mischpreis offerieren. Stand heute wird er dabei geeignete Mengen von PV, Windstrom und Laufwasserkraftwerken mit speicherbaren Stromquellen wie Speicherseen, Pumpspeicherwerken und Gaskraftwerken (heute Erdgas, später H2) und auch reichlich Batterien für die stundenweise Pufferung zusammenstellen. Je besser PV und Wind funktionieren, und je weniger ausserordentliche Wetterlagen vorkommen, desto weniger werden die Gaskraftwerke rentieren. Aber der private oder öffentlichrechtliche (Gesamt-)Versorger kennt ja seine Kosten (inkl. Gaskraftwerke) und kann daher einen seriösen Preis für die gesamte Versorgung angeben.
Leider glauben heute ultraliberale Kreise bis weit in die Linken und Grünen hinein, man könne simple, hochrentable Schönwetter-Versorgungsaufträge ohne Risikoabdeckung separat vergeben und dann die Risikoteile auch marktwirtschaftlich abdecken. Letzteres funktioniert aber nur dann, wenn man das Risiko auch eingehen kann. Nur dann kann dafür marktwirtschaftlich ein Preis ermittelt werden. Wenn der Risikofall aber nicht eintreten darf – wirklich nicht – dann lässt sich dafür kein Preis bestimmen. Ein moderner Industriestaat wie D, oder auch Teile davon, können sich absolut nicht leisten, dass der Strom mal eine Woche oder so ausfällt.
Daher geht Letzteres nicht, und es gibt nur 2 Varianten: A) Ein privater oder öffentlichrechtlicher Vollversorger. B) Marktwirtschaftliche ‚Schönwetter-Versorger‘ und staatliche Risikoabdeckung.
Die Schweiz z.B. hat eine lange und gut funktionierende Tradition von staatlichen oder halbstaatlichen (Korporationen, Genossenschaften, öffentlichrechtliche AG) Vollversorgern und wird nun von der EU gezwungen, das zugunsten eines marktwirtschaftlicheren Systems, das in gewissen Fällen gar nicht funktioniert (siehe Ukraine-Kriegsbeginn) aufzugeben.
„Teure Option für die Versorgungssicherheit: Die wahren Kosten von Strom aus Erdgas“
Eine in diesem Zusammenhang wichtige Frage:
Wo sind denn die Studien?
“Die wahren Kosten von Strom aus grünem Wasserstoff (Speicher)”
“Die wahren Kosten von Strom aus Batteriespeichern”
Auch hier bitte ALLES eingerechnet und nicht nur so pauschal daherplappern: Speicher, Bioenergie und grüner Wasserstoff sind ähnlich teuer oder sogar günstiger.
Ich weiss auch, dass Erdgas, ÖL und Kohle nicht mehr zeitgerecht sind, aber bitte nicht anfangen, nur WischiWaschi-Zahlen zu verbreiten.
Windturbinen, PV-Anlagen und Batteriespeicher müssen irgendwann entsorgt und dann neu gebaut werden, ja, und wie soll das wohl gehen OHNE fossile Brennstoffe ?
Batteriespeicher finanzieren sich selber aus dem Markt. Die Kosten sind also irrelevant , weil der Staat hier raus ist, es ist Marktwirtschaft. Die Investoren stehen gerade Schlange und das Beste daran ist, dass die Strompreise damit auch für den Kunden billiger werden, weil das teurere Gas im Merit Order System damit ersetzt wird und weil es einen schlankeren Netzausbau möglich macht. Um das alles zu ermöglichen und anzutreiben, sind nur die netzdienlichen Regularien für Batteriespeicher im Strommarkt und dessen Anschlüsse zu schaffen, nichts weiter. Mindert allerdings den Gasverbrauch und genau das könnte noch ein Problem für Lobbyistin Reiche sein.
Das letzte Backup ist ne andere Kiste, hier ist der Staat natürlich für Versorgungssicherheit mit dabei. Das kann aus meiner Sicht am günstigsten auch in Sachen Netzausbau dezentral mit den Quellen, die sich vor Ort anbieten, geschehen… also Biogas, Geothermie, Wasser, auch Holz. Sicher an hotspots auch große Gaskraftwerke, in der Fläche aber flex. und sicher vor Ort mit netzbildenden Wechselrichtern.
Da hat sich der Staat natürlich mit einzubringen, die Kosten werden aber bei weitem überschätzt. Billigste Gasturbinen (und mehr braucht es nicht für das Backup) machen in den Kosten lediglich 10-15% im Gesamtsystem mit EE und Speicher aus. Ob 2045 dann für Dunkelflauten die letzten 3-5% im Strommix Wassertsoff machen wird, kann man heute schwer vorhersagen. Innovationen machen in 20 Jahren noch viel möglich… selbst wenn nicht, sind mehr als 95% im Strommix bis 2045 regenerativ „realistisch“ möglich. Immernoch eine sehr gute Bilanz, der Rest ergibt sich dann halt in weiteren 5-10 Jahren.
„Windturbinen, PV-Anlagen und Batteriespeicher müssen irgendwann entsorgt und dann neu gebaut werden, ja, und wie soll das wohl gehen OHNE fossile Brennstoffe ?“
Natürlich geschieht das langfristig regenerativ und in Kreisläufen, das gehört inhärent zum Konzept… kann gerne im Rythmus der Verfügbarkeit der Erneuerbaren geschehen, dann ist es auch schön günstig.
Jorgdieter Anhalt schrieb:
„Windturbinen, PV-Anlagen und Batteriespeicher müssen irgendwann entsorgt und dann neu gebaut werden“
Lustigerweise las ich vor kurzem einen Artikel, in dem berichtet wurde, dass abgebaute deutsche Windturbinen aus dem Repowering in anderen Ländern nach einer Generalüberholung wieder aufgebaut werden.
Klar ist Strom aus Gaskraftwerken teurer als der von PV. Aber er ist sicherer als grüne Energie. Allein das zählt.
Radlcaesar meinte:
„… Strom aus Gaskraftwerken … ist sicherer als grüne Energie.“
Also egal wohin ich schaue, bei Stromausfall ist das Backup fast immer Solar mit Batterien. Danach kommt dann erst mal Diesel/Kerosin. Gas ist da nirgendwo zu finden.
Und die Gas-Abhängigkeit von Putin oder Trump bedeutet Sicherheit, oder wie??? Oder bei Brennstäben von Rosatom oder Westinghouse? Guter Witz 🙂