Als die Deutsche Industrie- und Handelskammer im vergangenen November unter dem Titel „Klimaschutz effizienter erreichen und international abstimmen“ ein Positionspapier veröffentlichte, ließen Proteste von Mitgliedsunternehmen vor allem, aber nicht nur aus der Erneuerbare-Energien-Branche nicht lange auf sich warten. Bereits die Studie „Neue Wege für die Energiewende (‚Plan B‘)“, auf der das Positionspapier basiert, hatte im September letzten Jahres eine kontroverse Diskussion ausgelöst. Ende Januar hat die Kammer reagiert und ihr erstes Positionspapier durch ein zweites ergänzt: „Klimaschutz effizient und wirksam gestalten, auf nationaler Ebene beginnen“. Kritik folgte indes auch hier, unter anderem an der Forderung nach einem Ausstieg aus der Förderung erneuerbarer Energien durch das EEG.
Die drei Ökostromversorger EWS Elektrizitätswerke Schönau, Green Planet Energy und Naturstrom haben ihren Unmut nun in einem offenen Brief formuliert. Aus ihrer Sicht beharrt die DIHK auf ihrer Forderung in Sachen Klimaziele, auch wenn die Kammer selbst dies etwas anders sieht: Generell sollten die Ziele nicht infrage gestellt werden, hieß es von Seiten der DIHK sinngemäß – sie sollten aber an die Bemühungen anderer Länder gekoppelt werden. Auch im zweiten Positionspapier findet sich in diesem Zusammenhang das Argument, Deutschland habe als größte Volkswirtschaft der EU nur einen Anteil von unter zwei Prozent an den globalen Treibhausgasemissionen. Dass Deutschland allerdings auch nur ein Prozent der Weltbevölkerung stellt und etwa beim Erneuerbaren-Anteil an der Stromversorgung innerhalb der EU keineswegs einen Spitzenplatz innehat, bleibt unerwähnt.
„Wir fühlen uns nicht repräsentiert“
Nicht nur deshalb sind EWS, Green Planet Energy und Naturstrom – über ihre verpflichtende Mitgliedschaft in den regionalen Industrie- und Handelskammern wohl oder übel auch DIHK-Mitglieder – erzürnt. Die DIHK-Position sei „nicht nur eine Gefahr für den Klimaschutz, sondern bedroht auch das deutsche Wirtschaftswachstum“, heißt es von den drei Unternehmensvorständen in ihrem offenen Brief: „Wir möchten klarstellen, dass wir uns als Mitglieder durch diese Positionierung nicht repräsentiert fühlen.“ Die Kammer solle ihrer Verantwortung als wirtschaftspolitische Stimme gerecht werden, und das bedeute „Klimaschutz ambitioniert voranzutreiben, den Ausbau erneuerbarer Energien und klimaneutraler Netzinfrastruktur zu beschleunigen und die Rahmenbedingungen für nachhaltige Investitionen zu verbessern, statt Zweifel an der strategischen Ausrichtung zu säen.“
Zur Begründung ihrer Kritik verweisen auch die Unterzeichner des offenen Briefs auf die Studienlage. So habe das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) dargelegt, dass jeder in den Klimaschutz investierte Euro 1,80 bis 4,80 Euro Nutzen in Form geringerer Energiekosten, besserer Gesundheit und weniger fossile Importe bringe. Eine Studie von OECD/UNDP prognostiziere, dass strengere Klimaziele das globale BIP bis 2100 um bis zu 13 Prozent steigern würden.
„Klimaschutz als Gefahr für wirtschaftliches Wachstum zu framen, ist Gedankengut aus den Nullerjahren. Wir erwarten von der DIHK, dass sie jenen Unternehmen und Branchen, die in Klimaschutz investiert haben und ihn als Chance begreifen, angemessen Gehör schenkt“, fasst Oliver Hummel, Vorstandsvorsitzender der Naturstrom AG, die Kritik zusammen. Sönke Tangermann, Vorstand bei Green Planet Energy, ergänzt, Klimaschutz schaffe Arbeitsplätze, sichere Investitionen und mache Deutschland unabhängig von fossilen Krisen: „Wer Klimaschutz schwächt, handelt gegen Deutschlands wirtschaftliche Zukunft – und überlässt anderen die Märkte von morgen.“ Und EWS-Vorstand Sebastian Sladek erklärt, es sei „nicht akzeptabel, dass die DIHK Aufweichungen zentraler Klimaschutzziele als vermeintliche Gesamtposition ihrer Mitglieder postuliert, obwohl diese von Teilen der Mitgliedschaft ausdrücklich abgelehnt werden.“
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Sorry wo ist das Problem für diese Unternehmen:
Ich habe immer gedacht PV und Wind, sind soooo günstig, deswegen wird die Industrie bei diesen Versorgern Energie einkaufen und deren Gewinn und Umsatz werden steigen.
Oder ist die günstige GRÜNE ENERGIE nur eine Lüge!?
Wieder einmal sinnfreies Gestammel vom Troll.
Immer wieder traurig, dass politische Meinungen und simples Gelaber statt Fakten als Kommentar in ein Fachmagazin einfließen. Das PV Magazin sollte seine eigene Position auch bei den nonsens-Beiträgen vertreten (s.u.a. PV Magazin 30.9.25 Fakten statt Fake News zur Energiewende) und uns deshalb solchen populistischen Quatsch ersparen.
Fakten zum disruptiven Postulat der DIHK:
Die Energiewende und der Umstieg auf Erneuerbare Ernergien ist kein Wunschkonzert, sondern die verfassungsgemäße Vorgabe an unsere Regierenden in Bund, Ländern und Kommunen, zum Erhalt der Lebensbedingungen für unsere Kinder und Enkel. Es ist deshalb vollkommen inakzeptabel, dass sich der Kanzler und seine Minister*in sogar über Urteile des Bundesverfassungs- (BVG 24.3.21) und Oberverwaltunggerichts (B-B 16.5.24) sowie des Internationalen Gerichtshofs (IGH 24.7.25) hinwegsetzen und sich wie sture Böcke im Zirkus weigern, Sofortmaßnahmen im Verkehrs- und Gebäudesektor ein zuleiten.
Geradezu schizophren aber sind die konkreten Pläne von Frau Reiche, jetzt die Installation von privaten PV zu sabotieren und mit dem Klimatransformations-Sonderschulden sogar Gas massiv zu subventionieren. Umweltschädliches Gas des orangen Fracking-Frankensteins, vom russischen Kriegsverbrecher (alleine 4,5 Milliarden Euro in 2024) und arabischen Menschenrechtsverhöhnern. Das ist, um es mit den Worten von Frau Reiche auszudrücken, „so simpel wie bekloppt“:
– denn PV und Wind sind defacto die günstigsten Energieformen, Gas dagegen neben Kernkraft (insbesonders von neuen AKWs) die mit Abstand teuerste und asozialste.
– die EEG-Umlage ist keine Subvention an private PV-Besitzer, sondern tatsächlich an die Netzbereiber für „entgangene Gewinne“ (die sie ironischerweise selber errechnen dürfen)
– gerade Westenergie/EON (Frau Reiche war dort im Vorstand) hat bereits in den vergangenen Jahren rechtswidrig den Anschluss von PV-Anlagen so stark behindert, dass sich sogar die Bundesnetzagentur zu einem Verfahren genötigt sieht
– dagegen fehlt es an Anreizen sowie verbindliche einfache Regeln für die netzdienliche Nutzung von Speichern, E-Mobilität, flexible Netze und Energy Sharing
Doch statt Verbesserungen des Zusammenspiels von Erzeugern, Netzbetreibern, Speichern und Kommunen, will Frau Reiche nur die Besitzstände der großen Konzerne sichern und dafür die Netzausbaukosten den privaten Verbrauchern und PV-Anlagenbetreibern aufbürden.
Das ist grotesk, denn
– kleine private PV entlasten das Netz, da die Verbraucher in unmittelbarer Nähe sind
– die Verteilnetze ohnehin schon vorhanden sind und zusätzlich noch über die Netzgebühren und die Grundversorgung bezahlt werden
– Eigenverbrauch entlastet weiterhin das lokale Netz, besonders wenn neben Privat auch Unternehmen mit PV-Anlagen und mit Speichern die Spitzenlasten erheblich reduzieren ( schmälert nur leider die Gewinne der Stromkonzerne und Netzbetreiber) –
– gerade die dezentrale „Sektoren-Netzentlastung“ wie Mieterstromprojekte werden massiv behindert, während große zentrale Stromerzeuger ohne eigenen Speicher gefördert werden – egal ob Gas, Kohle, Atom, Wasser, Wind oder PV.
Konkretes Beispiel für das Goldesel-Modell: EnBW PV-Freiflächenanlage Zwergberg, Wiernsheim 5,4 MWp
– bereits 2023 hatte die EnBW öffentlich propagiert, alle neuen PV-Freiflächenanlagen nur noch mit Speicher zu bauen
– 2024 dann Bau und Inbetriebnahme Zwergberg aber ohne Speicher
– auf Nachfrage Bürgermeister Antwort EnBW: Baugenehmigung wäre ohne Speicher erfolgt
– so läßt sich die EnBW über seine verschiedenen „Töchter“ alles mehrfach vergüten
– als PV-Stromerzeuger über die EEG-Vergütung (per Ausschreibung)
– als Stromlieferant wieder Erstattung imaginärer Verluste durch EEG aus Steuergeldern
– zusätzliche Gewinnmitnahmen über Ökostromzuschlag an Verbraucher
– als Netzbetreiber durch Kostenkalkulation in Eigenregie mit „Renditezuschlag“ (ohne Kontrolle Netzagentur, angeblich wegen „Geschäftsgeheimnis“)
– diese Netzkosten werden weitesgehend an die Privathaushalte weitergeleitet, während Großverbraucher ganz oder teilweise entlastet werden
– Hochspannungsnetze werden von vier Großkonzernen monopolartig betrieben, die TransnetzBW ist eine Tochter der EnBW
– Reingewinn EnBW 2024 4,9 Milliarden Euro (nach Steuern, ebenso sind Abschreibungen von Uraltanlagen bereits abgezogen)
– aber kein Geld für Speicher an der PV-Zwergberg oder bei Kohlekraftwerken, die zum Teil noch aus den 60ern stammen
Der bisherige Strommarkt passt nicht mehr zur heutigen Energieversorgung und schon gar nicht zur Energiewende. Dazu kommen monopolartige Strukturen bei den Netzen und eine mißstandsbewahrende Dreiklassengesellschaft, bei der überwiegende Teile an der Börse vorbei gedealt werden und nur ca.2,5% an der Spotmarkt-Börse gehandelt wird. Dies führt ähnlich wie bei Kranken- und Renten-Versicherung oder bei der unterschiedlichen Besteuerung von Arbeitnehmern zu Vermögensmilliardären zu fatalen Markt-Verwerfungen.
Zur grundsätzlichen Reduktion der Strompreise müßten stattdessen der gesamte Strom an der Börse nach dem Meritorderprinzip gehandelt werden. Dann würden bei Stromüberschüssen nicht PV oder Wind, sondern die teuersten fossilen Kraftwerke eine Null- oder Negativvergütung erhalten. So wären diese ökonomisch gezwungen, entweder runterzuregeln oder netzdienlich zu speichern. Genau dies würde dazu führen, dass die Fossilen schnellstmöglich durch günstige umweltfreundliche Energien substituiert werden können und auch der Privatverbraucher endlich von niedrigen Börsenpreisen partizipieren kann.
Fazit: Die Postulate der DIHK sind volkswirtschaftlich schädlich und zudem verfassungswidrig. Sie stehen zudem konträr zu den Interessen der eigenen „Zwangsmitglieder“ und sind daher keine Problemlösung, sondern wesentlicher Teil des Problems.
Schaut aus, als würde die DIHK ganz Deutschland aus dem Fossilsumpfmilieu in Froschperspektive sehen, anstatt aus der Vogelperspektive.
Klimaziele aufweichen und die Grundlage meines Solarbetriebes gefährden?
Kann ich da meiner Pflichtmitgliedschaft bei der IHK nicht widersprechen?
Wuppertal.
De Frage ist doch, warum bauen Unternehmen keine PV auf Ihren Gebäuden.
Es gibt ja aktuell kein Verbot, auch wenn aktuell so propagiert wir.
Und dies ist die Ursache des eigentlichen Problems!
Das Problem ist doch z.B. die Grünen setzten den Klimaschutz über Wirtschaftsthemen.
Man kann doch sehen, der Wirtschaft geht es schlecht und es werden Bus und Bahnlinien (Verbindungen) gestrichen.
Wärmepumpe ist eine grüne Technologie, nur zu teuer in Deutschland herzustellen:
Keiner kauft teure Produkte um die Welt zu retten, besonders wenn andere Länder diese Produkte günstiger herstellen können.
Erneuerbare Energie sind allerdings Wirtschaftsthema und haben gar keine Farbe. Sie sorgen für viele Arbeitsplätze und mittel- und langfristig für weniger Import von Öl und Gas. Diese jährlich 70 Milliarden, die regelmäßig ins (meist umstrittene) Ausland gehen können dann u.a. für Bus und Bahn eingesetzt werden.
Ein allzu schlichtes Verständnis der aktuellen wirtschaftlichen Situation! Der Wirtschaft geht es schlecht, weil wir einen grünen Wirtschaftsminister hatten? Da sind Sie aber der Argumentation von CDSU aufgesessen! Um es noch einmal klarzustellen, die Erneuerbaren Energien sind mit Abstand die günstigste Möglichkeit, das Land mit Energie zu versorgen! Das lässt sich leicht recherchieren! Ihre Zweifel daran sind unberechtigt!
Grüne Technik und Grüne Energie nützen dem Wirtschaft-Standort D nichts.
Wir müssen konkurrenzfähig sein!
Umweltschutz kosten Geld und dieses Geld muss erwirtschaftet werden –
Die Energie zu verteuern in einer Rezession ist mutig oder sogar dumm!
@Redaktion:
Kann man diesen Troll-Unfug wirklich nicht beenden?
Meinungsfreit hin / her: Das ist hier nicht die letzte Bastion des Grundgesetzes.
Danke 🙂
Grüne Technologie nutzt uns nichts, wenn wir diese nicht zu einem konkurrenzfähigen Preis herstellen können.
Und wenn wir dafür fossile ZUVERLÄSSIGE ENERGIE zu Strom verbrennen müssen, ist so aktuell.
Frankreich kann warten, haben gesicherte Atomenergie, Co2 frei, und können in Akkus investieren wenn diese Technik wirklich günstig sind werden..
Wir müssen Akkus zum Höchstpreis kaufen, weil wir nach Ideologie vorgehen.
Grüne Angst vor der Strahlung, aber im Städtischen Krankenhaus keine Investitionen in moderne CT Geräte stecken wollen, CT Geräte mit einer niedrigeren Strahlung zu beschaffen. Geld für eine Blumenwiese ist wichtiger, als Patienten vor Strahlung zu schützen.
Und Frau Reiche hat nicht verboten PV auf das Dach zu installieren, der Ausbau kann also ungehindert weitergehen.
Sie müssen den Strom nur selbst verwenden und AKKU und PV sind ja günstig und die Sonne schickt uns keine Rechnung.
Ich leugne weder den Klimawandel, noch sage ich PV und Wind sind total blöd.
Wenn man sagt die Energiewende kostet Geld, dann als Troll und die Meinung eingeschränkt werden soll.
Ja sorry was ist dann es sonst als Ideologie?
=> Und Ideologie ist noch nett ausgedrückt.