Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) warnt vor dem Hintergrund der geplanten Gesetzesnovellierungen im Energiebereich vor gravierenden Folgen für die Energiewende. Aktuell ist das sogenannte Netzpaket des Bundeswirtschaftsministeriums im Fokus, es stehen aber auch das Gebäudemodernisierungsgesetz und eine Novelle des EEG auf der Agenda. Bei diesen beiden Vorhaben dürfe der Erneuerbaren-Ausbau „keinesfalls gedrosselt werden“, so der BSW-Solar, sonst würden „die Energiewende im Stromsektor ins Stocken geraten und die Wärmewende nicht aus den Startlöchern kommen“.
Der Branchenverband verweist auf die rückläufigen Zahlen bei Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen im Heimsegment. 2025 habe der Markt für Solarthermie hier einen Rückgang um 46 Prozent verzeichnet, bei Photovoltaik seien es 29 Prozent. Während der Anteil erneuerbarer Energien im Stromsektor bei über 50 Prozent liege, seien es in der Wärmeerzeugung immer noch unter 20 Prozent. Es sei deshalb „erforderlich, jetzt alle verfügbaren klimafreundlichen Wärmetechnologien zu mobilisieren“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Hierfür müsse noch stärker als bisher auf Solarenergie gesetzt werden. Eine erhöhte Energieeffizienz in Gebäuden sei zwar ebenfalls erforderlich, könne aber den möglichst zügigen und konsequenten Umstieg auf Erneuerbare bei der Raumwärme nicht ersetzen.
Notwendig sei ein „gut austarierter Mix aus Fordern, Fördern und CO2-Bepreisung“, so Körnig: ambitionierte gesetzliche Mindeststandards für den Einsatz erneuerbarer Energien und Energieeffizienz, verlässliche, sozial abfedernde Förderangebote sowie das konsequente Einpreisen der Klima- und Gesundheitsfolgekosten fossiler Energieträger.
Eine besondere Rolle sieht der BSW-Solar in der Ergänzung bestehender oder neuer Heizungen durch Solarthermie- oder Solarstromanlagen als „kostengünstige und vergleichsweise niederschwellige Maßnahme zur Einsparung von Strom- und Heizkosten“. Dies verringere die jährlichen Verbrauchskosten von Gas- und Holzheizungen sowie Wärmepumpen; für letztere sei auch eine erhöhte Effizienz und Lebensdauer von Belang. Für das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz fordert der Verband deshalb eine stärkere Würdigung der Solarenergie. In Bezug auf Solarthermie schlägt der BSW-Solar konkret vor, anstelle der Kollektorfläche künftig den Wärmeertrag als Erfüllungsmaßstab heranzuziehen. Weiterhin müsse die Deckelung der förderfähigen Kosten für Hybridsysteme mit verschiedenen erneuerbaren Energien im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) von derzeit 30.000 Euro angehoben werden. Dadurch werde „die Effizienzsteigerung von Wärmepumpen und Pelletheizungen mit Hilfe von Solarkollektoren für zahlreiche Haushalte attraktiv“.
Der BSW-Solar verweist darauf, dass in den letzten Wochen bereits viele Verbände vor einer Aufweichung von Mindeststandards für Erneuerbare im Gebäudemodernisierungsgesetz gewarnt hätten. In diesem Zusammenhang erneuert der Verband seine Forderung, die Bundesregierung solle auf Einschnitte bei der Photovoltaik-Förderung verzichten. Sonst würden sowohl die Strom-, als auch die Wärmewende ausgebremst: „Preiswerter Solarstrom macht die Anschaffung und den Betrieb von Wärmepumpen für viele Haushalte erst bezahlbar.“
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Ich glaube, was die PV-Community, die Regierung und die alte Regierung versäumt haben.
PV auf Handwerks- und Industrieunternehmen bzw. deren Dächern zu fördern und auch Akkus direkt an den Verbraucher zu bringen.
Man hat zu viel an die eigenen Wähler mit Eigenheim gedacht.
Man könnte eine Förderung für eine Statik-Berechnung oder einen Baukostenzuschuss für die Verstärkung der Hallendächer anbieten.
Hallendächer sind häufig am Limit oder weisen punktuelle Schwächen auf.
Und die Haftung ist auch eine Frage, wenn ohne Prüfung PV aufs Dach kommt
Wieder einmal sinnfreies Gestammel vom Troll. Eigene Wähler von wem, dem BSW oder PV Magazine? Oder gibt es jetzt eine PV-Community-Partei?
Was hat dies mit der berechtigten Kritik des BSW am geplanten Netzpaket zu tun?
Wer vom Energiemarkt offensichtlich keine Ahnung hat, darf seine „politischen Meinungsäußerungen weiter bei NIUS statt dem PV Magazine verbreiten.
Fakten zum Energiemarkt:
(1) Der größte Teil (75%) wird direkt zwischen Erzeugern und Großabnehmern langfristig per Vertrag vereinbart (OTC) und geht erst gar nicht über die Börse
(2) Bei den 25% an den Strombörsen gehen ca. 90% in den Terminmarkt, d.h. auch dort werden die Preise zwischen Anbietern, Händlern und Erzeugern per MeritOrder gehandelt (der Preis des teuersten noch notwendigen Kraftwerks bestimmt den Preis für alle)
(3) Bei den restlichen 10 % (d.h. nur 2,5% vom Gesamtmarkt) gehen wieder ein Teil in den Day-ahead-Handel (der auf Planungsprognosen beruht und recht stabile Preise hat) und nur ein kleiner Teil in den Intraday-Handel, bei dem „Überschüsse“ und „Unterversorgung“ gehandelt wird und der auf die volatilen Stromerzeuger, aber auch volatilen Stromverbraucher reagiert.
(Details s. PV Magazin 13.8.2025: Spotmarkt, Terminmarkt, PPA: So beschaffen Unternehmen Strom)
Das Märchen von den konstant laufenden Grundlast-KW führt zu absurden Preisen, negativ wie positiv, da eben der weit überwiegende Teil von >97,5% bereits verplant und bepreist ist. Also kaufmännisch monetär fixiert, aber tatsächlich physisch extrem schwankend und eine Belastung für die Netzstabilität.
Die Hauptursache für diese Preisextreme liegen also bei den Spekulanten und daran, dass der überwiegende Teile an der Börse vorbei gedealt werden. So können Stromkonzerne statt mit dem in eigenen relativ teuren Kohle/Gas-KW erzeugbaren Strom dann nach Belieben mit billigerem PV- oder Windkraft spekulativ die per Vertrag festgelegten Mengen bedienen. So entstehen Blasen (angebliche Dunkelflauten und Negativpreise), ähnlich wie schon beim Börsencrash 2009 durch Optionshandel/ Leerkäufe und toxische Aktienpakete/Immobilienbetrug.
Ökologisch und ökonomisch sinnvoll für Kommunen, Bürgerenergie-Gemeinschaften und Mieterstrom wäre daher die Direktvermarktung mit lokalen PV- und WK-Energiererzeugern als PPA (power purchase agreement). Hierfür gibt es bislang aber hohe bürokratische Hürden und große Kosten für professionelle Direktvermarkter und Steuern/Abgaben. Für eine funktionierende Energiewende mit Bürgerbeteiligung braucht es deshalb Reformen und sozal ausgewogenere Rahmenbedingungen. Leider sind aber gerade von der jetzigen Regierung keine Verbesserungen für die Allgemeinheit zu erwarten, denn die BWMin Reiche macht weiter Gaslobbyismus für Reiche und Großkonzerne, wie bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber Westenergie/EON.
Fazit: Die Energiepolitik der Wirtschaftsministerin Reiche führt zu fatalen Marktverwerfungen zugunsten der Konzerne und gegen den Mittelstand. Anscheinend ist die Regierung vollkommen unwillig, die vorgegebenen Ziele des Klimaschutzgesetzes zu erreichen und damit unfähig, die Energiewende hinzubekommen. Dies ist unvereinbar mit unserer Verfassung zum Schutz der Lebensbedingungen unserer Kinder und Enkel.
Und man sollte auch realistisch sein: Man kann nicht alle Netze gleichzeitig ausbauen.
Deshalb ist es richtig, in bestimmten Gebieten ein Verbot des PV-Zubaus zu realisieren.
Die übertriebene Empörung ist teilweise unangebracht.
Vieles, was der CDU jetzt in die Schuhe geschoben wird, hätte Habeck auch gemacht.
Na ja, plötzlich scheinen Verbote die ultima Ratio zu sein. Was haben die damaligen Oppositionsparteien und die „Bild“ gegen Verbote unter der Ampel gewettert, jetzt den Ausbau der Elektroinfrastruktur zeitweilig zu verbieten, grenzt an groben Unfug! Die Netzbetreiber erhalten über die Netzentgelte eine üppige Vergütung für ihre Leistungen, wie üppige Bezahlung! Da kann man schon mal ein paar Ansprüche stellen! Erinnert sei auch an die Obstruktionspolitik gegen den Ausbau der „Elektro-Autobahn“ in Richtung Süden, insbesondere durch die bayerische Landesregierung, eine zentrale Ursache der aktuellen Abregel-Probleme!
Der nötige Netzausbau war vor 15 Jahren schon klar und die defakto Verweigerung der Netzbetreiber wurde nicht bestraft, Totalversagen auf Behördenseite. Aber egal, kommt all das was aktuell seitens der Regierung geplant ist, dann ist zumindestens klar, wer die letzten Sargnägel an unserer Wirtschaft eingeschlagen hat. Tja, Lobby ist wohl der letzte funktinierende Wirtschaftszweig….. muss man anerkennen.
PV-Ausbau in Städten ist für die Netze vollkommen unproblematisch, da hier der produzierte Strom i.d.R. sofort verbraucht wird. Auf dem Lande mit Riesendächern und kaum Verbrauchern sieht es teilweise anders aus. Solar ist demokratisch und vorhersehbar skalierbar. Wer diese Entwicklung nicht für sich nutzt, bleibt abhängig. Wer zuviel Strom produziert, hat ein Luxusproblem.