Der chinesische Hersteller von Leistungselektronik und Batteriespeichersystemen Sungrow errichtet seine erste Produktionsstätte in Europa. In Wałbrzych im Südwesten Polens entsteht auf einer Fläche von 65.400 Quadratmetern eine Fabrik für Wechselrichter und Batteriespeichersysteme.
Nach Unternehmensangaben belaufen sich die Investitionskosten auf rund 230 Millionen Euro. Die Fertigstellung des Werks ist innerhalb der kommenden zwölf Monate geplant.
„Diese neue Fabrik ist ein wichtiger Meilenstein für Sungrow in Europa. Sie ermöglicht es uns, näher an unseren Kunden zu sein, schneller auf Marktanforderungen zu reagieren, und sie ist ein zentraler Baustein unserer Strategie zur Stärkung der europäischen Lieferketten, während sie qualifizierte Arbeitsplätze schafft“, sagt Shawn Shi, Präsident von Sungrow Europe.
Am Standort sollen sowohl Wechselrichter als auch Batteriespeichersysteme gefertigt werden. Sungrow nennt ein geplantes Produktionsvolumen von 20 Gigawatt Wechselrichterleistung sowie 12,5 Gigawattstunden Speicherkapazität jährlich. Diese Zahlen beziehen sich auf die angestrebte Vollauslastung der Fabrik. Welche konkreten Produktserien in Wałbrzych gefertigt werden, ist nach Unternehmensangaben noch nicht festgelegt und soll im Laufe des Jahres 2026 entschieden werden. Neben der Endmontage von Wechselrichtern und Energiespeichern will Sungrow auch Schaltplatinen, sogenannte PCBAs, am Standort fertigen.
Logistikzentrum für Europa
Nicht alle für den europäischen Markt bestimmten Produkte sollen künftig aus Polen kommen. Sungrow betont, weiterhin auf seine globale Lieferkette zu setzen. Andere Werke des Unternehmens seien auf bestimmte Produktgruppen spezialisiert. Sobald feststeht, welche Produkte in Wałbrzych gefertigt werden, sollen europäische Kunden nachvollziehen können, ob ihre Geräte aus diesem Werk stammen.
Durch die Lage im Zentrum Europas und ein angeschlossenes Lager soll der Standort zusätzlich als Logistikzentrum für das Europageschäft dienen. Ziel sei es, Lieferzeiten zu verkürzen und die Stabilität der Lieferkette zu erhöhen.
Die Fabrik entsteht in einer Sonderwirtschaftszone. Ziel sei es, dort neue Industriezweige anzusiedeln. „Niederschlesien ist einer der attraktivsten Standorte in Europa für den Ausbau erneuerbarer Energietechnologien – dank öffentlicher Förderprogramme, stabilem Wirtschaftswachstum, der Nähe zu technischen Hochschulen und qualifizierten Fachkräften“, sagte Marcin Lerner, Präsident des Management Boards der Wałbrzych Special Economic Zone.
Die Bekanntmachung kommt zu einer Zeit, in der in Europa im Kontext der Resilienz viel über stärker regionalisierte Lieferketten diskutiert wird. Produkte aus dem polnischen Werk sollen nach Unternehmensangaben den Anforderungen des Net-Zero Industry Act (NZIA) sowie weiteren europäischen Vorgaben entsprechen. Ob Fördermittel in Anspruch genommen werden, ließ das Unternehmen offen. Man stehe im Austausch mit Behörden; Investitionsentscheidungen seien jedoch nicht von Subventionen abhängig.
In Wałbrzych sollen nach aktuellen Planungen rund 400 Arbeitsplätze geschaffen werden. Sungrow will die Stellen möglichst lokal besetzen und verweist auf das technische Fachkräftepotenzial in Niederschlesien, insbesondere in den Bereichen Elektronik, Automatisierung und moderne Fertigung.
Konkrete Erweiterungspläne über die genannte Produktionskapazität hinaus gibt es derzeit nicht. Priorität habe zunächst die Inbetriebnahme und der stabile Betrieb der neuen Anlage.
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Ist absehbar, ob die Anlage ausschließlich mit erneuerbarem Strom versorgt wird?
Das wäre die entscheidende Bedingung für „nachhaltige“ Produkte.
Besonders in Polen mit ihrem großen Anteil Kohlestrom ist dies von äußerster Bedeutung.