Die chinesische Nationale Energiebehörde (NEA) veröffentlichte am Mittwoch ihre Statistik zum Energiesektor für 2025. Daraus geht hervor, dass China im vergangenen Jahr 315,07 Gigawatt Photovoltaik-Leistung und 119,33 Gigawatt Windkraft installiert hat. Beide Zahlen stellen neue Rekordmarken dar.
Bis Ende Dezember 2025 hatte Chinas kumulierte Stromerzeugungsleistung 3,89 Terawatt erreicht, was einem Anstieg um 16,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Solarstromleistung stieg dabei mehr als doppelt so schnell um 35,4 Prozent auf 1,2 Terawatt, während die Windkraftleistung um 22,9 Prozent auf 0,64 Terawatt zunahm. Zusammen machten Solar- und Windenergie laut NEA-Daten zum Jahresende 47,3 Prozent der installierten Gesamterzeugungsleistung aus.
Die Zahlen unterstreichen einen strukturellen Wandel im chinesischen Strommix. Unter Einbeziehung von Wasserkraft und Kernenergie hatten nicht-fossile Energiequellen im Jahr 2025 einen Anteil von 60,4 Prozent an der installierten Gesamtleistung. Für fossile Energien verblieben somit 39,6 Prozent, was einen historischen Wendepunkt im Stromsystem des Landes markiert. Die Daten der NEA zeigen auch, dass große Kraftwerke mit einer Leistung ab 6 Megawatt im Jahresdurchschnitt 3.119 Volllaststunden erreichten, was einem Rückgang von 312 Stunden gegenüber 2024 entspricht und die zunehmende Variabilität und den Druck zur Abregelung der Stromerzeugung aufgrund der Ausweitung erneuerbarer Energien widerspiegelt.
40 Gigawatt Zubau allein im Dezember
Die Dynamik bei den Neuinstallationen beschleunigte sich gegen Jahresende stark. Allein im Dezember wurden mehr als 40 Gigawatt Photovoltaik hinzugefügt – eine Menge, die mit dem Zubau vieler großer nationaler Photovoltaik-Märkte im gesamten Jahr vergleichbar ist (in Deutschland sind 2025 nach derzeitigem Stand knapp 16,5 Gigawatt neu installiert worden). Branchenanalysten führten den Anstieg auf Fristen zur Inbetriebnahme sowie die fortgesetzte Einführung groß angelegter Wind- und Photovoltaik-Cluster im Westen und Norden Chinas zurück.
Trotz des Rekordjahres erwarten die meisten Beobachter für 2026 einen Rückgang der Neuinstallationen und führen dies auf das hohe aktuelle Niveau, die Marktliberalisierung der Strompreise und anhaltende Anpassungen in der Lieferkette zurück. Die China Photovoltaic Industry Association (CPIA) skizzierte im Januar drei Szenarien: ein konservatives Szenario mit rund 185 Gigawatt, ein Mainstream-Szenario mit 215 bis 220 Gigawatt und ein optimistisches Szenario mit bis zu 275 Gigawatt. Die mittlere Prognose geht somit von einem Rückgang um rund 20 bis 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus.
Dieser Ausblick steht im Gegensatz zu den Prognosen der CPIA für 2025, als sie ihre Gesamtjahresprognose im Februar von 215 auf 255 Gigawatt und im Juli auf 270 bis 300 Gigawatt nach oben korrigierte, nachdem es in der ersten Jahreshälfte zu einem politikgetriebenen Anstieg des Zubaus gekommen war. Die offiziellen Daten der NEA zeigen nun, dass die tatsächlichen Zuwächse die Obergrenze des revidierten Bereichs der CPIA noch überschritten.
Andere Analysten sind sich weiterhin uneinig über das Tempo der erwarteten Verlangsamung. Die neueste Basisprognose von Bloomberg NEF geht von rund 273 Gigawatt (AC) an neuen Photovoltaik-Anlagen 2026 aus, während mehrere chinesische Broker und Fachpublikationen ihre zentralen Schätzungen zwischen 200 und 225 Gigawatt ansetzen. Über alle Szenarien hinweg herrscht weitgehende Einigkeit, dass Großprojekte in Wüstengebieten und die Entwicklung von Erneuerbare-Energien-Clustern die Nachfrage dominieren werden, während die dezentrale Energieerzeugung aufgrund der sich weiterentwickelnden Strompreis- und Tarifmechanismen die größte Unsicherheit darstellt.
Mit einer kumulierten Leistung von mittlerweile über 1 Terawatt wird der chinesische Photovoltaik-Markt zunehmend von Herausforderungen bei der Systemintegration und weniger vom reinen Ausbau geprägt. Der Netzzugang, der Einsatz von Speichern und Reformen des Strommarktes werden voraussichtlich eine immer größere Rolle für die Frage spielen, wie schnell neue Kapazitäten ab 2026 aufgenommen werden können.
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.







China baut 315 GW PV in einem Jahr.
Währenddessen diskutieren wir ernsthaft darüber, ob ein veganes Schnitzel noch „Schnitzel“ heißen darf.
China installiert 2025 315 Gigawatt neue Photovoltaik – mehr als viele Länder insgesamt besitzen. Dort wird Energiewende im Gigawatt-Maßstab gemacht, Infrastruktur geschaffen und Industriepolitik betrieben.
Und wir?
Verheddern uns in Symboldebatten und Sprachfragen.
Vielleicht sollten wir weniger über Wortwahl streiten – und mehr darüber, wie wir endlich Tempo, Skalierung und Umsetzung hinbekommen.
Der Schein der absoluten Zahlen trügt. Rechnet man den Zubau auf die Bevölkerung um, kommen wir bei China auf 222 W pro Einwohner und in Deutschland auf 195 W pro Einwohner.
Da ist der Unterschied gar nicht mal so groß.
Kennen Sie den alten Spruch
„Achte auf deine Gedanken,
denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte,
denn sie werden Handlungen usw.“
Nicht WIR diskutieren über vegane Schnitzel. Sondern interessierte Kreise. Nicht WIR wollen neue Gaskraftwerke bauen. Sondern interessierte Kreise. Und diese „interessierten Kreise“ versuchen, uns mit Scheindebatten von Lösungen wegzudrängen. In dem Moment, wo WIR deren Framing übernehmen, helfen wir diesen „interessierten Kreisen“ und arbeiten gegen UNSERE Interessen.
… der Volksmund vereinfacht auf dem Niveau mit dem die Bevölkerung gebildet wurde, durch, zum Teil die, welche der Bevölkerung vorwerfen nicht zu genügen, aber sich deutlich besser bezahlen lassen?
Welche Gedanken stellen sich bei Ihnen bei unverhältnismässigem Sanktionismus und opportunistischem/strategischem Diletantismus ein?
(wenn Sie’s nett einordnen wollen, dann vor der Zeit Goethes und Schillers)
Die Produktionsleistung chinesischer Photovoltaikkomponenten, deren Qualität, die Entwicklungsgeschwindigkeit des industriellen Auf- bzw. Umbaus und die (mittlerweile) anspruchsvollen Grundsätze zur Mitarbeiterentwicklung bzw. -schutz sind doch beeindruckend(?)
China verbraucht ca 10.000 TWh, Dtl ca 600. 17:1
China baut 316 GW zu, dtl 16,4 GW. 19:1
Ja, china hat Dtl jetzt überholt. Knapp.
Schon spannend, was in China passiert.
Und was dort passiert, passiert überall in der Welt – nur bei uns herrscht breiter Zweifel.
Der fallende Ölpreis könnte auch ein Indiz dafür sein, dass alternative Energiequellen eine ernsthafte Gefahr für Opec und andere bedeutet – ihre Geldquellen drohen zu versiegen.
Daher schnell mal den Preis senken um die alternativen Energien etwas zu bremsen.
Es wird nicht helfen.
Mich würden die prozentualen Zahlen interessieren wenn man die dreckige Kernkraft rauslassen würde. Angeblich CO2 frei oder nicht. Ein dreckiges Geschäft wird sie immer bleiben.
Kann ich dir sagen, im Winter nutzt Deutschland v.a. Kohle und Gas, falls der Wind weht noch WK, ansonsten hat DE 90% fossile Energie und somit die dreckigste Stromerzeugung Europas.
Auch für die Relativierer Mike und Darwin-c habe ich etwas aus dem Poesiealbum:
„Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.“
Mag ja sein, dass Sie – wie ich – alt sind, Ihre Restlaufzeit gering ist und Sie – anders als ich – keine Kinder und Enkel haben, denen WIR – hier benutze ich das „Wir“ jetzt auch, weil „wir alle“* dafür Verantwortung tragen – die Hölle auf Erden bereiten. Das gibt Ihnen aber nicht das Recht, für die drei Viertel** der Weltbevölkerung, die nichts dafür können, mitzubestimmen.
* Natürlich nicht „alle“. Drei Viertel der Weltbevölkerung trägt daran kaum oder gar keine Schuld. Mit „Wir“ sind die „zivilisierten Staaten“ gemeint.
** Da können die Relativierer wieder fein ansetzen und ablenken. Sind ja fünf Figuren mehr oder weniger…
Mir geht es lediglich um die Bewertung was „schlecht“ und was „gut“ ist.
Wenn 222 Watt pro Kopf gut ist und 195 Watt pro Kopf schlecht ist, wo verläuft die Grenze?
Btw. mit Mitte 30 fühle ich mich noch nicht „alt“, aber das Alter ändert nichts an einer nüchternen Betrachtung und Bewertung der Fakten.
Für die Kommentarspalte noch beachten, dass China 30 % mehr Produktion aus seiner installierten Leistung rausholen kann als Deutschland (Geographie – mindestens 1.300 kWh/kWp vs DE 1.000 kWh/kWp) und kein Winter Gefälle hat sondern eine gleichmäßige Verteilung über das ganze Jahr hinweg. Das ist etwas wovon wir nur träumen können. Die haben quasi ewigen Frühling (In Betracht auf PV-Erzeugung). ____________
Somit bringt das Pro Person nochmal deutlich mehr. Und das wichtige. Auch von November bis Februar!
Hat China nur eine Klimazone? Glaube ich nicht.
Kernkraft als „nicht fossil“ zu bezeichnen ist Augenwischerei. Als wäre ein Metall weniger Element als Gas. Ja ich weiß, es kommt nur noch auf das CO2 an, noch so ein Unsinn. Als wären nicht andere Gase hundertmal schädlicher. Wieviel Dreck beim Abbau des Urans in die Luft geblasen wird, wird natürlich unterschlagen.
In China sieht es so aus:
China baut massiv Atomkraftwerke (AKWs) und ist weltweit führend bei neuen Projekten, um den steigenden Energiebedarf und Klimaziele zu decken, wobei es etablierte Reaktoren wie den „Hualong One“ und innovative Generation-IV-Reaktoren wie den „Kugelhaufenreaktor“ sowie „Thorium-Reaktoren“ entwickelt. Das Land hat derzeit über 50 Reaktoren in Betrieb und Dutzende im Bau, plant weitere und profitiert von Standardisierung und staatlicher Unterstützung, wodurch es den globalen Trend der Atomkraft-Stagnation umkehrt.
Und der Müll wird in der Mongolei oder sonst bei irgendwelchen unterdrückten Bevölkerungschichten vergraben.
Woher haben Sie das, dass China massiv AKW bauen würde? Das ist faktisch einfach falsch. 2025 jan-nov 2GW, in 2024 waren es 3,9 GW. Ja, das ist was, aber „massiv“ wären mal z.B. 20GW oder so was…
Dagegen stehen über 300GW PV, was rechnerisch selbst mit einem Kapazitätsfaktor von 10% etwa 30GW dauerhafter Leistung entsprechen würde.
Bitte das Bild beachten, wir machen die Dächer voll China baut Freiflächenanlagen.
Wer hat die günstigere Energiekosten?