Batteriespeicher-Installationen übersteigen 2025 weltweit mehr als 300 Gigawattstunden

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von ESS News

Nach Berechnungen von Benchmark Mineral Intelligence wurden 2025 rund 315 Gigawattstunden Batteriespeicher-Kapazität (BESS) installiert, Großspeicher und Batterien hinter dem Zähler zusammengerechnet. Das entspricht einem Wachstum von rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Geografisch gesehen führten China und die USA die Installationen an – wobei China alle anderen Märkte weit hinter sich ließ. Dort kam allein im Dezember mehr Kapazität an stationären Batteriespeichern hinzu als in den USA im gesamten Jahr zusammen. Saudi-Arabien, Australien und Chile rückten auf die Plätze drei, vier und fünf vor. Sie verdrängten Großbritannien und Italien aus den Top 5 von 2024.

Großspeicher waren der Hauptwachstumsmotor, sie machten fast 240 Gigawattstunden der weltweiten Installationen aus. Die Projektgrößen nahmen weiter zu: Im letzten Jahr wurden 46 BESS im Gigawattstunden-Maßstab in Betrieb genommen, gegenüber 17 im Jahr 2024. Für 2026 sind derzeit mehr als 150 Vorhaben dieser Größe in Planung.

„2026 wird ein weiteres starkes Jahr für BESS werden. Die aktuelle Prognose zeigt einen Zuwachs der Kapazitäten von über 450 Gigawattstunden“, erklärt Iola Hughes, Forschungsleiterin bei Benchmark Mineral Intelligence, gegenüber ESS News. „Es dürfte hier keine wesentlichen Lieferengpässe geben. Denn die Produktion von Batteriezellen hat das Wachstum des letzten Jahres übertroffen. Zudem sollen die Kapazitäten in diesem Jahr weiter ausgebaut werden.“

Steigende Lithiumpreise haben bislang kaum Wirkung auf Systemkosten

Im vergangenen Jahr erreichten die Preise für Batteriespeicher-Systeme neue Tiefststände. So fielen Projektangebote in China auf bis zu 63 US-Dollar pro Kilowattstunde (54 Euro). Die aggressive Preispolitik hat sich Benchmark Mineral Intelligence zufolge auch auf die Exportmärkte ausgewirkt, da immer mehr Projektentwickler nach Regionen mit höheren Margen suchen.

Zu Beginn des neuen Jahres hat sich das Preisumfeld jedoch verändert. Die Lithiumpreise sind auf ein Zweijahreshoch gestiegen, angetrieben durch knappe Lagerbestände, Produktionsrückgänge in den Minen, eine robuste Nachfrage und zuletzt die Rücknahme der Steuervergünstigungen für Batterien in China. Während die ersten Auswirkungen bereits auf Zellebene sichtbar sind, hat sich dies noch nicht voll auf die Systempreise ausgewirkt.

„Derzeit macht Lithium etwa sieben Prozent der Kosten eines AC-Blocks aus“, sagt Hughes. „Der jüngste Anstieg der Lithiumpreise hat begonnen, sich auf die Zellpreise auszuwirken. So sind die Preise für 314-Ah-ESS-LFP-Zellen gegenüber den Tiefstständen vor zwei bis drei Monaten um etwa zehn Prozent gestiegen.“

Es bleibt unklar, wie viel von diesem Anstieg letztendlich auf die Systempreise umgelegt wird. „Wir beobachten bereits einen leichten Anstieg der Systempreise in China“, sagte Hughes. „Außerhalb Chinas sind die Margen in der Regel höher. Das bedeutet, dass einige Preiserhöhungen aufgefangen werden können. Angesichts der langen Zeitspanne zwischen Lithiumbeschaffung und dem Einsatz der Systeme werden die Zell- und Systemhersteller jedoch wahrscheinlich die aktuelle Rallye in den laufenden Preisverhandlungen nutzen. Die Dauerhaftigkeit der höheren Lithiumpreise wird entscheidend dafür sein, wie sich dies insgesamt auf die Systempreise auswirkt.“

BESS bleiben das am schnellsten wachsende Speichersegment

Der Markterfolg von BESS hat die Gesamtnachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien insgesamt erheblich angekurbelt. Nach Angaben von Benchmark Mineral Intelligence ist die weltweite Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien im Jahr 2025 um 29 Prozent gestiegen. Sie hat 1,59 Terawattstunden erreicht.

BESS bleiben das am schnellsten wachsende wichtige Endverbrauchssegment. Die Nachfrage nach stationären Speichern stieg 2025 um 51 Prozent. Bei Elektrofahrzeugen betrug das Plus nur 26 Prozent. Durch diese Diskrepanz setzte sich die strukturelle Neuausrichtung des Marktes hin zur stationären Energiespeicherung fort.

Lithium-Eisenphosphat (LFP) war 2025 mit einem Nachfrageanstieg von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr die am schnellsten wachsende Batteriechemie. Diese Entwicklung wurde durch die rasche Expansion des globalen Batteriespeicher-Marktes und das anhaltende Wachstum des chinesischen Elektromobilitätssektors im In- und Ausland angetrieben. Außerhalb Chinas stieg der Anteil von LFP an der Batterienachfrage ebenfalls auf über 30  Prozent. Der Gesamtanteil von Nickel-basierten Chemikalien ging hingegen zurück.

Elektromobilität dominiert die Batterienachfrage

Die regionalen Nachfragemuster wiesen deutliche Unterschiede auf. So dominierten in China weiterhin Elektrofahrzeuge die Batterienachfrage. Deren Anteil lag sowohl 2024 als auch 2025 stabil bei 77 Prozent. Stationäre Speicher gewannen jedoch an Boden: Ihr Anteil stieg im Jahresvergleich von 16  auf 19 Prozent. Im Dezember 2025 entfielen 45 Prozent der gesamten Batterienachfrage auf BESS, was auf einen Rekordmonat bei den Installationen zurückzuführen war.

In Nordamerika machten BESS hingegen 26 Prozent der gesamten Batterienachfrage aus, gegenüber 16 Prozent im Jahr 2024. Diese Entwicklung fiel mit einem langsameren Wachstum der Nachfrage nach Elektrofahrzeugen zusammen, was teilweise auf Änderungen der Steuergutschriften im Rahmen des Inflation Reduction Act (IRA) in den USA zurückzuführen war.

In Europa blieben Elektrofahrzeuge der dominierende Treiber der Batterienachfrage. Der Anteil der Elektrofahrzeuge an der Gesamtnachfrage stieg von 77 Prozent im Jahr 2024 auf 85 Prozent in 2025. Das unterstreicht die anhaltende Fokussierung der Region auf die Elektrifizierung von Leichtfahrzeugen. Im Gegensatz dazu sank der Anteil von BESS im gleichen Zeitraum von 16 auf 8 Prozent.

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