Die Marktdurchdringung von Smart Metern liegt in Deutschland derzeit bei 3,8 Prozent. Gleichzeitig sind zum Ende des dritten Quartals 2025 gut 20 Prozent der gesetzlichen Pflichteinbaufälle umgesetzt. Das geht aus dem jüngsten Quartalsbericht der Bundesnetzagentur zum Stand des Smart-Meter-Rollouts hervor.
Demnach gibt es in Deutschland rund 54 Millionen Messlokationen. Etwa zwei Millionen davon sind inzwischen mit intelligenten Messsystemen ausgestattet, was einem Anteil von 3,8 Prozent entspricht. Nach den gesetzlichen Vorgaben müssen die Messstellenbetreiber bis zum 31. Dezember 2025 mindestens 20 Prozent derjenigen Pflichteinbaufälle realisiert haben, die Zählpunkte mit 6.000 bis 100.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch oder 7 bis 100 Kilowatt Einspeiseleistung sowie Lokationen mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach Paragraf 14a Energiewirtschaftsgesetz betreffen. Bei Nichterfüllung drohen aufsichtsrechtliche Maßnahmen, etwa in Form von Zwangsgeldern durch die Bundesnetzagentur (Paragraf 45 Messstellenbetriebsgesetz).
Die Auswertung des Pflichtrollouts basiert auf den Rückmeldungen von 814 grundzuständigen Messstellenbetreibern. Im Durchschnitt erreichen diese die vorgegebene Quote. Für das dritte Quartal 2025 weist die Behörde aus, dass inzwischen 20,2 Prozent der Pflichteinbaufälle umgesetzt sind.
Tendenziell kommen größere Messstellenbetreiber beim Rollout schneller voran. Das zeigt die Auswertung nach der Anzahl der betreuten Messlokationen deutlich. Bei den 18 Messstellenbetreibern mit mehr als 500.000 Messlokationen liegt die durchschnittliche Einbauquote bereits bei 25,0 Prozent. Betreiber mit 100.000 bis 500.000 Messlokationen erreichen im Mittel 14,6 Prozent. In der Gruppe mit 30.000 bis 100.000 Messlokationen beträgt die Quote durchschnittlich 11,2 Prozent. Deutlich darunter liegen kleinere Messstellenbetreiber mit weniger als 30.000 Messlokationen, bei denen im Schnitt erst 8,2 Prozent der Messstellen mit intelligenten Messsystemen ausgestattet sind. Die Bundesnetzagentur weist aber auch darauf hin, dass es sich um Durchschnittswerte handelt und einzelne kleinere Netzbetreiber deutlich höhere Quoten erreichen.
Bezieht man alle Messlokationen in Deutschland ein, also auch jene, die kein Pflichteinbaufall sind, liegt die Einbauquote für intelligente Messsysteme bei 3,8 Prozent. Moderne Messeinrichtungen ohne Kommunikationseinheit sind hingegen bereits an 52,4 Prozent der Messstellen installiert. Diese Gesamtbetrachtung basiert auf 872 Rückmeldungen und umfasst auch wettbewerbliche Messstellenbetreiber, sofern diese Daten gemeldet haben.
Gegenüber der letzten Veröffentlichung der quartalsweisen Rollout-Zahlen im Oktober zeigt sich damit zumindest ein leichter Fortschritt. Damals waren erst rund 16 Prozent der Pflichteinbaufälle umgesetzt, und der Anteil intelligenter Messsysteme an allen Messlokationen lag bei etwa 3 Prozent.
Innerhalb eines Quartals entspricht das einem Zuwachs von rund vier Prozentpunkten bei den Pflichteinbaufällen. Würde dieses Tempo beibehalten, wären sämtliche Pflichteinbaufälle Ende 2030 abgeschlossen. Gesetzlich vorgesehen ist, dass bis 2030 rund 95 Prozent der Pflichteinbaufälle umgesetzt sein sollen. Der Rollout bezogen auf alle Messlokationen kommt langsamer voran. Der Anstieg von lediglich 0,8 Prozentpunkten pro Quartal lässt bei einer vereinfachten linearen Fortschreibung darauf schließen, dass der vollständige Ausbau noch 30 Jahre in Anspruch nehmen würde.
Anmerkung der Redaktion: Wir haben diese Meldung am 29. Dezember, 18.45 Uhr redigiert, sie enthielt zuvor einen missverständlichen Absatz zur Umsetzung des Rollouts nach Verbrauchs- beziehungsweise Leistungsklassen.
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„Innerhalb der Pflichteinbaufälle zeigen sich deutliche Unterschiede je nach Verbrauchs- beziehungsweise Einspeiseklasse. Am höchsten ist die Einbauquote bei Anlagen mit einem Jahresverbrauch von mehr als 500.000 Kilowattstunden: Hier sind bereits 22,1 Prozent der Pflichteinbaufälle erfüllt. In der Klasse von 100.000 bis 500.000 Kilowattstunden liegt die Quote bei 11,6 Prozent.“
Ich bin an der Stelle etwas verwirrt.
Anschlüsse mit einem Jahresverbrauch von mehr als 100.000 kWh werden in der Regel mit einer RLM-Messung ausgestattet. Diese sind bereits seit Jahren voll digital am Netz.
Warum man solche Anschlüsse statistisch dem Pflichtrollout zuordnet, kann ich nicht ganz nachvollziehen?
Eigentlich wollte ich ein iMSys haben, noch dazu wäre ich auch ein Pflichtfall für den Einbau gewesen, aber da im Keller kein Mobilfunk war, hat der Monteur die Intelligenz wieder mitgenommen.
Im nachhinein war ich nicht traurig darüber, denn es hat nicht lange gedauert, da wurde Wucherpreise für ein iMSys beschlossen, die der VNB dafür kassieren darf. PV >15kW und zack rauben sie dich schamlos aus, ohne einen Plausiblen Grund. Weder das iMSys ist ein anderes noch kostet es ab da mehr. Für den Jahrespreis kann man sich jedes Jahr ein neues iMSys verbauen…
Der Mehrwert eines iMSys von variablen Tarifen kann man als PV Betreiber eh vergessen, einzig die Senkung der Netzgebühren bei §14a Modul3 könnten interessant werden, wenn denn die Netzgebühren bei einem hoch sind und damit die Differenz in den Stufen groß genug ist.
Alles in allem mit dem iMSys können sie mir gestohlen bleiben mit ihren Preisen, wo ein Raubritter noch rot werden würde.
Kein Ahnung, warum Sie so ganz allgemein iMSys so negativ framen. Dynamische Tarife in Verbindung mit §14A und Modul 3 senken „deutlichst“ die Preise. Natürlich nur, wenn man auch entsprechend hohe verschiebbare Verbräuche mit E-Auto, Wärmepumpe oder Speicher (im Winter) hat. Genau das entspricht zufällig der recht nahen Zukunft und daher kann ich diese starre Ablehnung überhaupt nicht nachvollziehen. Man muss auch nicht die stündliche Dynamik nehmen, sondern kann auch sehr gut planbar die nächtlichen Stunden mit teils deutlich unter 20 Cent für die Wärmepumpe und E-Auto verwenden. Es ist zudem davon auszugehen, dass sich solche Tarife noch erweitern werden mit der Direktvermarktung und mit marktgerechten Preisen für die Rückspeisung.
Möchte man diesen Tarif, braucht es leider noch viel Geduld… aber so viel Stress bedeutet es nicht, wenn man das z.B. Octopus einfach machen lässt.
„Der Rollout bezogen auf alle Messlokationen kommt langsamer voran. Der Anstieg von lediglich 0,8 Prozentpunkten pro Quartal lässt bei einer vereinfachten linearen Fortschreibung darauf schließen, dass der vollständige Ausbau noch 30 Jahre in Anspruch nehmen würde.“
In der Ruhe liegt die Kraft… 🥳
„Die Marktdurchdringung von Smart Metern liegt in Deutschland derzeit bei 3,8 Prozent.“
Na immerhin … 😎
Sonnige Grüße aus Südnorwegen
Selten so gelacht,
Ich habe im Januar bei den Stadtwerken München eine iMSys zu bekommen und obwohl das Formular dafür unheimlich gut versteckt war habe ich die Beantragung geschafft.
Die Rückmeldung war, sinngemäß, wenn wir soweit sind kriegen sie den, ich gehöre übrigens auch zur Gruppe Pflichteinbau, sowohl über Verbrauch als auch PV.
Also angerufen und auf meinen gesetzlichen Anspruch hingewiesen, wieder dem Sinn nach, mag ja sein, aber wir können es softwareseitig nicht abrechnen. Dann zu Octopus gewechselt, als Lieferant und Messstellenbetreiber, seit Mitte des Jahre eine iMSys vorhanden (von Octopus), aber keine Abrechnung möglich, übrigens super Empfang im Keller.
Beschwerde bei der Bundesnetzagentur, Antwort für Einzelfälle sind sie nicht zuständig. Ja klar, ist ja auch nur die Einzene SWM….
So sieht die Realität aus, daher auch keine Entspannung in den Stromnetzen.
Lieber wieder Alles in die Hände der Konzerne, mit überregulierten Abschaltungsmöglichkeiten, wo kämen wir denn auch hin, wenn Hinz und Kunz ihren Stromverbrauch ökonomisch optimieren und dabei noch die Netze stabilisieren würden.
Wahrscheinlich hängt mein Problem immer noch am Netzbetreiber, da ja Octopus woanders in der Lage ist abzurechnen.