Peter van Garsel aus Bad Homburg hatte große Erwartungen an seinen Speicher. Statt eines klassischen Lithium-Ionen-Speichers entschied er sich bewusst für ein Vanadium-Redox-Flow-System. Die Technologie verspricht eine lange Lebensdauer, da der verwendete Elektrolyt nicht degradieren kann. Zudem sei die Technologie besonders sicher. Nach der Inbetriebnahme im Februar 2024 sah die Realität anders aus: Bereits nach wenigen Monaten traten laut seiner Schilderung Dichtungsprobleme auf, später kam es zu widersprüchlichen Messwerten zwischen Speicher, Zählern und Photovoltaik-Anlage. Nach mehreren Reparaturversuchen fiel das System im Sommer 2024 komplett aus. Der Speicher wurde schließlich Anfang 2025 deaktiviert und später demontiert.
Der Betreiber erhielt nach eigenen Angaben rund 93 Prozent des Kaufpreises zurück, dazu eine pauschale Entschädigung für den Ausfallzeitraum. Ein LFP-Speicher wurde ihm als Ersatz angeboten, allerdings steht für ihn nun erst einmal die Frage im Raum, welches System künftig installiert werden soll. Wie van Garsel geht es derzeit allen Kunden von Prolux Solutions. Das Unternehmen ruft sämtliche Storac-Redox-Flow-Heimspeicher zurück.
Auf Nachfrage heißt es: Prolux Solutions steigt aus dem Geschäft mit Vanadium-Redox-Flow-Heimspeichern aus. Beide Varianten des Storac-Systems werden nicht mehr weitergeführt, stattdessen setzt das Unternehmen künftig auf Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Speicher. Die neuen Heimspeicher stammen aus dem Portfolio des Mutterkonzerns Midea, der Prolux im Zuge der Übernahme von Arbonia Climate in die Unternehmensgruppe integriert hat. Im Mittelpunkt der neuen Strategie steht dem Unternehmen zufolge klar der Ausbau des LFP-Portfolios, nicht mehr die Weiterentwicklung von Vanadium-Redox-Flow-Systemen.
Im Zuge der Neuausrichtung werden demnach alle bereits installierten Storac-Systeme zurückgeholt. Betreiber erhalten laut Prolux den vollen Kaufpreis erstattet, auch Installationsbetriebe sollen für entstandene Aufwände kompensiert werden. Zusätzlich bietet Prolux seinen Kundinnen und Kunden neue LFP-Speicher von Midea als Ersatzprodukt an – unabhängig von der Erstattung. Die Rückabwicklung laufe bereits.
Prolux begründet den Rückruf seiner Produkte nicht primär mit technischen Problemen, sondern mit wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das Storac-Speichersystem weise konstruktionsbedingt eine lange Lebensdauer auf, jedoch sei für den Weiterbetrieb ein langfristiges Service- und Überwachungskonzept notwendig. Wartungen des Elektrolyts, der Ölstände, Pumpen und Sensorik hätten mindestens im zweijährigen Abstand vorgenommen werden müssen. Zusätzlich hätte Midea Ersatzteile vorhalten und die Betriebssoftware über viele Jahre hinweg pflegen und updaten müssen. Für ein Produkt, das nicht im Portfolio fortgeführt wird, sei dieser Aufwand wirtschaftlich nicht tragfähig gewesen, wie es vom Unternehmen heißt.
Gleichzeitig bestätigt das Unternehmen, dass es bei frühen Serien „vereinzelt“ Elektrolyt-Leckagen gegeben habe, die auf Tankmaterial und Schlauchanschlüsse zurückzuführen gewesen seien. Spätere Geräte seien daher mit zusätzlicher Auffangwanne ausgestattet worden.
Offiziell spricht Prolux weiterhin von nur einem dokumentierten sicherheitsrelevanten Störfall mit Rauchentwicklung in der Schweiz.
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Und damit erleben wir ein weiteres Beispiel für „Versprechen ist einfacher als liefern!“. Für Zwecke korrekter geschichtlicher Dokumentation wäre es interessant, die im Betrieb gemessene Round-Trip- Efficiency festzuhalten!
( Aus der Theorie und Erfahrungen grosser Redox-Flow Akkumulatorsystems sind 62-85% Wirkungsgrad bekannt (rount-trip, zw. 1.1 und 1.65V, Dalian Rongke RFBs) und aus einem anderen Testaufbau 200000 Zyklen (ohne erkennbare Degradation des Elektrolyts) innerhalb 3 Jahren.
Die (volumetrische) Energiedichte kann zwischen etwa der halben (, einfachen) und doppelten Energiedichte von ‚Bleiakkus‘, mit 15/20(-40)-80Wh/l eingeordnet werden und die Kosten bei ca. USD100/kWh (ca. 2020, Lernkurve?).
„The “realistic” round-trip efficiency for Prolux STORAC is in the ballpark of around 65 – 70 %, though under ideal conditions VRFBs (in general) can reach 70–80 %.“
Die grössten RFBs erreichen etwa 20-400MWh an Speicherkapazität, mit jedoch rel. niedriger volumetrischer Energiedichte, im Vergleich zu LithiumEisenPhosphat-Akkus (ca. 140Wh_2015/kg bis 210Wh/kg (230/260Wh/kg ?)).
LFP Akkustapel ( (neueste) Zellen bis 95-98% (niedr. C-Rate), BMS) erreichen zwischen bis zu 92-96% (roundtrip eff.) und AC-AC (home, ESS) bis zu 88-94%. )
Bei einem VanadiumRFB (ca. 27Wh/l, Vanadiumelektrolyt.: 342€/kWh*120kWh) System (10kW, 120kWh) erreichen die Stack- und Elektrolytkosten ca. 40% und 32% Anteil an den Kosten des Gesamtsystems (Universität, Prototyp?, 2019). )
Die Technologie, die sich durchsetzt, hat wohl die besseren Argumente.
Wir hatten einen Speicher von Prolux, der Anfang 2025 außer Betrieb gesetzt wurde, ohne dass man als Kunde darüber informiert wurde. Erst auf Nachfrage wurde von der Überprüfung eines technischen Defekts gesprochen, der wohl mir einem Brand in der Schweiz zusammenhing. Empfand ich als wenig vorbildlich. Besser war dann die Rückabwicklung und die Rücknahmepreis.
Was mich wundert ist das im Artikel gesagt wurde, dass nur ein Teil des Kaufpreises zurückerstattet wurde. In D gilt 2 Jahre Gewährleistung. Produkt funktioniert nicht, dann 100%. Ansprechpartner war der Elektrobetrieb.
Leider zeigte sich im Betrieb auch immer wieder Fehler, die eine komplette Entladung verhinderten.
War mir aber von Anfang an klar, dass man hier die wirtschaftliche Reißleine gezogen hat, obwohl man von Unwägbarkeiten technischer Art sprach.