Umfrage: Klimaneutrales Stromsystem braucht neues Marktdesign  

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Die Bundesregierung will das Stromsystem bis 2035 klimaneutral gestalten. Wie kann das gelingen? Dazu hat das “EnergieSystemWende”-Kolleg der Reiner Lemoine Stiftung (RLS) 130 Fachleute befragt. Ergebnisse der Umfrage sind unter anderem: Es muss präziser definiert werden, was das klimaneutrale Stromsystem genau ausmacht. Um es zu erreichen, ist eine Reform des Strommarktdesigns notwendig.  

Für Zweidrittel der Befragten sind „klimaneutrales“ und „erneuerbares Stromsystem“ Synonyme, wie aus dem Leitplanken für die Gestaltung des Klimaneutralen Stromsystems“ hervorgeht. Es gibt dazu allerdings auch Einwände. So könne ein klimaneutrales System auch Technologien wie die Kernenergie oder fossile Energieträger mit Carbon Capture und Storage (CCS) enthalten.  

Philipp Blechinger, Leiter des RLS-Graduiertenkolleg, schlussfolgert: „Eines der wichtigsten Ergebnisse der Umfrage ist, dass das ‚klimaneutrale Stromsystem‘ nicht eindeutig definiert ist. Daher sollte seitens der Politik präzisiert werden, dass es dabei um 100 Prozent erneuerbare Energien geht. Zudem muss klar gemacht werden, dass ein klimaneutrales Stromsystem nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zum klimaneutralen Energiesystem sein kann.“  

93 Prozent der Befragten glauben, dass das Strommarktdesign dringend reformiert werden muss. 84 Prozent sehen es als ungeeignet an, den Weg ins klimaneutrale Stromsystem zu ebnen. „Es braucht in dieser Legislaturperiode Reformen, die die Weichen in Richtung Zielsystem stellen”, sagt Blechinger weiter. An erster Stelle müsse ein zügiger Ausbau von Photovoltaik und Windkraft stehen. “Allerdings herrscht noch große Uneinigkeit, wie die Reform des Strommarktes ablaufen sollte. Die Rückmeldungen der Expertinnen und Experten sind jedoch in einem Punkt klar: Jede Strommarktreform muss mehr betrachten als Preisbildungsmechanismen.“  

Das Impulspapier beschreibt mehrere Leitplanken, die bei der Gestaltung des klimaneutralen Stromsystems berücksichtigt werden sollten. Teilhabe und die soziale Gerechtigkeit müssten im Fokus stehen. Zudem solle die Politik unter anderem Investitionsbedingungen reformieren, Regionalität stärker berücksichtigen und stringente Rahmenbedingungen sowie Planbarkeit schaffen. 

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