IRENA: Photovoltaik-Sektor mit 4,3 Millionen Arbeitsplätzen weltweit führend

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Nur wenige Tage nach der IEA hat auch die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) einen Bericht zur Zahl der Jobs in der Erneuerbaren-Branche veröffentlicht. Demnach sei die Zahl der Arbeitsplätze weltweit im vergangenen Jahr um 700.000 auf 12,7 Millionen gestiegen. Dabei sei die Photovoltaik der schnellst wachsende Sektor unter den Erneuerbaren, hießt es im „Renewable Energy and Jobs: Annual Review 2022“ weiter. Allein auf diesen Sektor entfielen knapp 4,3 Millionen Arbeitsplätze, dahinter folgen Biokraftstoffe und Wasserkraft mit je etwa 2,4 Millionen Jobs. Im Windkraft-Bereich verzeichnete IRENA hingegen nur etwa 1,37 Millionen Arbeitsplätze.

Angesichts der zunehmenden Besorgnis über den Klimawandel, der Erholung von der Corona-Pandemie und der Unterbrechung der Lieferketten wachse das nationale Interesse an der Lokalisierung von Lieferketten und der Schaffung von Arbeitsplätzen im eigenen Land. Starke Binnenmärkte seien der Schlüssel für die Industrialisierung sauberer Energien. Die meisten Arbeitsplätze verzeichnet IRENA in Asien, wo sich fast zwei Drittel befänden und allein in China seien es 42 Prozent der 12,7 Millionen. Auf die EU entfallen etwa zehn Prozent, ebenso auf Brasilien. Dahinter folgen die USA und Indien mit jeweils sieben Prozent.

Im Photovoltaik-Sektor befinden sich 63 Prozent der knapp 4,3 Millionen Arbeitsplätz ein China. Das sind fast 2,7 Millionen Jobs. Platz zwei belegen die USA mit etwa 250.000 Jobs vor Indien. Deutschland kommt mit etwa 50.000 Jobs auf Platz acht weltweit und liegt damit hinter Polen. Die zehn wichtigsten Länder vereinen immerhin 87 Prozent aller Arbeitsplätze im Photovoltaik-Bereich auf sich.

Nach dem IRENA-Bericht entwickeln sich die südostasiatischen Länder zu wichtigen Produktionsstandorten für Photovoltaik und Biokraftstoff. China sei jedoch der führende Hersteller und Installateur von Solarmodulen und schaffe zunehmend mehr Arbeitsplätze im Bereich der Windkraft auf See. Indien habe mehr als zehn Gigawatt an Photovoltaik-Anlagen installiert und damit zahlreiche Arbeitsplätze in diesem Bereich geschaffen. Allerdings sei Indien weiterhin stark von Modulimporten abhängig. In Europa werde derweil versucht, die Solarindustrie wieder in Schwung zu bringen.

IRENA veröffentlicht den Bericht in Zusammenarbeit mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Er wurde auf dem Global Clean Energy Action Forum in Pittsburgh (USA) vorgestellt. „Angesichts zahlreicher Herausforderungen bleiben Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbaren stabil und haben sich als zuverlässiger Motor für die Schaffung von Arbeitsplätzen erwiesen“, erklärte IRENA-Generaldirektor Francesco La Camera. „Mein Rat an Regierungen weltweit lautet, auf eine Industriepolitik zu setzen, die den Ausbau menschenwürdiger Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbaren im eigenen Land fördert. Die Förderung einer heimischen Wertschöpfungskette schafft nicht nur Geschäftsmöglichkeiten und neue Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung.“ Insgesamt stärke dies die Zuverlässigkeit der Lieferketten und erhöhe die Energiesicherheit, so La Camera weiter.

Auch der ILO-Generaldirektor, Guy Ryder, betonte die Bedeutung der Arbeitsbedingungen. „Abgesehen von den Zahlen liegt der Schwerpunkt zunehmend auf der Qualität der Arbeitsplätze und den Arbeitsbedingungen im Bereich der erneuerbaren Energien, um eine menschenwürdige und produktive Beschäftigung zu gewährleisten“, sagte er. „Der steigende Anteil der Frauenbeschäftigung deutet darauf hin, dass gezielte Maßnahmen und Schulungen die Beschäftigung von Frauen im Bereich der erneuerbaren Energien und die Inklusion deutlich verbessern und letztlich eine gerechte Energiewende für alle gewährleisten.“

Der kürzlich veröffentlichte IEA-Bericht hatte die Zahl der Beschäftigten im Photovoltaik-Bereich weltweit auf 3,4 Millionen für 2021 geschätzt. Davon sind mehr als die Hälfte in China tätig.

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