BNEF attestiert Deutschland die beste Klimapolitik der G20-Länder – und weiteren Handlungsbedarf

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Beeindruckende Ziele und kühne Versprechen – das attestiert BloombergNEF (BNEF) den Regierungen der G20-Länder mit Blick auf deren Klimapolitik. Die Analysten haben ein „Zero-Carbon Policy Scoreboard“ aufgelegt, das die Politik der Staaten bewertet und klassifiziert. Demnach sind jedoch alle Länder weit davon entfernt, die 2015 bei der Klimakonferenz von Paris vereinbarten Ziele oder weitere Zusagen zur Dekarbonisierung zu erfüllen. „Große Volkswirtschaften wie die Europäische Union, Japan, Südkorea und China haben alle versprochen, zu einem zukünftigen Zeitpunkt Netto-Null-Emissionen oder Kohlenstoffneutralität zu erreichen“, so Victoria Cuming von BNEF. „Aber die Realität ist, dass die Länder einfach nicht genug getan haben.“

Dem BNEF-Bericht zufolge wurde ein Großteil der bisher weltweit erzielten Fortschritte bei der Reduzierung der Wachstumsrate der CO2-Emissionen im Stromsektor erzielt, vor allem da alle Länder eine gewisse staatliche Unterstützung zur Förderung sauberer Technologien eingeführt hätten. Der Bericht untersucht aber auch andere wichtige Segmente der Weltwirtschaft, die für den CO2-Ausstoß verantwortlich sind – Verkehr, grüne Kraftstoffe, Gebäude, Industrie und Kreislaufwirtschaft. In diesen Bereichen sei nicht genug passiert, so Cuming.

Zero Carbon Policy
Das „Zero-Carbon Policy Scoreboard“ bewertet und klassifiziert die Klimapolitik der G20-Länder.

Grafik: BloombergNEF

Die im Scoreboard erfassten Länder wurden laut BNEF auf der Grundlage von 122 qualitativen und quantitativen Metriken bewertet, die sich auf die Anzahl, Robustheit und Effektivität der umgesetzten Maßnahmen beziehen. Insgesamt haben dabei Deutschland und Frankreich am besten abgeschnitten, weil sie den Analysten zufolge den besten Policy-Mix haben, um die Dekarbonisierung voranzutreiben – aber es gebe noch Raum für Verbesserungen.

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