Keramik-Batterie des Fraunhofer IKTS als Quartiersspeicher für „smood“-Pilotprojekt

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Im Herbst 2018 startete in Thüringen das Projekt „smood – smart neighborhood“. Es soll die energetische und sozial verträgliche Sanierung von Quartieren voranbringen. Ein Beispielprojekt will dafür die Nutzung von Quartiersspeichern erproben und will dazu die Keramik-Batterie nutzen, die seit einiger Zeit am Fraunhofer IKTS entwickelt wird. Die Technologie stehe kurz vor der Anwendungsreife. „„Die lokale Produktionsmöglichkeit und komplette Recyclingfähigkeit machen die Hermsdorfer Batterie zu einem optimalen Stromspeicher für das nachhaltige Quartiersprojekt smood“, erklärte Jana Liebe, Geschäftsführerin des Thüringer Erneuerbaren Energien Netzwerks (ThEEN). Das Netzwerk war wesentlich daran beteiligt, dass die Initiative zustande kam und damit die Kompetenzbündelung seiner Mitglieder weiter vorangetrieben wird.

Beim Quartierumbau will „smood“ dabei verschiedene Teilbereiche, wie Quartiersanalyse, Wärmeerschließung und die Planung der Energiespeicherung erproben. Die Einzeldemonstration mit dem Keramik-Batteriespeicher des Fraunhofer IKTS sei dabei nur der Anfang. Für das kommende Jahr seien weitere, auch größere Pilotprojekte mit der neuen Technologie geplant. Das Fraunhofer IKTS ist selbst Partner des Verbundprojekts „smood-EStorage“. Im Fokus stünden sichere und umweltfreundliche Methoden zur Energiespeicherung, die vergleichbare Wirkungsgrade wie herkömmliche Marktlösungen erreichen. „Die vom Fraunhofer IKTS weiterentwickelte Batterietechnologie stellt einen wichtigen Baustein zum Erreichen der vom smood Konsortium anvisierten Ziele dar. Sie trägt dazu bei, die warmmietenneutrale, energetische Objektsanierung durch den smood Ansatz zu realisieren“, sagt Kai Sauerzapfe von Alumina Systems GmbH und Vertreter des Verbundprojektes „smood-EStorage“.

Im Frühjahr 2019 stellte das Fraunhofer IKTS seine neue Keramik-Batterie auf Kochsalz-Basis erstmals öffentlich vor. Sie basiert auf herkömmlichem Kochsalz und Nickelpulver. Als Festkörperelektrolyt wird eine spezielle Keramik verwendet. Damit seien alle wesentlichen Rohstoffe günstig, lokal verfügbar und nahezu komplett recyclingfähig. Nach Aussagen der Forscher aus Hermsdorf soll die Batterie auch exterm sicher und fast wartungsfrei sein. Die Lebensdauer wird auf zehn Jahr geschätzt, was etwa 4500 Ladezyklen entspricht. Die Technologie stehe kurz vor der Anwendungsreife, die nun in verschiedenen Thüringer Pilotprojekten getestet werden soll.

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