Trotz Insolvenz: Calyxo knackt 100-Watt-Marke

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Nur zwei Wochen nach der Anmeldung der Insolvenz vermeldet die Calyxo GmbH einen Meilenstein aus der eigenen Forschung. Erstmals habe der Hersteller von Cadmiumtellurid-Dünnschichtmodulen die Marke von 100 Watt geknackt. Die in der Pilotproduktion in Bitterfeld-Wolfen erreichte Modulleistung liege bei 103 Watt und 14,3 Prozent Wirkungsgrad – eine deutliche Steigerung zu den bisherigen Leistungen von 85 bis 90 Watt und einem Wirkungsgrad von 12,5 Prozent, hieß es vom vorläufigen Insolvenzverwalter Lucas Flöther am Mittwoch. Externe Messungen der Universität Coburg hätten die Ergebnisse bestätigt.

Flöther wertet den Erfolg als „wichtiges Signal im laufenden Investorenprozess“. „Das neue Hochleistungsmodul zeigt die Wettbewerbsfähigkeit von Calyxo“, betonte er. Die Produktion dieser Module könne auf den vorhandenen Anlagen bereits in wenigen Monaten beginnen. Allerdings hatte Flöther erst in der vergangenen Woche erklärt, dass die Produktion der Dünnschichtmodule heruntergefahren wird, um die Gläubiger nicht weiter zu schädigen.

Nach der jüngsten Meldung hat Calyxo nicht nur die Leistung seiner Solarmodule optimiert, sondern auch die Herstellungszeit minimiert. „Bei gleichbleibendem Mitteleinsatz werden die Module in einer höheren Wattklasse künftig doppelt so schnell hergestellt“, sagte Calyxo-Geschäftsführer Michael Bauer. Der Linientakt der Produktion sei beschleunigt worden. So dauere die Herstellung statt 60 nur noch 25 Sekunden für ein Modul. „Die Jahreskapazität der Calyxo-Fertigung liegt somit bei über 100 Megawattpeak“, so Bauer weiter.

Die Entwicklung der leistungsstärkeren Module hat den Hersteller mehr als ein Jahr Forschungsarbeit gekostet. Das Land Sachsen-Anhalt fördere dies. Nach Aussagen von Bauer will Calyxo noch mehr und strebt die Marke von 115 Watt für seine Module an.

Der Gang zum Amtsgericht war unumgänglich, da der Photovoltaik-Hersteller nach dem Wegfall eines Großauftrags in Zahlungsschwierigkeiten geraten war. Das Interesse der Investoren sei groß, erklärte Flöther in der vergangenen Woche. „Aktuell führen wir Gespräche mit potenziellen Investoren, die von dem aktuellen Forschungserfolg profitieren könnten“, so Flöther nun.