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Erst den Markt ermöglichen, dann die Förderung abbauen

Die Bundesregierung will private Solaranlagen stärker in den Strommarkt integrieren. Das ist richtig. Doch bevor die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen entfällt, muss die Alternative funktionieren. Direktvermarktung muss für Haushalte einfach, wirtschaftlich und verlässlich nutzbar sein.
Foto: Adobe Stock

Photovoltaik ist längst keine Nischentechnologie mehr. Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien wird zunehmend entscheidend, wann Strom erzeugt, verbraucht, gespeichert oder ins Netz abgegeben wird.

Eine Solaranlage, die mittags bei einem Überangebot ungebremst einspeist, hilft dem Stromsystem weniger als eine Anlage, die Überschüsse speichert und später nutzbar macht. Intelligent gesteuerte Heimspeicher können Strom bei hoher Verfügbarkeit aufnehmen und ihre Einspeisung an den Markt anpassen.

Dass die Bundesregierung die Marktintegration privater Solaranlagen stärker in den Mittelpunkt rückt, ist daher richtig. Problematisch ist die Reihenfolge: Die Einspeisevergütung soll für neue Anlagen schrittweise entfallen, während die Direktvermarktung für viele Haushalte noch nicht einfach und wirtschaftlich verfügbar ist.

Der Förderabbau sollte deshalb an die tatsächliche Marktreife gekoppelt werden. Erhalten Haushalte zuverlässig und zu vertretbaren Kosten ein intelligentes Messsystem? Gibt es wirtschaftliche Direktvermarktungsangebote ohne ein Geflecht separater Verträge? Und lassen sich Solaranlage, Speicher und weitere Geräte herstellerübergreifend steuern?

Eine Pflicht ersetzt kein Geschäftsmodell

Der Regierungsentwurf sieht vor, neue Anlagen schrittweise in die Direktvermarktung zu überführen. Für kleinere Anlagen ist eine auf 36 Monate begrenzte Übergangszahlung vorgesehen, deren Anwendungsbereich nach und nach reduziert wird.

Für Anlagen unter 25 Kilowatt soll ein zeitlich begrenzter Direktvermarktungsbonus die anfänglichen Kosten abfedern. Zugleich soll die Einspeisung neuer Gebäude- und Dachanlagen mit weniger als 100 Kilowatt am Netzanschluss dauerhaft auf 50 Prozent der installierten Leistung begrenzt werden. Steckersolargeräte sind ausgenommen.

Der Entwurf muss noch das parlamentarische Verfahren durchlaufen. Die Richtung ist aber klar: Die feste Vergütung verliert an Bedeutung, während Eigenverbrauch, Speicherung und marktbasierte Erlöse wichtiger werden.

Das kann sinnvoll sein, setzt aber voraus, dass private Anlagen tatsächlich am Strommarkt teilnehmen können. Die Einspeisevergütung war nicht nur eine Förderung, sondern ein einfaches und verlässliches Erlösmodell. Eine gesetzliche Pflicht zur Direktvermarktung schafft noch keinen gleichwertigen Ersatz.

Heute ist die Direktvermarktung kleiner Anlagen noch nicht überall einfach und wirtschaftlich verfügbar. Messdaten müssen vorliegen, die Anlage fernsteuerbar und die Erlöse nachvollziehbar abgerechnet werden. Soll auch die Flexibilität eines Speichers vermarktet werden, müssen Wechselrichter, Speicher und Energiemanagement zuverlässig zusammenspielen. Fehlt ein Teil dieser Kette, entsteht keine vollwertige Alternative zur Einspeisevergütung.

Mehr Markt darf nicht mehr Aufwand bedeuten

Die Debatte wird häufig aus Sicht des Stromsystems geführt. Dabei gerät leicht aus dem Blick, was Marktintegration für Haushalte bedeutet. Hausbesitzer denken nicht in Messstellenbetrieb, Bilanzierung oder Geräteschnittstellen. Sie wollen wissen, ob sich ihre Solaranlage rechnet, welche Erträgen entstehen und ob das System zuverlässig funktioniert.

Die Komplexität des Strommarkts darf nicht an die Verbraucher weitergereicht werden. Haushalte sollten weder mehrere Dienstleister und Verträge koordinieren noch technische Komponenten selbst aufeinander abstimmen müssen. Dafür braucht es integrierte Angebote, die Messung, Steuerung, Vermarktung und Abrechnung zusammenführen. Die Technik muss im Hintergrund arbeiten. Niemand sollte ständig Strompreise beobachten oder manuell entscheiden müssen, wann der Speicher lädt oder Strom eingespeist wird.

Direktvermarktung muss so einfach werden wie der Abschluss eines Stromtarifs. Entscheidend ist nicht, ob eine Anlage theoretisch vermarktet werden kann, sondern ob Haushalte ohne energiewirtschaftliches Spezialwissen teilnehmen können.

Smart Meter schaffen die Grundlage

Der Smart-Meter-Rollout ist eine zentrale Voraussetzung für einen flexibleren Strommarkt. Erst wenn Erzeugung und Verbrauch zeitnah gemessen werden, können Haushalte Solaranlage, Speicher oder Elektroauto intelligent steuern und auf Strompreise reagieren.

Smart Meter bilden die Grundlage für dynamische Stromtarife, automatisierte Direktvermarktung und eine bessere Abstimmung von Erzeugung, Speicherung und Verbrauch. Haushalte können Strom beziehen oder speichern, wenn er günstig verfügbar ist, und ihn zu wertvolleren Zeiten einspeisen.

Viele notwendige Technologien sind bereits vorhanden. Was fehlt, ist ein flächendeckender und massenmarkttauglicher Zugang. Die Bundesregierung muss den Smart-Meter-Rollout beschleunigen und dafür sorgen, dass die darauf aufbauenden Anwendungen einfach, bezahlbar und für private Haushalte verfügbar werden.

Marktreife zeigt sich an der Wirtschaftlichkeit

Bei kleinen Dachanlagen stehen vergleichsweise geringe Strommengen festen Kosten für Messung, Abrechnung und Vermarktung gegenüber. Werden diese Prozesse nicht weitgehend automatisiert und gebündelt, können die zusätzlichen Kosten einen erheblichen Teil der Markterlöse aufzehren.

Haushalte brauchen transparente Angebote ohne komplizierte Zusatzverträge, schwer nachvollziehbare Gebühren oder undurchsichtige Erlösmodelle. Sie müssen erkennen können, welchen finanziellen Vorteil die intelligente Steuerung und Vermarktung ihrer Anlage bringt. Nur dann wird aus einer regulatorischen Verpflichtung ein attraktives Angebot für Endkunden.

Den Übergang an die tatsächliche Nutzbarkeit koppeln

Der Regierungsentwurf erkennt das Problem grundsätzlich an: Die Bundesnetzagentur soll die Übergangsphase für Anlagen unter 25 Kilowatt verlängern können, wenn die technischen und marktlichen Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Direktvermarktung noch fehlen. Diese Möglichkeit darf nicht nur auf dem Papier bestehen. Die Kriterien müssen transparent sein, die Marktentwicklung rechtzeitig geprüft werden und eine Verlängerung muss greifen, bevor Haushalte in eine Lücke zwischen dem bisherigen und dem neuen Erlösmodell geraten.

Der Maßstab ist klar: Ist ein Smart Meter zuverlässig und bezahlbar erhältlich? Gibt es ein wirtschaftliches, integriertes Direktvermarktungsangebot? Und können Geräte verschiedener Hersteller gemeinsam gesteuert werden?

Solange diese Voraussetzungen für die große Mehrheit der Haushalte nicht erfüllt sind, bleibt die Direktvermarktung eher ein theoretisches Konzept als ein belastbares Erlösmodell. Eine Übergangsphase ist deshalb kein Festhalten an der Vergangenheit, sondern die notwendige Brücke in ein intelligenteres Energiesystem.

Die Energiewende braucht mehr Flexibilität. Millionen Solaranlagen und Heimspeicher können dazu beitragen, Erzeugung und Verbrauch besser in Einklang zu bringen. Dafür müssen sie technisch steuerbar und wirtschaftlich sinnvoll in den Strommarkt eingebunden sein.

Die Politik sollte die Direktvermarktung nicht dadurch zum Standard machen, dass sie zuerst das bisherige Erlösmodell abschafft. Sie sollte die Alternative so einfach, verlässlich und wirtschaftlich machen, dass Haushalte sie tatsächlich nutzen können.

Erst den Markt ermöglichen, dann die Förderung abbauen: Das ist keine Verzögerung der Energiewende, sondern die Voraussetzung dafür, dass ihre nächste Phase gelingt.

— Der Autor Matthias Martensen ist CEO und Mitgründer des Berliner Ökostromanbieters Ostrom. Das Unternehmen bietet digitale Stromtarife und Lösungen zur intelligenten Steuerung dezentraler Energieanlagen an. —

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Kommentare

maeder.c
Aug 14, 2026

Das Deutsche Elend , namentlich die mikroskopisch kleine Wohneigentumsquote , verfolgt die BRD noch bis in Grab.
Warum zum Teufel hat das reiche , wohlhabende,soziale, ausgewogene marktwirtschaftliche System BRD so viele Freunde und Freundinnen?
Wer es finanziell nicht hinbekommt in einem Dorf auch nur 235 Quadratmeter mit Bruchbude zu kaufen , um darauf eine PV-Anlage zu installieren, der ist schlichtweg arm.
Es weht seit den 1960 ern dieser sagenumwobene Geist des erhabenen Wohlstands über der Deutschland , der angeblich alle gleichermaßen beglückt. Kann ich nicht so mitgehen.
Eventuell ändert es irgendetwas , wenn einige *Boomer* ihre in die Jahre gekommenen Häuser in den nächsten Jahren verkaufen , um in Vorderasien oder den USA ihren Lebensabschnitt „Rente“ zu verbringen , aber dies ist nicht sicher .
Im allgemeinen ist die Boomer- Generation hart im nehmen und austeilen , und lebt eher im Eigenheim bis 95+ , auch wenn eine humanoider Roboter von Tussla manchmal als Stütze des Alters erworben werden muss , als ihr mühsam erarbeitetetes Wohneigentum für einen schmalen Euro zu liquidieren.
Übrigens: Jeder Quadratmeter Grund in Deutschland gehört als Besitz einer natürlichen oder juristischen Person . Dir halt leider nicht.

maeder.c
Aug 14, 2026

Die Energieerzeugung mittels PV ist systemrelevant geworden. Dies ist ein großes Problem für die Politik. Wenn ich mir einen Gartenzwerg mit Solarspringbrunnen a la “ männiken piss “ in den Garten stelle , und den dann 20 Jahre später in die Restmülltonne kloppe , dann ist dies nicht systemrelevant. Wenn aber Millionen Dachflächen mit PV-Stromerzeugung in privater Hand sind , und die Stromerzeugung davon abhängig ist , dann ist es ein erhebliches Potential welches einzelfällig privater Willkür unterliegt . Jeder private Hausbesitzer kann seine PV – Anlage jederzeit nach Lust und Laune nach Afrika verschenken, wenn er/sie dies möchte.
Um ein unrealistisches Konstrukt zu postulieren:
Die Stadt “ Musterstadt“ mit 50003 Einwohnern beschließt die „Genossenschaft Solar “ . Sämtliche vorhandenen PV-Installationen gehen in diese Genossenschaft über . Die ehemaligen Eigentümer werden finanziell entschädigt, und sind verpflichtet ihr Dach für 99 Jahre ( = für immer ) an diese Genossenschaft zu verpachten.
Vorteil eines solchen Konzepts : Ein einziger Betrieb hat die vollständige Kontrolle über alle Energieerzeugungsanlagen.
Letztlich möchte man ja irgendwann 24/365 den Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugen. Dies geht wahrscheinlich nur mit Batteriespeicher und Wasserstoff – Ökonomie.

Ralf Schnitzler
Aug 13, 2026

„Hausbesitzer denken nicht in Messstellenbetrieb, Bilanzierung oder Geräteschnittstellen. Sie wollen wissen, ob sich ihre Solaranlage rechnet, welche Erträgen entstehen und ob das System zuverlässig funktioniert.“

Tja – ein vernünftiger Hausbesitzer, der jetzt noch nicht längst eine PV-Anlage auf dem Dach hat, ist in meinen Augen unvernünftig. Wenn er rechnen kann, dann wird er natürlich auch künftig eine PV-Anlage aufs Dach setzen, die sich alleine durch den eingesparten Netzbezug rechnet. Der irre Aufwand für Direktvermarktung von Dach-Strom ist auch überflüssig, weil es den Strom teurer macht, als notwendig. Die Notwendigkeit ist aber so groß, dass wir schneller und preiswerter aus den fossilen Energieträgern aussteigen sollten, als uns über private Dächer auch nur ansatzweise den Kopf zu zerbrechen.

Oder anders formuliert:
Dachanlagen sollten keine höhere EEG-Vergütung bekommen, als eine „normale“ PV-Freiflächenanlage. Es ist schlicht und ergreifend Geldverschwendung, den erneuerbaren Strom teurer zu machen als unbedingt notwendig. Wer sich so was „Kleines“ gönnt, der mag es gerne tun, aber bitte für den Eigenverbrauch und nicht zum Geld verdienen durch Verkauf des Stroms an andere. Bitte auch immer im Blick behalten, dass Fachkräfte auf dem freien Feld in derselben Zeit ein vielfaches mehr EE-Kapazität installieren können, als auf Dächern. Auch die Hege und Pflege der Technik über Jahrzehnte ist zu bedenken. Fachkräftemangel als Stichwort!

Noch ausführliche: Wenn wir die Energieversorgung für die nächsten 50, 100 oder sogar 200 Jahre denken, dann haben Freiflächenanlagen erhebliche Vorteile: Die Fläche bleibt dauerhaft verfügbar, Module, Wechselrichter und Verkabelung können unkompliziert ausgetauscht werden und der Betrieb ist unabhängig von Sanierungszyklen, Eigentümerwechseln oder Nutzungsänderungen von Gebäuden.
Auch bei den Kosten sollte man die Gesamtsystemperspektive betrachten. Eine große Freiflächenanlage erzeugt Strom heute in der Regel deutlich günstiger als kleine Dachanlagen, weil Planung, Montage, Wartung und Betrieb wesentlich effizienter erfolgen. Genau deshalb werden große Solarparks weltweit als die kostengünstigste Form der Stromerzeugung ausgebaut.
Zum Thema Infrastruktur: Ja, Freiflächenanlagen benötigen Netzanschlüsse. Gleichzeitig vermeiden sie aber tausendfachen Installationsaufwand auf einzelnen Dächern und ermöglichen einen erheblich schnelleren Ausbau der Erzeugungskapazitäten angesichts des Fachkräftemangels.
Und noch ein Gedanke: Während über jeden Hektar für Solarparks wegen angeblicher Flächenknappheit diskutiert wird, werden in Deutschland 2,3 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche für Energiepflanzen wie z.B. Mais zur Biogasproduktion ver(sch)wendet. Verglichen damit erzeugen Solarparks ein Vielfaches (Faktor 50-100) an Energie pro Hektar und können bei entsprechender Gestaltung sogar einen Beitrag zur Biodiversität leisten. Solange das so ist, gibt es kein Argument der Flächenknappheit. Der Klimawandel wird noch ein übriges dazu tun, dass bald noch ein paar Millionen Hektar Agrarland auf den Markt kommen.
Deshalb sehe ich keinen überzeugenden Grund, warum Strom aus Dachanlagen höher oder überhaupt vergütet werden sollte, als Strom aus den günstigsten und effizientesten Freiflächenanlagen.

Wer eine Dachanlage zur Eigenversorgung baut, handelt vernünftig. Zusätzliche Subventionen in Form einer fixen EE-Vergütung für die teurere Erzeugungsform sind aus meiner Sicht jedoch schwer zu rechtfertigen. Aufwände für eine Direktvermarktung sind auch nicht zu rechtfertigen, weil das unnötig Ressourcen bindet, die effizienter in größeren Projekten arbeiten würden.

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Stephan
Aug 14, 2026

Wir brauchen sowohl mehr Freiflächen-PV als auch die sinnvolle Nutzung von möglichst vielen bestehenden Dächern (also: möglichst voll machen falls möglich) – und sollten nicht das eine gegen das andere ausspielen. Bei den Dächern braucht es dann eine möglichst bürokratiearme und trotzdem faire Lösung für den ins Netz gespeisten Strom. Für große PV-Parks ist der Vermarktungsaufwand ja überschaubarer. Und technisch und abrechnungsbürokratisch irgendwo dazwischen: das bisher zu selten genutzte Potenzial an Gewerbe-Dächern.

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Ralf Schnitzler
Aug 14, 2026

Stephan schreibt: „…Nur: wie geht das bürokratiearm ohne viel Technik und zusätzliche Dienstleister mit einzubinden?“

Tja – genau an diesem Punkt sehe ich das Hauptproblem: Eine wirklich bürokratiearme Lösung ohne viel Technik und ohne zusätzliche Dienstleister gibt es für fair vergütete Überschusseinspeisung kleiner Anlagen vermutlich kaum.

Sobald die Vergütung fair, nachvollziehbar und energiewirtschaftlich sauber sein soll, braucht es Messung, Abrechnung, Bilanzierung und Verantwortlichkeiten. Sobald sie zusätzlich systemdienlich sein soll, kommen Steuerbarkeit, Smart Meter und Vermarktungslogik hinzu. Damit ist man schnell wieder bei genau der Komplexität, die man eigentlich vermeiden wollte.

Deshalb würde ich Dach-PV klar trennen: Für den Eigenverbrauch ist sie sinnvoll, einfach und volkswirtschaftlich gut vertretbar. Für die gezielte Überschusseinspeisung vieler kleiner Anlagen entsteht dagegen ein erheblicher technischer und administrativer Zusatzaufwand. Diese Ressourcen wären nach meiner Einschätzung effizienter in großen PV-Freiflächenanlagen eingesetzt, weil dort mit gleichem Personal-, Technik- und Verwaltungsaufwand deutlich mehr erneuerbare Erzeugung aufgebaut werden kann.

Insofern: Ja, Dächer nutzen, wo sie sich einfach durch den Eigenverbrauch rechnen. Aber nein, ich sehe keine wirklich überzeugende bürokratiearme Lösung, um kleine oder auch größere Überschüsse massenhaft fair und ohne zusätzliche technische Komplexität zu vergüten.

Stephan
Aug 14, 2026

Ich gebe Ihnen recht mit „möglichst effizient und schnell die Energiewende mit Solarkraft zu unterstützen“. Wenn der Eigenheimbesitzer jetzt mehr PV auf das Dach macht, als er braucht, wäre das für die Energiewende erstmal gut. Dieser Strom müsste stattdessen anderweitig produziert werden (im Gaskraftwerk teuerer, in der Freiflächenanlage günstiger). Eine Vergütung der Überschüsse auf dem Level der Freiflächenanalge wäre doch erstmal nicht so flasch. Nur: wie geht das bürokratiearm ohne viel Technik und zusätzliche Dienstleister mit einzubinden?

Ralf Schnitzler
Aug 14, 2026

Ich spiele nicht das eine gegen das andere aus. Ich sage doch eindeutig: „Wer eine Dachanlage zur Eigenversorgung baut, handelt vernünftig. Zusätzliche Subventionen in Form einer fixen EE-Vergütung für die teurere Erzeugungsform sind aus meiner Sicht jedoch schwer zu rechtfertigen. Aufwände für eine Direktvermarktung sind auch nicht zu rechtfertigen, weil das unnötig Ressourcen bindet, die effizienter in größeren Projekten arbeiten würden.“

Wir brauchen aber genau „null“ Dachanlagen (und auch keine andere PV-Anlagen, die mehr Vergütung benötigen als simple-PV-Freiflächenanlagen), wenn „brauchen“ bedeutet, möglichst effizient und schnell die Energiewende mit Solarkraft zu unterstützen und die Energieversorgung Deutschlands über Jahrhunderte zu stemmen.

maeder.c
Aug 14, 2026

Sehr lesenswerter Kommentar. Danke .