Der mühsame Weg zum Speichervergleich

Wie bei allen Themen muss man vorausschicken, dass am Ende nicht nur die Ökonomie darüber entscheidet, wer einen und vor allem auch welchen Batteriespeicher installiert. Wer den Wunsch nach großer Autarkie verspürt, wird zum Beispiel mehr Kapazität einbauen als jemand, dem es in erster Linie um Wirtschaftlichkeit geht. Wer besonders viel Wert auf Smart-Home-Funktionen legt, wird zum Beispiel auf die Schnittstellen und die Nutzeroberflächen achten. Wer andere Stromtarifmodelle sucht, bevorzugt unter Umständen Systeme, die gleich mit zusätzlichen Stromdienstleistungen angeboten werden, wie etwa mit der Vernetzung in Communitys, Clouds, Energy Pools oder wie die Hersteller es nennen.

Was ist für den Käufer wichtig?

In der Regel geht es einem Käufer im Zusammenhang mit der Effizienz darum, dass über das gesamte Jahr so wenig Energie wie möglich verloren geht. Es wäre wünschenswert, dass die Systeme in dieser Hinsicht leicht vergleichbar wären. Dann müssten sich Käufer oder Installateure um die komplexen Zusammenhänge und die Detailwerte nicht scheren.

Die Schwierigkeit ist jedoch, dass es bisher keinen einfachen, transparenten Parameter gibt, der direkt die Speicherperformance sichtbar macht. Daher sind Experten bisher darauf angewiesen, sich genau diese einzelnen Parameter anzusehen. Aus ihnen und dem Lade- und Entladeprofil ergibt sich, vereinfacht, im Prinzip die Gesamtperformance.

Welche Arten von Speichereffizienz gibt es?

Speichersysteme sind, was die Bestimmung der Performance angeht, deutlich komplexer als Photovoltaikanlagen. Die Gesamtperformance setzt sich aus den Wirkungsgraden verschiedener Energiewandlungen zusammen. Man kann alle diese einzelnen Wirkungsgrade für die einzelnen Energiewandlungen messen, die die Elektrizität von der Stromerzeugung bis zum Verbraucher durchläuft, und bei verschiedenen Geräten vergleichen: Die Wirkungsgrade der Wandlung vom Solargenerator in die Batterie, vom Solargenerator in das Netz, von der Batterie in das Netz, vom Netz in die Batterie (vor allem bei AC-gekoppelten Systemen), die Verluste in der Batterie bei Lade- und Entladevorgängen und die Selbstentladung der Batterie im Lauf der Zeit. Diese Werte sind nicht alle unabhängig voneinander. In AC-gekoppelten Systemen errechnet sich der Wert Solargenerator zur Batterie zum Beispiel aus dem Produkt Solargenerator in das Netz und Netz in die Batterie, der erste Wert ist dabei keine Eigenschaft des Batteriespeichers, den man kauft, sondern des unabhängig davon angeschafften Solarwechselrichters.

Als wäre das nicht kompliziert genug, sind diese Wirkungsgrade auch noch abhängig von der Leistung, mit der die jeweilige Wandlungsstufe betrieben wird. Man muss also nicht einzelne Zahlenwerte vergleichen, sondern Wirkungsgrad-Leistungs-Kennlinien. Betreibt der Batteriespeicher nur den Fernseher mit einigen Hundert Watt, fällt der Eigenverbrauch des Speichers auch stärker ins Gewicht, als wenn er die Wärmepumpe mit einigen Kilowatt speist. Dadurch ist dann der Wirkungsgrad für die für den Fernseher gewandelte geringere Leistung kleiner.

Die Systeme verhalten sich bezüglich des Eigen- oder Leerlaufverbrauchs sehr unterschiedlich. Manche schalten unter bestimmten Umständen ganz ab, andere schalten nur in einen Modus mit niedrigerem Standby-Verbrauch. Die pv magazine Batteriespeicherübersicht enthält daher drei Angaben zu dem Thema: den Leerlaufverbrauch, die Abfrage, ob die Systeme in einen sparsameren Standby-Modus schalten, und den dann relevanten Standby-Verbrauch Die Unterschiede sind groß. Die Werte des Leerlaufverbrauchs reichen von 10 Watt bis zu 100 Watt. Die meisten liegen zwischen 20 und 50 Watt. Solarwatt gibt ihn in unserer Marktübersicht mit nur 5 Watt an. Allerdings wird bei dem Systemdesign der externe Solarwechselrichter mit benutzt, sodass man dessen Leerlauf- und Standby-Verbrauch teilweise mitzählen müsste. Auch bei AC-Systemen kommen der Eigen- und Standby-Verbrauch des Solarwechselrichters noch hinzu, wenn man den Wert mit dem eines DC-Systems vergleichen will.

Welchen Einfluss hat die Performance auf die Wirtschaftlichkeit?

Wer glaubt, die Effizienzdiskussion sei eher etwas für Akademiker als für Praktiker, dürfte durch eine Publikation der Forschungsgruppe Solarspeichersysteme der HTW Berlin um Volker Quaschning eines Besseren belehrt werden. Sie haben für den Smart Energy Boy von SMA (DC-gekoppeltes System) und für den Sunny Island (AC-gekoppeltes System) berechnet, dass diese real nur knapp mehr als die Hälfte der Kosten einsparen, die sie im Idealfall einsparen könnten.

Der Idealfall ist, wenn in dem System keine Verluste zwischen gleichstromseitiger Solarstromerzeugung und wechselstromseitigem Verbrauch auftreten würden und es keine Limitierungen durch die begrenzte Leistung gibt. Wirtschaftlichkeitsrechner, die nur die Dimensionierung und nicht die auftretenden Verluste berücksichtigen, prognostizieren einen möglichen Gewinn also falsch. Die Werte um 50 Prozent für diesen von den Forschern „System Performance Index“ genannten Index sind dabei nicht so niedrig, weil diese beiden Batteriespeicher besonders schlecht wären. Im Gegenteil. Nach den Angaben in der pv magazine Marktübersicht gehören sie mit zu den effizientesten ihrer Klasse. Auch die HTW-Forscher bestätigen, dass ein System Performance Index von 50 Prozent im Vergleich zu anderen Systemen bereits als gut bis sehr gut bezeichnet werden kann.

Um den System Performance Index zu berechnen, nutzen die HTWler technische Daten der Hersteller. Sie simulieren dazu die Energieflüsse eines Jahres mit einer realen Erzeugungskurve und einem realen Verbrauchs-Lastgang in Sekundenschritten. Wie das geht, haben sie in einer Publikation auf der PVSEC vorgestellt (32nd European Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition 2016, „Emerging performance issues of photovoltaic battery systems“, Johannes Weniger, Tjarko Tjaden, Joseph Bergner, Volker Quaschning).

In einem Beispiel zeigen sie anhand eines Haushaltes mit 5.000 Kilowattstunden Verbrauch und einer Photovoltaikanlage von fünf Kilowatt, dass mit einem idealen verlustfreien Fünf-Kilowattstunden-Batteriespeicher 2.272 Kilowattstunden eingespeist und 3.000 Kilowattstunden Netzbezug eingespart werden. Mit den nach technischen Daten simulierten Verlusten des entsprechenden realen Beispielsystems sind es dagegen nur 2.017 Kilowattstunden Einspeisung und 2.700 Kilowattstunden eingesparter Netzbezug. Die Systemverluste führen somit dazu, dass im Vergleich zum idealen System weniger Kilowattstunden in das Netz eingespeist und mehr Kilowattstunden aus dem Netz bezogen werden.

Das Ergebnis rechnen die Forscher mit der derzeitigen Einspeisevergütung und dem derzeitigen Haushaltsstromtarif auf ökonomische Parameter um. Der ökonomische Wert der zusätzlichen Einsparungen durch das Speichersystem liegt dann bei dem realen System bei nur 51 Prozent dessen, was sich mit dem idealen verlustfreien System erwirtschaften ließe.

Im Detail sehen die ökonomischen Daten so aus: Ohne Photovoltaikanlage und Batteriespeicher hat der Beispielhaushalt 1.403 Euro Energiekosten. Nur mit Photovoltaikanlage, bei der die Leistungselektronik verlustfrei ist, sinken diese bilanziellen Kosten (Ausgaben für Strombezug minus Einnahmen für Einspeisung) für den Haushalt auf 525 Euro. Mit idealem Batteriespeicher und der angenommenen Dimensionierung gehen sie weiter auf 289 Euro herunter.

Mit dem realen Batteriesystem liegen die Kosten jedoch 115 Euro pro Jahr darüber bei 404 Euro. Das Batteriesystem bringt also statt den berechneten 236 Euro nur 121 Euro Vorteil bei den bilanziellen Kosten pro Jahr. Der System Perfomance Index liegt also bei 51 Prozent. Basiert die Wirtschaftlichkeit also auf den Datenblattangaben und berücksichtigt sie keine Verluste, schätzt sie die Einnahmen des Speichers doppelt so groß ab, als sie sind.

Diese Zahl sieht jedoch schlechter aus, als sie ist. Wenn man berücksichtigt, dass der Solarwechselrichter ohne Batteriespeicher auch Verluste hat, dürfte der System Performance Index auf rund 65 Prozent steigen. Die HTW-Forscher haben sich für einen verlustfreien Solarwechselrichter als Referenz entschieden, um mit der entwickelten Kenngröße Systeme unterschiedlicher Topologie vergleichen zu können. Betrachtet man eine Solaranlage, die nicht einspeist und nur dem Eigenverbrauch dient, geht der Index auch nach oben, da die Verluste bei der Einspeisung dann keine Rolle spielen. In dem betrachteten Beispiel liegt er dann bei 79 Prozent.

Sind Batteriespeicher also schlechter, als man denkt?

Der System Performance Index der HTW Berlin ist so konstruiert, dass er sich vor allem sehr gut dafür eignet, um die Performance verschiedener Speichersysteme miteinander vergleichen zu können. Auf die Absolutwerte kommt es in diesem Zusammenhang nicht an. Trotzdem lässt sich ein Schluss in Bezug auf die Wirtschaftlichkeitsprognosen ziehen, wenn diese die Verluste nicht berücksichtigen. Dann dürften sie in der Realität 10 bis 30 Prozent schlechter sein als für das ideale System berechnet. In der Praxis rechnen allerdings viele Programme mit nicht idealen Systemen und dürften Systemwirkungsgrade zwischen 80 und 90 Prozent einrechnen. Auch für die Berechnung der Eigenverbrauchsquoten oder Autarkiegrade mit dem „Unabhängigkeitsrechner“ der gleichen HTW-Forschungsgruppe ist ein Wirkungsgrad von 84 Prozent hinterlegt.

Kai-Philipp Kairies von der RWTH Aachen misst sekundengenau die Energieflüsse in 20 Anlagen mit Batteriespeichern. Eine seiner Schlussfolgerungen ist, dass die Performance extrem von der Auslegung, von Generatorgröße, Batteriekapazität und Wechselrichterleistungen im entsprechenden Einzelfall abhängt. Bei der Leistungselektronik kann der Unterschied bis zu 20 Prozentpunkte ausmachen, bei der Batterie sogar 26 Prozentpunkte, wenn man Blei- mit Lithiumbatterien vergleicht. Eine weitere Schlussfolgerung ist, dass auch bei guten Systemen der Gesamtwirkungsgrad bezogen auf die Leistung selten über 85 Prozent liegt.

Diese Wirkungsgradverluste kann man auch noch anders relativieren. „Sie können durch die Installation von ein bis zwei zusätzlichen PV-Modulen energetisch vollständig kompensiert werden“, sagt Kai-Philipp Kairies.

Welchen Einfluss hat die Performance auf die Autarkie?

Die Wirtschaftlichkeit ist nicht die einzige Motivation, sich einen Energiespeicher anzuschaffen. Viele Käufer legen Wert auf eine hohe Autarkie, also dass sie möglichst wenig Strom aus dem Netz beziehen müssen.

In dieser Hinsicht wirkt sich der System Perfomance Index nicht so drastisch aus. In dem Beispiel der HTW hätte der Betreiber der Photovoltaikanlage mit einem idealen Batteriespeicher von fünf Kilowattstunden Kapazität einen Autarkiegrad von 60 Prozent. Mit dem realen System schrumpft dieser (in einer vereinfachten Betrachtung) auf 54 Prozent. Nur mit der Photovoltaikanlage wären es 30 Prozent.

Eine andere Abschätzung zeigt anschaulich, welchen Einfluss Leerlauf- und Standby-Verbräuche haben. Wenn ein System 50 Watt Leerlaufverbrauch hat und der Speicher zwei Drittel des Jahres in dem angeschalteten Betriebsmodus ist, erhöht sich der Haushaltsstromverbrauch um 300 Kilowattstunden. In dem obigen Beispiel mit vergleichsweise hohem Energieverbrauch sind das sechs Prozent des Jahresstromverbrauchs. Bei Geräten mit zehn Watt Leerlaufverbrauch sind es dagegen nur 1,5 Prozent Steigerung des Energieverbrauchs durch den Batteriespeicher.

Welchen Ansatz zum Performancevergleich verfolgt E3/DC?

Noch vor der HTW hat Andreas Piepenbrink, Geschäftsführer von E3/DC, bei der IRES-Konferenz im März vorgestellt, wie sich die Performance von Speichersystemen seiner Ansicht nach vergleichen lässt. Er hat das Ziel, einen weniger aufwendigen Ansatz zu nutzen und die Energieflüsse im System nicht am Rechner zu simulieren, sondern Gesamteffizienzen bei bestimmten Leistungen direkt zu messen und gewichtet zu einem Gesamtwert zu verrechnen. Ähnlich wie bei der Berechnung des europäischen Wirkungsgrades bei Solarwechselrichtern. Dabei betrachtet er auch den Pfad von der Gleichstromquelle bis zum Wechselstromverbraucher, ähnlich wie bei dem HTW-Ansatz.

Doch statt den Erzeugungs- und den Lastgang eines ganzen Jahres durchzuspielen, legt er drei Messpunkte fest, bei denen er die Batterie voll auflädt, wieder entlädt und daraus xAnzeigeDie Systeme verhalten sich bezüglich des Eigen- oder Leerlaufverbrauchs sehr unterschiedlich.die Verluste bestimmt, die gewichtet in das Ergebnis eingehen. Zur Messung lädt E3/DC die Batterien zweimal mit 1.000 Watt Leistung auf und entlädt sie einmal bei 250 Watt, einmal bei 1.000 Watt, da damit wesentliche Betriebspunkte erfasst würden. Piepenbrink gewichtet die Effizienz bei der Entladung bei 250 Watt mit 70 Prozent und die bei 1.000 Watt mit 30 Prozent, da Heimspeicher die meiste Zeit in diesem Niedriglastbereich betrieben werden. Bei vier so vermessenen Geräten kommt er auf Effizienzwerte zwischen 73,4 Prozent und 54,6 Prozent.

Warum ist es so schwer, die Performance transparent zu machen?

Die Branche versucht, sich auf einen gemeinsamen Parameter zur Beschreibung der Effizienz zu verständigen. Doch so einfach ist das nicht. Einerseits kauft der Kunde ein Gerät mit Batterie und will dementsprechend solche Produkte miteinander vergleichen. Andererseits haben Hersteller, die wie SMA Leistungselektronik verkaufen, die mit verschiedenen Batterien kombiniert werden kann, das Interesse, einen batterieunabhängigen Parameter für die Elektronik zu finden.

Ein anderer Punkt ist, ob die Batteriegröße und die Auslegung bei Vergleichsparametern eine Rolle spielen, also ob große Batteriespeicher im Vergleich zu kleinen allein durch ihre Größe einen Vor- oder Nachteil haben. Dieser Punkt ist eng verknüpft mit dem Anwendungsfall. In manchen Anwendungen dürften größere Systeme besser sein, in anderen kleinere.

Der HTW-Parameter ist so konstruiert, dass der Vergleich der verschiedenen Systeme unabhängig von diesen Einflüssen ist. Allerdings lässt sich ein Problem nicht so leicht lösen. Auch der HTW-Parameter hängt davon ab, wie der Erzeugungs- und Lastgang des Simulationsjahres ist. Die Forscher haben dabei einen möglichst typischen Datensatz ausgewählt, doch in der Realität hängt dieser eben vom Anwendungsfall ab.

Ähnliches gilt für die Leistungspunkte, bei denen man gewichtete Werte ermittelt wie in dem E3/DC-Konzept. Über die richtigen Leistungspunkte und ihre Gewichtung kann man lange diskutieren. Beim europäischen Wirkungsgrad für Solarwechselrichter nimmt man Leistungskurven an, die ungefähr den klimatischen Bedingungen in Europa entsprechen und relativ objektiv sind. Bei Batteriespeichersystemen spielt aber die Auslegung und das Verbrauchsverhalten der Hausbewohner eine Rolle. Das variiert von Haushalt zu Haushalt. Legt man außerdem fixe Lade- und Entladeleistungen fest, sind leistungsstärkere Systeme automatisch benachteiligt, da diese bei niedrigen Leistungen schlechter sind. Stattdessen könnte man die Leistungspunkte für den Effizienzparameter relativ zur Maximalleistung berechnen, wenn man annimmt, dass diese Systeme in Häusern mit größerer Last eingesetzt werden.

Welche Art Effizienzparamter am Ende der Realität im Einsatz am nächsten kommt, hängt also von der Anwendung ab. Das macht es so schwierig, sich auf einen Effizienzparameter zu einigen. Es gab im Übrigen schon einmal einen Anlauf, eine möglichst realistische Kennzeichnung für Batteriespeicher zu etablieren. Die Forscher in dem Projekt am IWES, an dem Bosch, Solutronic, Baywa r.e. und SMA beteiligt waren, wollten nicht einen, sondern drei Parameter nutzen, um der Realität gerecht zu werden. Einer bezieht sich auf die Effizienz der Wandlungen, einer auf das Energiemanagement, einer auf den Nutzen in Bezug auf die Autarkie des Haushalts (siehe pv magazine November 2014, Seite 81). Allerdings ist es nicht gelungen, andere Hersteller dazu zu bewegen, diese Tests zu bezahlen und durchzuführen.

Die HTW-Forscher werfen ihren Indexwert in die Diskussion um einen oder mehrere Parameter, mit dem Speicherkäufer Systeme unterschiedlichen Aufbaus und unterschiedlicher Größe einfach vergleichen können. Diese Diskussion wird auch in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zur Speicherperformance des BVES und BSW-Solar geführt. Dort will sich ein Teil der Hersteller und Institute darauf verständigen, unter der Bezeichnung „Effizienzleitfaden für Batteriespeichersysteme“ festzulegen, welche Spezifikationen wie gemessen und im Datenblatt veröffentlicht werden sollen, damit die Performance der Geräte fair verglichen werden kann. So wie es aussieht, sollen die Parameter so bestimmt werden, dass damit auch der System Performance Index der HTW berechnet wird. Bis so eine Verständigung dann allerdings verpflichtend wird, dauert es erfahrungsgemäß lange.

Welchen Einfluss haben die Kopplungsvariante und die Zahl der Phasen?

Da es die Bewertung, anhand derer Kunden Speichersysteme vergleichen können, noch nicht gibt, bleibt Interessierten nur übrig, sich mit einigen Details zu beschäftigen.

Käufer müssen auch einige grundlegende Entscheidungen treffen. Das betrifft die Art, wie der Batteriespeicher an das Hausnetz angekoppelt wird, und die Zahl der Phasen, mit der es arbeitet. Das Stromnetz arbeitet mit drei Phasen. In vielen Hausnetzen wird aber nur eine Phase verwendet.

In einem pv magazine Webinar im Juli haben SMA-Experten die veröffentlichten Wirkungsgradkurven für ein SMA-AC-System und ein Fronius-DC-System verglichen. Im Leistungsbereich unter 500 Watt schneidet das DC-System 8 bis 13 Prozentpunkte schlechter ab. Die Erklärung ist einfach: Während das DC-System auf die höhere Photovoltaikleistung ausgelegt ist, ist das AC-System kleiner und für einen Betrieb bei schwachen Lasten dimensioniert. Dadurch arbeitet es bei niedrigen Entladeleistungen effizienter.

Die Systeme unterscheiden sich auch, da das SMA-Gerät einphasig, das Fronius-Gerät dreiphasig ist. „Bei gleicher Photovoltaikspannung und Batteriespannung ist der Wirkungsgrad bei dreiphasigen Geräten schlechter“, erklärt SMA-Produktmanager Martin Rothert, „da die Zwischenkreisspannung bei dreiphasigen Wechselrichtern höher liegt.“ Sie hätten auch einen höheren Leerlaufverbrauch, da mehr Halbleiter angesteuert und geschaltet werden müssten.

Zwei andere Hersteller im Markt propagieren wiederum genau die Dreiphasigkeit und DC-Kopplung, zumindest als eine Variante: Fronius und E3/DC. Dieses Konzept hat auch seine Vorteile. Bei DC-gekoppelten Systemen kann beispielsweise die Ladeeffizienz größer sein als bei AC-gekoppelten Systemen, da die Batterie direkt nach der ersten Wandlungsstufe angeschlossen ist und der Solarstrom weniger Wandlungsstufen durchlaufen muss, bis er die Batterie erreicht.

Allerdings muss man das im Einzelfall betrachten. Bei Hochvolt trifft das zu, weil die Batteriespannung nicht auf die Wechselrichter-Zwischenspannung hochgesetzt werden muss. Ansonsten hängt das neben der Auslegung auch von der Topologie und vor allem von der Qualität der Wandlungsstufen ab.

Eine höhere Entladeleistung hat weitere Vorteile. „Dadurch können auch größere Verbraucher aus der Batterie versorgt werden“, erklärt Volker Haider, Leiter Trainings & Education bei Fronius International. Dadurch steige der Eigenverbrauch. „Man muss sich die Frage stellen, was bringen einige Prozent mehr Wirkungsgrad im Vergleich zu einigen Prozent mehr Eigenverbrauch.“ Die genaue Rechnung habe aber noch niemand gemacht.

Außerdem sei beispielsweise der Fronius Symo Hybrid mit fünf Kilowatt sehr bewusst für ein typisches Einfamilienhaus dimensioniert worden. Es kann ein Acht-Kilowatt-Solargenerator angeschlossen werden, da die Eingangsstufe leistungsstärker ist als die AC-seitige Elektronik. Hohe Peakleistungen werden dann in der Batterie zwischengespeichert. Bei dem Konzept ist es im Übrigen keine Frage mehr, ob man Wert auf Dreiphasigkeit legt. Wenn ein Wechselrichter mehr als 4,7 Kilowatt Ausgangsleistung hat, ist das von der Niederspannungsrichtlinie vorgeschrieben.

Ein anderes Argument bezieht sich mehr auf die Einstellung möglicher Kunden. Fronius und E3/DC wollen beide Notstromversorgung mit anbieten. Dafür ist automatisch eine gewisse Ausgangsleistung nötig. „Unser Wechselrichter kann auf jeder Phase kurzfristig vier Kilowatt, langfristig zwei Kilowatt“, sagt Haider. „Das passt genau für einen Standard-Haushalt, auch wenn man Herdplatten einschalten will.“ Wenn man mit einer Wärmepumpe heizt, sei die echte Dreiphasigkeit nötig.

In eine ähnliche Kerbe schlägt E3/DC-Geschäftsführer Piepenbrink. Er geht sogar noch weiter. „Ich glaube nicht, dass es für die Energiewende sinnvoll ist, Batteriespeicher ausschließlich einphasig anzuschließen, nur weil die Stromzähler das aktuell wegbilanzieren“, sagt er. Experten diskutieren darüber, ob die durch einphasige Geräte hervorgerufene sogenannte Phasenschieflast ausreichend gut herausmittelt, wenn nur genug Systeme in einem Netzgebiet angeschlossen sind. „Ich glaube auch nicht, dass man einphasig ein Elektroauto lädt“, führt Piepenbrink an. Auch das Argument, dass kleinere Systeme effizienter arbeiten, lässt er nicht gelten. „Mir geht es doch darum, die Häuser möglichst autark zu machen“, sagt er. „Dafür ist am Ende nicht die Effizienz der richtige Parameter, sondern wie unabhängig ein Gerät macht.“ Daher sei der Effizienzvergleich von einem großen und kleinen System so sinnvoll wie zwischen einem BMW 7er und einem Mofa.

Es sieht also so aus, dass selbst wenn es einmal einen allgemeinen Effizienzparameter geben sollte, Käufer sich nicht nur nach ihm und dem Preis richten können, sondern einige grundlegende Entscheidungen treffen müssen. Bei einigen Tarifmodellen, die Flatrates für Strombezug nahekommen, trägt die Verluste außerdem der Hersteller, sodass sie zumindest für die Wirtschaftlichkeit für den Käufer keine Rolle mehr spielen. (Michael Fuhs)

Kasten: pv magazine Batteriespeicherübersicht

Die pv magazine Batteriespeicherübersicht hat über 300 Systeme mit technischen Daten und Preisen gelistet, soweit Hersteller sie angegeben haben oder sie recherchiert werden konnten. Dazu gehören auch Angaben zu den Wirkungsgraden für die verschiedenen Wandelpfade, den Leerlauf- und Standby-Verbrauch, die für eine Einschätzung der Performance wichtig sind. Folgende Anbieter haben zumindest teilweise den Leerlaufverbrauch angegeben: ABB, Akasol, Alpha ESS, ASD, Autarctech, Baywa r.e., Braas, Delta, Deutsche Energieversorgung, Durion Energy, Eon, E3/DC, EWS, Fenecon, Fronius, IBC Solar, Kostal, LG Chem, Schmid Energy Systems, Segen Solar, SMA, Solarwatt, Soleg, Solutronic, Sonnen, Tesvolt, Varta Storage.

Die Speicherübersicht finden Sie online:www.pv-magazine.de/speicher

Kasten: pv magazine Webinare zu Speicherthemen

In den vergangenen zwölf Monaten fanden über 20 pv magazine Webinare mit führenden Batteriespeicherherstellern statt, unter anderem zur Effizienz der Systeme. Die Videoaufzeichnungen, Präsentationen und begleitenden Online-Artikel finden Sie auf unserer Website, ebenso die Ankündigungen der nächsten Webinare:www.pv-magazine.de/webinare