Die Sonne macht’s: Kaum neue PV-Anlagen, aber deutlich mehr Solarstrom

Im vergangenen Jahr haben die in Deutschland installierten Photovoltaik-Anlagen die Rekordmenge von 36,8 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom produziert. Dies seien 5,4 Prozent mehr als noch 2014, ergab die Auswertung der Fraunhofer ISE Energy Charts durch „Strom-Report“. Dies ist vor allem auf die Witterung zurückzuführen, weniger auf einen starken Zubau. Noch liegen die Zahlen der Bundesnetzagentur für Dezember nicht vor, dennoch dürften weniger als 1,5 Gigawatt im vergangenen Jahr an neuer Photovoltaik-Leistung zugebaut worden sein. Damit wird im zweiten Jahr in Folge der politische Zielkorridor für den Photovoltaik-Ausbau, der zwischen 2,4 und 2,6 Gigawatt liegt, verfehlt werden.

Die Auswertung zeigt, dass vor allem im April die Solarstromerzeugung gegenüber dem Vorjahr zulegen konnte. Mit 4,68 Milliarden Kilowattstunden lag die Erzeugung demnach um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Wert von 2014. Am 21. April habe es zudem eine Rekordeinspeisung der Photovoltaik-Anlagen mit 25,8 Gigawatt zwischen 13 und 14 Uhr gegeben. Auch in den Sommermonaten von Juni bis August seien neue Rekorde aufgestellt worden. Die Photovoltaik-Anlagen produzierten allein in diesem Zeitraum 14,1 Milliarden Kilowattstunden sauberen Strom – 7,2 Prozent mehr als noch im Jahr davor, wie es bei „Strom-Report“ heißt.

Infografik "Stromerzeugung aus Photovoltaik 2015" von Strom-Report.de

Agora Energiewende hatte ebenfalls am Donnerstag Zahlen zur Stromerzeugung in Deutschland veröffentlicht. Dabei zeigt sich der enorme Anstieg des Stromexports, der ein neues Rekordhoch erreichte. Aber zugleich konnten auch die Erneuerbaren insgesamt kräftig zulegen, was vor allem auf die Windkraft zurückzuführen ist, und ihre Spitzenposition als wichtigste Energiequelle weiter festigen. „Der wachsende Anteil von Erneuerbaren im Strommix ist eine erfreuliche Entwicklung. Die Bundesregierung darf diesen positiven Trend jetzt nicht abwürgen. Minister Gabriel muss die jährlichen Obergrenzen für Solar- und Windenergie aufheben und auch die Ausbauziele für Ökostrom bis 2020 anheben. Nur wenn schmutziger Kohlestrom schnell durch erneuerbare Energien ersetzt wird, kann die Bundesregierung ihre eigenen Klimaziele noch erreichen“, erklärte Julia Verlinden, energiepolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, angesichts des weiter gestiegenen Anteils von erneuerbaren Energien am Strommix. (Sandra Enkhardt)