Die Verantwortung der Analysten

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Die über die Jahre hinweg wohl falschen Prognosen zur weltweiten Verbreitung Erneuerbarer Energien durch die Internationale Energie Agentur hinterlassen in der Branche einen Beigeschmack. Sie können das Vertrauen der Verbraucher, Unternehmen und potentieller Investoren in das Potential von Solar- und Windkraft hemmen. Trotz umfassender Bemühungen von Experten, Medien und nicht zuletzt Anbietern nachhaltiger Energietechnologien, Verbraucher und Investoren darüber aufzuklären, dass sauberer Strom mittlerweile für jedermann erschwinglich ist, können solche Fehleinschätzungen zur Regression einer ganzen Branche führen. Hier sollten Analysten sorgfältiger arbeiten, denn von ihren Ergebnissen hängen auch viele Arbeitsplätze und der Erfolg einer ganzen Industrie ab.

Wie schnell eine Missstimmung am Markt zu ernsthaften Konsequenzen führen kann, zeigt die starke Konsolidierung des deutschen Photovoltaik-Markts in den vergangenen zwei Jahren. Nichtsdestotrotz ändern solche Prognosen nichts an unserem Glauben an Erneuerbare Energien.

Laut unseren Informationen basieren bereits 20 Prozent der aktuell weltweit geplanten Investitionen in Kraftwerke auf dem Einsatz von Erneuerbaren Energien – bis 2030 sollen es sogar 40 Prozent werden. Der aktuelle Anteil Erneuerbarer Energien von 1,2 Prozent an der globalen Stromproduktion wird somit in den kommenden Jahren unweigerlich steigen. Dass der Bedarf an sauberer und wirtschaftlicher Energie gegeben ist, steht außer Frage. Gerade in Verbindung mit Stromspeichersystemen wird Photovoltaik noch anwenderfreundlicher. Verbraucher können ihren Eigenverbrauch mit entsprechenden Systemen vollkommen unkompliziert auf bis zu 70 Prozent anheben – das wird zu einer deutlich breiteren Akzeptanz der Technologie führen. Hinzu kommt der in den letzten Jahren stark gefallene Modulpreis auf der einen, und die nach wie vor steigenden Energiekosten auf Seiten der Grundversorger auf der anderen Seite. Diese Indizien sprechen aus unserer Sicht dafür, dass die IEA nicht Recht behalten wird.

— Der Autor Michael Harre ist Vizepräsident der EU Solar Business Group bei LG Electronics und seit 2012 für das Solargeschäft in Europa zuständig. Zuvor war er unter anderem bei Schott Solar tätig. LG Solar sitzt in Ratingen bei Düsseldorf. —

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