Deutsche Solon-Töchter erneut in der Insolvenz

Teilen

Solon hat auch schon bessere Zeiten gesehen. In den vergangenen Wochen und Monaten gab es wenig Positives über den Photovoltaik-Hersteller zu berichten. Zunächst wartete er mit der Schließung seines Berlin Modulwerks zu Ende April auf und der Verlagerung des Hauptsitzes in das Emirat Fujairah. Dort hat Microsol seine Heimat, dass Solon 2012 aus der Insolvenz heraus übernommen hatte. 150 Mitarbeiter von Solon waren davon betroffen. Zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung war im Zuge der Schließung des Berliner Werks in Adlershof ein Sozialplan ausgearbeitet worden. Er sieht unter anderem auch die Zahlung von Abfindungen vor. Doch anscheinend sind in den letzten Monaten nicht einmal mehr vollständige Gehälter gezahlt worden, noch die Abfindungen. Die Schulden summierten sich bis zum Sommer nach pv magazine-Informationen auf etwa drei Millionen Euro. Hinzu sollen noch offene Rechnung bei Lieferanten und Dienstleistern kommen. Schließlich ging am 22. Juli eine Anzeige wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung gegen die Geschäftsleitungen der Firmen Solon International LLFZE und Solon Energy GmH bei der Berliner Staatsanwaltschaft ein.

Nun scheint Microsol darauf zu reagieren. Um die Neuausrichtung der Solon-Gruppe in Europa erfolgreich zu gestalten, seien weitere Konsolidierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen notwendig. Für die beiden ehemaligen Betriebseinheiten in Berlin, die für die Produktion zuständig und seit April 2014 nicht mehr in Betrieb waren, sei nun entgegen der Erwartungen eine Insolvenz erforderlich. Beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg sei daher am Dienstag ein Insolvenzantrag für die Solon Modules GmbH und die Solon Energy GmbH gestellt worden. „Diese Schritte sind unerfreulich, aber notwendig, um das Unternehmen auf eine solide finanzielle und operative Grundlage zu stellen“, erklärt Managing Director Kasi Viswanathan. Die Entscheidung des Gerichts über die Insolvenzanträge und die Einsetzung des Insolvenzverwalters war am Nachmittag noch nicht veröffentlicht.

Das Vertiebsgeschäft in Europa hatte Solon auch nach der Schließung der Modulfertigung in Berlin aufrechterhalten. Nun sei Rolando Gennari als neuer Leiter des Europageschäfts eingesetzt worden. Er solle die Steuerung der betrieblichen und strukturellen Anpassungen an die veränderten Bedingungen der europäischen Photovoltaik-Märkte übernehmen und gleichzeitig die strategische Neuausrichtung übernehmen, erklärte Anjan Turlapati, Vorstandschef der Solon International. (Sandra Enkhardt)

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Teilen

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.